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Zukunftsweisend?

Ansteckungsrisiko laut Studie in Schulen und Büros deutlich höher als in Kulturstätten

News von Backstage PRO
veröffentlicht am 16.02.2021

coronakrise

Ansteckungsrisiko laut Studie in Schulen und Büros deutlich höher als in Kulturstätten

© Wendy Wei via Pexels

Eine Studie aus Berlin lieferte Ergebnisse, die relevant für die Zukunft der Kulturbranche sein könnten. Nach diesen soll das Infektionspotential in Kulturstätten viel geringer sein als in Schulen, Büros und Einzelhandelsgeschäften.

In einer Studie der TU Berlin verglichen Wissenschaftler/innen den Aufenthalt in verschiedenen Innenräumen auf Basis eines Infektionsrisikomodells miteinander. Dabei ermittelten die Verantwortlichen die situationsbedingten R-Werte voraus, nach denen die Ansteckungsgefahr in Kulturstätten um einiges geringer sein soll als in Klassenzimmern oder Büroräumen. 

Wovon hängt das Infektionsrisiko ab?

Für das Infektionsrisiko sei die eingeatmete Dosis ausschlaggebend, die wiederum von Faktoren wie Quellstärke, Atemaktivität, Aerosolkonzentration und Aufenthaltsdauer im Raum bestimmt wird. Durch das Tragen einer Maske können sowohl der Aerosolausstoß als auch die eingeatmete Menge verringert werden.

Außerdem hat die Art der Aktivität – also ob jemand atmet, spricht, singt, sitzt, geht oder sich körperlich betätigt – einen Einfluss darauf, wie viele potentiell virenbeladene Aerosolpartikel ausgeatmet und wieviele davon wiederum von gesunden Personen eingeatmet werden. 

Infektionsrisikomodell als Basis

In ihrer vergleichenden Bewertung gingen die Wissenschaftler von dem Fall aus, dass sich eine infizierte Person gemeinsam mit vielen weiteren gesunden Menschen in einem Raum befindet. Dabei wurde der sog. Rs-Wert ermittelt, also die "Anzahl Angesteckter bei einer gleichzeitig anwesenden infizierten Person."

Diese berechneten Zahlen können als Vergleichsgröße fungieren, "selbst wenn die Berechnung des Rs-Wertes nicht ausreichend evidenzbasiert ist." Es geht hier lediglich darum, das Ansteckungspotential in verschiedenen Kontexten zueinander in Beziehung zu setzen. 

Enorme Aussagekraft der Ergebnisse

Die Ergebnisse sind vielsagend: Der Innenraum einer Kulturstätte soll den mit Abstand niedrigsten Rs-Wert haben. So ist der Besuch eines Theaters, einer Oper oder eines Museums mit 30 Prozent Belegung und unter Einhaltung der Maskenpflicht laut der Studie nicht annähernd so risikoreich wie die Teilnahme im Präsenzunterricht einer Oberschule. 

Selbst wenn das Klassenzimmer nur zur Hälfte belegt sei und die Schüler/innen eine Maske tragen, sei das Risiko dennoch fast sechs Mal höher als in einem Theatersaal, der zu knapp einem Drittel besetzt ist. 

Der höchste Rs-Wert wurde im Oberschulunterricht mit vollständiger Ausschöpfung der Sitzplatzkapazität ohne Maskenpflicht festgestellt. Hier soll es für Beteiligte 23-mal wahrscheinlicher sein, sich anzustecken, als für geschützte Besucher/innen des zu 30 Prozent besetzten Kulturraumes. 

Auch in einem Mehrpersonenbüro ist die prognostizierte Ansteckungsgefahr trotz 20 prozentiger Besetzung und Maske dreimal höher als in der genannten Kulturstätte. Im Supermarkt ist sie laut Studie doppelt so hoch, selbst wenn alle die Maskenpflicht einhalten. 

Von Kulturstätten mit 30-prozentiger Besetzung geht laut Ergebnissen das niedrigste Ansteckungsrisiko aus.

Von Kulturstätten mit 30-prozentiger Besetzung geht laut Ergebnissen das niedrigste Ansteckungsrisiko aus., © TU Berlin

Zukunftsweisend? 

Zwar wurden in der Studie noch nicht die neuen Mutationen berücksichtigt, doch kann diese trotzdem richtungsweisend sein für zukünftige Planungen im Zuge der Wiederbelebung der Kulturbranche. Vertraut man den Ergebnissen, sollten Kulturstätten das geringste Problem im Infektionsgeschehen sein, eine Öffnung dementsprechend möglich – im besten Fall unterstützt durch einen Ausfallfonds nach niederländischem Modell

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