Andere Herangehensweise
Amazon Music bietet Abo-Bundle in den USA an, zahlt aber weiterhin volle Tantiemen an Musiker
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© Waldemar Brandt
Im April kündigte Spotify an, seine Premium-Tarife neu zu strukturieren, indem es Musik und Hörbücher als "Bundles" kombiniert.
Bereits im Oktober 2023 hatte Spotify damit begonnen, seinen Premium-Tarifen "kostenlos" 15 Stunden Hörbücher hinzuzufügen, indem es den Zugang zu Hörbüchern mit dem Premium-Abo "bündelte".
Spotify profitiert von Bündelungsrabatt
Dies führte dazu, dass Spotify in den USA aktuell niedrigere Tantiemen an Musikverlage und Songwriter zahlt. Berechnungen zufolge geht es allein in den ersten 12 Monaten um 150 Millionen US-Dollar.
Grund dafür ist, dass in den USA geringere Tantiemenzahlungen für Musik geleistet werden müssen, wenn diese als Teil eines Bundles angeboten wird. Das wurde 2022 zwischen Streamingservices und Rechteinhabern im Rahmen der als Phonerecords IV bekannten Verhandlungen über Lizenzzahlungen für Streaming-Dienste vereinbart.
Klagen gegen Spotify
Nach Bekanntgabe der Pläne erreichte Spotify Kritik von diversen amerikanischen Musikverlagen und Songwritern, die dem Konzern vorwerfen, dass er Musik auf diese Weise entwerte. Spotify wiederum beharrt darauf, sich mithilfe der neuen Abo-Modelle besser an die Bedürfnisse seiner Nutzer anpassen zu wollen.
Der Streit mündete schließlich in einer Klage der US-Verwertungsgesellschaft MLC, die der Ansicht ist, dass Spotifys Hauptabonnement nicht als Bundle betrachtet werden sollte, sodass der Streaming-Gigant insgesamt zu niedrige Lizenzgebühren an Songwriter und Verleger gezahlt habe.
Amazon Music geht anderen Weg
Nun wurde bekannt, dass Amazon Music ebenfalls plant, sein Premium-Abo mit Hörbüchern zu bündeln. Demnach haben Abonnenten von Amazon Music Unlimited in den USA, Großbritannien und Kanada ab sofort die Möglichkeit, pro Monat jeweils ein Hörbuch in beliebiger Länge auf der Plattform Audible anzuhören. Diese wurde 2008 von Amazon übernommen.
Dennoch sieht es aktuell nicht danach aus, dass Amazon ebenfalls plant, seine Lizenzzahlungen zu verringern. Darauf lassen zumindest die Statements vom Unternehmen selbst sowie der National Music Publishers' Association (NMPA) schließen, die große Verlage wie Sony Music, Universal Music und Warner Music vertritt.
So antwortete Steve Boom, Vizepräsident für Audio bei Amazon, auf die Frage nach möglichen Auswirkungen der Bundles auf die Höhe der Tantiemen folgendes:
"Wir haben im Moment nichts anzukündigen [in Bezug auf mögliche Auswirkungen auf die Tantiemen], aber wir versuchen wirklich, einen partnerschaftlichen Ansatz zu verfolgen und sehr eng mit ihnen [den Musikverlagen] zusammenzuarbeiten."
"Produktiver Umgang"
Auch NMPA-CEO David Israelite äußerte sich zuversichtlich zu dem neuen Abo-Bundle von Amazon Music:
"Im Gegensatz zu Spotify hat Amazon einen respektvollen und produktiven Umgang mit der Musikverlags- und Songwritingbranche gepflegt. Wir gehen davon aus, dass dieses neue Amazon-Paket die Einnahmen der Songwriter nicht mindert. Anders als Spotify betrachtet Amazon Musikschaffende als Geschäftspartner und versucht, vor der ersten Runde der Lizenzzahlungen einen Deal abzuschließen."
Natürlich ist nicht auszuschließen, dass Amazon Music in Zukunft doch noch versuchen könnte, mit Verweis auf sein Bundle-Abo weniger Tantiemen zu zahlen. Möglich ist, dass der Konzern dies auch vom Ausgang des Gerichtsverfahrens gegen Spotify abhängig macht. Sollte Spotify Recht bekommen, könnte Amazon also nachziehen.
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