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Aufspüren verdächtiger Inhalte

YouTube erweitert "Likeness Detection": Neues Tool soll Vorgehen gegen Deepfakes erleichtern

News von BackstagePRO
veröffentlicht am 29.04.2026

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YouTube erweitert "Likeness Detection": Neues Tool soll Vorgehen gegen Deepfakes erleichtern

© freestocks.org

YouTube baut seine Schutzmaßnahmen gegen KI-Manipulation weiter aus. Das Unternehmen hat angekündigt, seine sogenannte Likeness Detection nun auch auf die Unterhaltungsbranche auszuweiten. Damit reagiert YouTube auf eines der drängendsten Probleme des KI-Zeitalters: Deepfakes und digitale Identitätskopien.

Mit generativer KI lassen sich Gesichter inzwischen täuschend echt in fremde Videos einbauen. Die Folgen reichen von Fake-Werbung über Rufschädigung bis hin zu Betrugsversuchen.

Plattformen wie YouTube stehen deshalb zunehmend unter Druck, Schutzmechanismen einzuführen. Die Likeness Detection soll diesen Anspruch erfüllen.

So funktioniert die Likeness Detection

Die Technologie funktioniert ähnlich wie YouTubes bekanntes Content-ID-System. Statt auf Urheberrechte ist es jedoch auf das digitale Erscheinungsbild einer Person ausgelegt, sodass das System KI-generierte Inhalte erkennen kann, in denen das Gesicht einer realen Person nachgebildet oder anderweitig "manipuliert" worden ist.

Wird ein verdächtiger Inhalt erkannt, erhalten berechtigte Teilnehmer Zugriff auf die Trefferliste und können entscheiden, ob sie gegen das Video vorgehen möchten. Das kann etwa über den Datenschutz- und Beschwerdeprozess von YouTube geschehen.

Keine automatische Löschung

Betroffene haben an dieser Stelle die Möglichkeit einen Antrag auf Entfernung der Inhalte aufgrund von Verletzung der Privatsphäre (Likeness Removal) oder der Verletzung des Urheberrechts (Copyright Removal Request) zu stellen. Zudem besteht die Option die Videos als Treffer ausblenden zu lassen, ohne Maßnahmen einzuleiten (Archivieren).

YouTube betont jedoch, dass nicht jede Beschwerde automatisch zu einer Löschung führt. Inhalte können unter gewissen Umständen erlaubt bleiben, etwa im Rahmen von Satire, Parodie oder legitimer Berichterstattung.

Erweiterung auf Stars und Entertainment-Branche

Nachdem das Tool bislang vor allem für ausgewählte Creator sowie etwas später auch für Journalisten, Politiker und Regierungsvertreter vorgesehen war, kündigt YouTube nun an, das Tool auch Schauspielern, Musikern, Sportlern und anderen bekannte Persönlicheiten zur Verfügung zu stellen, und zwar auch dann, wenn sie keinen eigenen YouTube-Kanal besitzen.

Für Hollywood, Musikindustrie und Management-Agenturen dürfte das ein wichtiger Fortschritt sein. Gerade prominente Persönlichkeiten werden immer häufiger Ziel von täuschend echten KI-Fälschungen. 

So funktioniert die Teilnahme

Wer das System nutzen möchte, muss zuvor seine Identität bestätigen. Laut Youtube erfolgt dies über ein offizielles Ausweisdokument sowie ein kurzes Selfie-Video. Anschließend erstellt das System biometrische Vergleichsdaten, um potenzielle Deepfakes automatisiert erkennen zu können.

Auf einem Kanal können sich dabei mehrere Personen registrieren, sofern sie regelmäßig vor der Kamera stehen. Das kann besonders für Unternehmen, Medienhäuser oder Creator-Teams interessant sein. Manager, Editoren und berechtigte Teammitglieder können auf diese Weise ebenfalls erkannte Treffer prüfen und Beschwerde einreichen.

Die bei der Registrierung erhobenen biometrischen Vergleichsdaten werden anschließend laut Support-Seite bis zu drei Jahre nach dem letzten Login gespeichert, sofern Nutzer ihre Zustimmung nicht vorher widerrufen oder das Konto löschen. Auch wer Likeness Detection deaktiviert, kann die Löschung dieser Daten veranlassen.

Noch im Testbetrieb

YouTube bezeichnet das System aktuell noch als experimentelle Funktion, was bedeutet, dass es momentan noch vorkommen kann, dass echte, unveränderte Videos ebenfalls gemeldet oder manipulierte Inhalte nicht erkannt werden. Außerdem kann manchen Ländern noch kein Zugriff bestehen. Feedback von Nutzern zur Verbesserung des Systems ist deshalb ausdrücklich erwünscht.

Derzeit erkennt das System außerdem ausschließlich visuelle Übereinstimmungen. Stimmen oder KI-generierte Sprachkopien werden aktuell noch nicht automatisch erkannt. YouTube kündigt jedoch an, die Funktion 2026 auch auf Audio-Inhalte ausweiten zu wollen.

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