Kurzfristige Einigung
YouTube und US-Verwertungsgesellschaft SESAC legen Streit bei und erneuern Lizenzvertrag
sesac verwertungsgesellschaft youtube
© freestocks.org
Von der kurzzeitigen Sperre betroffen waren Videos von namhaften Künstlern wie Adele, Bob Dylan, Kendrick Lamar, Mariah Carey und Nirvana. Die Videos sollten in den nächsten Stunden und Tagen wieder auf Youtube verfügbar sein.
Die User sahen stattdessen einen Sperrbildschirm mit folgender Botschaft: "This video contains content from SESAC. It is not available in your country", auf Deutsch: "Dieses Video enthält Inhalte von SESAC. Es ist in Ihrem Land nicht verfügbar."
SESAC nimmt YouTube-Angebot an
Unter Usern sorgte die kurzzeitige Sperre für großen Frust. Auf X erklärte Youtube aber, dass sich das Unternehmen weiterhin in Gesprächen mit der SESAC befände und sich um eine Einigung bemühe. Diese Verhandlungen haben offensichtlich nach kurzer Zeit zum Erfolg geführt.
Ein YouTube-Sprecher erklärte gegenüber The Hollwood Reporter, dass die SESAC ihre Entscheidung überdacht und das Angebot des Unternehmens angenommen hat. Dadurch haben beide Seiten den auslaufenden Lizenzvertrag erneuert.
Sperre hatte taktische Gründe
Eine mit dem Thema vertraute Person erklärte gegenüber dem Online-Magazin Variety, dass der bestehende Vertrag erst im Laufe dieser Woche ausläuft. Daneben deutete sie an, dass es sich bei der Aktion von YouTube um einen taktischen Verhandlungsschritt handeln könnte.
Die schnelle Einigung bestätigt die Vermutung. Vermutlich wollte YouTube den Druck auf die Verwertungsgesellschaft erhöhen – offenkundig mit Erfolg.
Vorgehen nicht ungewöhnlich
Die SESAC ist eine von mehreren Verwertungsgesellschaften in den USA und in Hinblick auf die Mitgliederzahl deutlich kleiner als ASCAP oder BMI. Jedoch zeigt die Liste der gesperrten Acts, dass ihr Marktanteil nicht zu unterschätzen ist.
Wie die anderen Verwertungsgesellschaften erhebt sie Lizenzgebühren für die Nutzung der von ihr vertretenen Songwriter, Komponisten und Musikverlage. Wenn sich Rechteinhaber und Plattform nicht auf eine Lizenzvereinbarung einigen können, kann die Plattform die Videos nicht mehr anbieten.
Wie damals bei der GEMA
Der kurze Konflikt erinnert an einen weitaus längeren Streit zwischen YouTube und der GEMA, der Deutschland in Aufruhr versetzte, da viele Musikvideos nicht mehr auf YouTube erhältlich waren. Stattdessen sahen User Sperrbildschirme mit teilweise irreführenden Mitteilungen.
Damals ging es aber nicht um einen auslaufenden Lizenzvertrag, sondern um die Weigerung von YouTube, überhaupt Lizenzgebühren für Musik zu zahlen.
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