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Ausgabe #8 2019: Shouts hoch zwei

#Backstagestories: Mit Mein Kopf ist ein brutaler Ort auf dem Karben Open Air

Interview von Reinhard Goebels
veröffentlicht am 27.08.2019

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#Backstagestories: Mit Mein Kopf ist ein brutaler Ort auf dem Karben Open Air

Gut gelaunt am Merch-Stand: Mein Kopf ist ein brutaler Ort auf dem Karben Open Air. © Reinhard Goebels

Backstage PRO und König & Meyer blicken hinter die Kulissen: Jeden Monat besuchen wir eine Band Backstage bei einer Show und berichten hautnah über ihren Live-Alltag. Diesmal haben uns Mein Kopf ist ein brutaler Ort auf das Karben Open Air eingeladen.

Gemeinsam mit König & Meyer bringen wir euch den Live-Alltag anderer Bands näher! Für das Format #Backstagestories besuchen wir jeden Monat eine Band vor einer Show und begleiten Sie auf Schritt und Tritt – von der Ankunft bei der Location bis zur Stage Time.

In unseren Interviews geben die Bands zudem selbst Einblicke, wie sie sich auf eine Show oder eine Tour vorbereiten, welche Emotionen sie dabei begleiten und welche Gewohnheiten, Rituale oder Macken sie pflegen. Weitere Bilder, Videos und Infos findet ihr bei König & Meyer auf Instagram sowie auf der #Backstagestories-Kampagnenseite!

Ihr wollt, dass wir euch vor der Show besuchen? Dann ladet uns unter folgendem Link ein: https://www.backstagepro.de/backstage-stories-2019

Unabhängig davon bietet euch König & Meyer vierteljährlich die Chance auf ein Bandwochenende plus Equipment im Wert von 500 €. Was ihr dafür tun müsst, erfahrt ihr hier.

Ausgabe #8 2019: Mit Mein Kopf ist ein Brutaler Ort auf dem Karben Open Air

Die Frankfurter Band Mein Kopf ist ein brutaler Ort wurde 2012 gegründet und verbindet Einflüsse aus Thrash Metal, Groove Metal, Hardcore und Stoner zu einem runden, knallharten Ganzen. Von "neuer Frankfurter Härte" spricht die Band beim dezibelstarken Gebräu, mit dem sie ihren Fans regelmäßig einen ordentlichen Energieschub verleiht.

Man kann es natürlich auch mit den Worten von Gitarrist Attila beschreiben: "Wir machen Musik mit jeder Menge Punch und pentatonischem Quietschen", erklärt er uns augenzwinkernd. Dazu shoutet sich das Frontmann-Duo bestehend aus Christian und Patrick die Seele sowie klischeefreie und ausdrucksstarke deutsche Texte aus dem Leib bzw. dem besagten brutalen Ort. 2015 erschien das erste vollständige Album "Brutalin", 2018 erfolgte mit "Selbstmitleitkultur" der Dampfhammer-Nachschlag.

Immer eine Hand frei

Wir treffen die Band bei herrlichem Sommerwetter auf dem Karben Open Air. "Es ist super hier und wirklich gut organisiert", verrät uns Sänger Christian und fügt lachend hinzu "man muss eigentlich nichts selbst anheben, das ist schon geil". Viel zum Anheben hat die Band jedoch ohnehin nicht dabei, sondern ist bezüglich des Equipments eher "leichtgewichtig" unterwegs.

Großer Vorteil handlicher Amps: Man hat immer mal eine Hand fürs Wesentliche frei.

Großer Vorteil handlicher Amps: Man hat immer mal eine Hand fürs Wesentliche frei., © Reinhard Goebels

"Das hat sich mit der Zeit so ergeben, da sich bezüglich der Lunchbox-Amps in den letzten Jahren viel getan hat", erklärt Ralf. Die Vorteile liegen auf der Hand: "Vor zehn Jahren habe ich nicht gleichzeitig zwei Amps und ein Bier in der Hand getragen", so der Gitarrist weiter, und Christian ergänzt: "Außerdem sparen wir dadurch Platz im Kofferaum, den wir für einen zusätzlichen Sänger nutzen können". (Anmerkung d. Red.: Ein Statement von Sänger Patrick liegt uns diesbezüglich leider nicht vor.)

Pyrotechnik im Garten

Während sich Bassist Jürgen ein wenig abhetzen darf und berufsbedingt etwas später aufschlägt, macht es sich der Rest der Band erst einmal im großzügigen Backstage-Areal bequem und gönnt sich zur Erfrischung ein kühles Blondes, bevor der Merch-Stand aufgebaut wird.

Bei der Bühnenbegehung dann eine Hiobsbotschaft: Der Einsatz von Pyrotechnik sei aus Sicherheitsgründen nicht gestattet, infomiert ein Verantwortlicher die Band. "Jetzt haben wir uns extra den Bühnenaufbau von Rammstein 1998 gekauft", beklagt sich Ralf. Doch Schlagzeuger Joni bleibt pragmatisch: "Müssen wir später im Garten zünden." Als Ralf und Joni anschließend eine Runde über den Zeltplatz drehen, sind sie auf Anhieb so begeistert, dass sie gleich Pläne schmieden, als Besucher wiederzukehren.

Das Leiden eines Sängers

Während des Aufbaus auf der Bühne räumt Christian mit dem Klischee auf, dass es Sänger besonders gut haben, weil sie sich vor einer Show nicht mit Equipment herumplagen müssen. Gleichzeitig erhalten wir tiefe Einblicke in sein Seelenleben: "Ich hab das Gefühl, ich stehe hier gerade nur im Weg herum. Das ist glaub ich einfach so als Sänger, da muss man durch. Damit muss man auch umgehen können. Irgendwann ist es dann auch vorbei und man steht nicht mehr im Weg," witzelt er.

Glücklicherweise bietet die Hauptbühne auf dem Karben Open Air jede Menge Platz, schließlich haben Mein Kopf ist ein brutaler Ort gleich zwei Shouter am Start, die im Weg stehen können. Vorbildlich: Patrick hat sich rücksichtsvoll beiseite geräumt und selbstlos auf einem freien Fleck in der Sonne auf dem Drum-Riser platzgenommen.

Noch ist alles ruhig auf der Haupbühne, auf der Mein Kopf ist ein brutaler Ort später Vollgas geben werden.

Noch ist alles ruhig auf der Haupbühne, auf der Mein Kopf ist ein brutaler Ort später Vollgas geben werden., © Reinhard Goebels

Zum Frontmann berufen fühlte sich Patrick eigentlich nicht, erfahren wir zwischendurch von ihm: "Ursprünglich wollte ich ja Gitarrist werden. Aber man gewöhnt sich daran, vorne zu stehen". Bei der folgenden Show wird klar, dass er sich offenbar äußerst gut daran gewöhnt hat.

Von Ralf erfahren wir indes im Interview, wie die Band ihre Auftritte organisiert und was sich davor noch alles abspielt.

"Ohne Foto bekommen wir das Equipment nicht mehr genauso ins Auto"

Backstage PRO: Wie organisiert ihr den Transport eures Equipments sowie den Auf- und Abbau?

Ralf: Da wir ja sechs Musiker sind, kommen wir häufig – besonders bei weiter entfernten Auftritten – nicht darum herum, einen Bus mit ordentlich Sitz- und Ladefläche zu mieten. Da wir ja aber seit ein paar Jahren unser Equipment handlicher gestaltet haben, reichen uns bei Auftritten in der näheren Umgebung meistens sogar unsere Autos.

Normalerweise treffen wir uns zentral bei unserem Gitarristen und verladen dann alles zusammen. Ganz wichtig: Ergebnisfoto vom Bus-Tetris machen, sonst kriegt man das alles nie wieder so rein – speziell nicht um zwölf Uhr nachts in einem dunklen Hinterhof mit ein paar Bier intus.

Backstage PRO: Wie sieht denn in der Regel eure “Road Crew” aus?

Ralf: Generell sind noch unser Tontechniker Michael für den optimalen Sound und unser "Bemb-"Al für Merch und gute Laune mit am Start. Seit Richie und Headbanger ihre Jobs bei uns gekündigt haben, sind wir ohne Roadies unterwegs. Also, wenn sich jemand berufen fühlt...

Backstage PRO: Gibt es bei einzelnen Bandmitgliedern von euch bestimmte “Macken”, wenn es ums Touren und Auftreten geht?

Ralf: Jeder hat da bei uns wohl so ein paar Eigenarten, das fängt an bei den „Glücksschuhen“, die vor jedem Auftritt gegen die „normalen“ getauscht werden müssen, geht weiter über bestimmte Shirts, die getragen werden und hört dabei auf, dass einer natürlich eine Minute vor Show-Beginn nochmal, naja, ihr könnts euch vorstellen: muss, eben.

Neben der Bühne wird das Equipment gelagert.

Neben der Bühne wird das Equipment gelagert., © Reinhard Goebels

"In unserem Metal-Flohzirkus kann immer etwas passieren"

Backstage PRO: Abgesehen von eurem Equipment: Was muss bei einer Show oder einer Tour unbedingt dabei sein?

Ralf: Publikum ist immer ganz gut. Und wenn wir komplett zur gleichen Zeit am gleichen Ort sind, hilft das auch meistens (lacht). Abgesehen davon natürlich auf jeden Fall gute Laune, und ein halbwegs ordentlicher Plan, wie und wann wir entspannt von A nach B kommen.

Mit sechs bis acht Leuten in unserem Metal-Flohzirkus kann eben immer irgendwas passieren. Ein ordentlicher Getränkevorrat und Flüssignahrung darf natürlich auch nicht fehlen. Ach, und Deo in einem vollbesetzten Sprinter ist nie ne schlechte Idee!

"Jeder von uns weiß, was zu tun ist"

Backstage PRO: Lasst ihr es vor einer Show lieber krachen oder ruhig und konzentriert angehen? Habt ihr gar bestimmte Rituale?

Ralf: Wenn wir bei der Location ankommen, verschaffen wir uns erstmal einen Überblick und quatschen mit den Veranstaltern und Verantwortlichen vor Ort. Da wir schon ein recht eingespieltes Team sind, weiß eigentlich jeder, was bei Aufbau und Soundcheck zu tun ist.

Wir entspannen dann noch etwas in der Location und sehen uns auch gern die anderen Bands an. Ungefähr eine halbe Stunde vor unserem Auftritt ziehen wir uns dann in den Backstage zurück, wärmen uns auf, stimmen und futtern nochmal ein belegtes Brötchen. Kurz vorher wird sich nochmal versammelt, abgeklatscht und dann geht es rauf auf die Bühne.

Die Ruhe in Person: Patrick vor dem Soundcheck.

Die Ruhe in Person: Patrick vor dem Soundcheck., © Reinhard Goebels

"Warm-Ups sind bei unseren physisch anspruchsvollen Shows hilfreich"

Backstage PRO: Wie wichtig sind euch gezielte Warm-Up-Übungen und wie sehen diese bei euch aus?

Ralf: Die Instrumentalisten machen meistens ein paar Warm-Up-Übungen im Backstage und stretchen auch Arme und Schultern mal. Unsere Sänger singen sich vor dem Auftritt gerne ein paar Minuten ein. Wir können zwar, wenn es der Timetable erfordert, auch von null auf hundert starten, aber bei unserer recht physischen Art der Auftritte ist Aufwärmen auf jeden Fall sinnvoll und hilfreich.

Backstage PRO: Habt ihr bestimmte Anforderungen an den Backstage-Bereich einer Location?

Ralf: Wir sind da ziemlich pflegeleicht, solange Aufenthaltsraum und Toilette getrennte Räume sind und das Verhältnis von Bier zu anwesenden Personen größer als 1 ist kommen wir zurecht. Ein ruhiger und entspannter Backstage-Bereich ist aber immer gern gesehen.

"Die Feier mit Doyle war legendär"

Backstage PRO: Was war euer einprägsamstes Backstage-Erlebnis?

Ralf: Zusammen mit den Jungs von Doyle (Anmerkung d. Red.: Band des ehemaligen Misfits-Gitarristen) im Backstage den Doppelgeburtstag von unserem Booker und deren Tourmanager feiern war schon legendär. Merke: Auch Düster-Metaller lassen sich von Partyhüten mitreißen (lacht)

Backstage PRO: Wie entspannt ihr nach einer Show?

Ralf: Da gibt es bei uns eigentlich keine festen Abläufe. Eine Diskussion mit der kanadischen Vorband über Schweizer Käse, ein Late-Night Ping-Pong Match oder einfach nur ein gemeinsames Bierchen an der Bar, wir geben uns da ganz der Situation hin.

Backstage PRO: Danke für das Gespräch!

Ihr wollt eure Stories auch mit uns teilen? So geht ihr vor!

Steht bei euch der ein oder andere coolen Gig an? Dann checkt jetzt, ob ihr euer Bandprofil bei Backstage PRO mit euren neusten Bandinfos, Fotos und Songs versehen und natürlich eure bevorstehenden Gigs eingetragen habt. Alles auf dem neusten Stand? Dann könnt ihr uns ganz einfach hier zu euren Shows einladen. Unter allen teilnehmenden Bands wählen wir jeden Monat eine für ein Feature aus. Seid dabei!

Die Spannung steigt: Gleich geht es raus auf die Bühne...

Die Spannung steigt: Gleich geht es raus auf die Bühne..., © Reinhard Goebels

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