Die oberste Instanz
Plagiatsprozess um "Stairway To Heaven": Nun soll Supreme Court entscheiden
Led Zeppelin. © WMG
Der Plagiatsprozess um den Led Zeppelin-Klassiker "Stairway To Heaven" zieht sich jetzt schon seit 2014. Damals klagte der Nachlassverwalter von Randy California, der Gitarrist von Spirit, gemeinsam mit Spirit-Bassist Mark Andiss das erste Mal gegen Led Zeppelin und behaupteten, die einleitenden Gitarren-Appregios von "Stairway to Heaven" wären von dem Spirit-Instrumentalstück "Taurus" kopiert.
Der lange Weg durch die Gerichte
Nachdem der Prozess 2016 zugunsten von Led Zeppelin entschieden wurde, legten die Kläger Berufung gegen das Urteil ein. Im Herbst 2018 entschied das Bundesberufungsgericht in San Francisco, der 9th Court of Appeals, dass der Richter einen Verfahrensfehler begangen hatte und nahm den Revisionsprozess 2019 auf.
Im Frühjahr 2020 entschied das Berufungsgericht in San Francisco jedoch, dass die Entscheidung des Richters 2016 richtig war, da nach dem 1971 geltenden Urheberrecht, dem Jahr, in dem "Stairway To Heaven" erschien, Tonaufnahmen nicht urheberrechtlich schützbar waren, sondern nur Notenpartituren. Diese ähneln sich bei den beiden Songs nicht ausreichend genug, um ein Plagiat nachzuweisen.
Die Entscheidung 9th Court of Appeals fiel nicht nur einstimmig, sondern erfolgte auch durch den gesamten Gerichtshof, ein relativ seltener Umstand, denn normalerweise entscheiden nur drei zufällig ausgewählte Richter.
Ein neuer Ansatz
Jetzt haben sich die Kläger einen neuen Ansatz ausgedacht, um den Prozess vielleicht doch noch zu gewinnen. Mit einer Petition an den Supreme Court, bittet Michael Skidmore, der Nachlassverwalter von Randy California, das oberste Gericht der USA, sich dem Plagiatsprozess anzunehmen und die vorherigen Entscheidungen der Richter erneut auf ihre Rechtmäßigkeit zu überprüfen.
Skidmores Petition beinhaltet, dass die Jury der vorherigen Gerichtsprozesse nicht alle Informationen erhalten hat, die sie gebraucht hätte, um eine informierte Entscheidung zu treffen. Dazu gehört, dass das Gericht während des Prozesses keine Möglichkeit bat, die Tonaufnahmen der beiden Songs anzuhören.
Da Skidmore hauptsächlich wegen der Ähnlichkeit der Aufnahmen und nicht der Ähnlichkeit der Partituren klagt, hält er dies für den Grund, warum das Urteil zugunsten von Led Zeppelin fiel.
Die Entscheidung steht noch aus
Das Urheberrecht auf Tonaufnahmen gibt es laut dem Court of Appeals jedoch erst seit 1976, also fünf Jahre nachdem "Stairway To Heaven" aufgenommen wurde. Jedoch würde dies bedeuten, dass sämtliche Tonaufnahmen, die vor 1976 aufgenommen wurden, rechtlich nicht geschützt sind.
Der Supreme Court tendiert dazu, eher solche Fälle anzunehmen, bei denen es divergierende Entscheidungen verschiedener Court of Appeals gibt, oder Fälle, die große grundsätzliche Bedeutung besitzen. Dementsprechend ist es fraglich, ob der Supreme Court diesen Fall annimmt. Am Ende sind die neun Richter in Washington aber vollkommen frei in ihrer Entscheidung.
Ähnliche Themen
Der Streit ist (vorerst) vorbei
Jake Holmes und Jimmy Page haben Urheberrechtsstreit wegen "Dazed and Confused" beigelegt
veröffentlicht am 04.08.2025 1
Interessanter Fall
Millionenklage gegen Chris Brown und Drake wegen Urheberrechtsverletzung
veröffentlicht am 01.11.2024 1
Prozess geht weiter
Rechtsstreit um "Levitating": Gericht lehnt Antrag auf Klageabweisung von Dua Lipa und Warner ab
veröffentlicht am 24.09.2024 1
Fragwürdige Vorwürfe
Angebliche Vetragsverletzung: Billy Joel wird von Schlagzeuger wegen "You May Be Right" verklagt
veröffentlicht am 10.09.2024 11
Streit wegen Enough
Cardi B, Warner Music u.a. wegen vermeintlicher Urheberrechtsverletzung verklagt
veröffentlicht am 22.07.2024 1