Mega-Deal in der Musikbranche
BMG und Concord fusionieren zu einem der weltweit größten Musikunternehmen
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Thomas Coesfeld und Bob Valentine, das neue Führungsduo von BMG/Concord. © BMG/Concord
Laut Pressemitteilung wird die fusionierte Gesellschaft ihren globalen Hauptsitz in Nashville, USA haben, während Berlin als europäischer Hauptsitz fungieren wird. Auch die Führungsrollen sind bereits verteilt. Gerüchte über eine Fusion der beiden Unternehmen gibt es schon länger.
Neue Strukturen
So wird Bob Valentine (bisher Concord) als CEO des kombinierten Unternehmens agieren, während Thomas Coesfeld (bisher BMG) die Position als Chairman übernimmt. Außerdem soll Coesfeld wie bereits angekündigt zum 1. Januar 2027 den Vorstandsvorsitz von Bertelsmann übernehmen.
Das Verlagsgeschäft wird künftig unter dem Namen BMG Publishing geführt, während der Labelbereich als Concord Records weitergeführt wird. Damit bleiben beide etablierten Marken weiterhin sichtbar und sollen ihre jeweilige Marktstärke behalten.
Nach Abschluss der Transaktion wird Bertelsmann rund 67 Prozent am neuen Unternehmen halten. Die übrigen 33 Prozent gehen an Affiliates von Great Mountain Partners, dem Eigentümer von Concord. Zusätzlich erhalten diese eine einmalige Barzahlung in Höhe von 1,16 Milliarden US-Dollar.
Ausgangslage und zukünftige Pläne
Finanziell startet das neue Unternehmen mit einer beachtlichen Basis. Für das Jahr 2026 wird ein Pro-forma-EBITDA von mehr als 730 Millionen US-Dollar erwartet. Mittelfristig peilt das Unternehmen ein EBITDA von 1,2 Milliarden US-Dollar an.
Dieses Wachstum soll durch organische Expansion, weitere Übernahmen sowie Synergieeffekte innerhalb der neuen Struktur erreicht werden. Gleichzeitig will das Unternehmen neue Erlösquellen über Streaming-Dienste, Plattformpartnerschaften und neue Formate erschließen.
Hohe Investitionen
Sowohl BMG als auch Concord gehörten bereits vor der Fusion zu den aktivsten Invesetoren im internationalen Musikmarkt. BMG investierte seit 2021 im Rahmen des Bertelsmann-Programms "Boost" mehr als 1,5 Milliarden US-Dollar in den Erwerb von Musikrechten und zusätzlich hohe Summen in Signings, Lizenzen und Technologie.
Concord investierte seit 2020 sogar mehr als 3 Milliarden US-Dollar in Akquisitionen aus den Bereichen Publishing, Labelgeschäft, Theaterrechte und Vertrieb. Nach Unternehmensangaben hat Concord Vertragsverhältnisse mit mehr als 125.000 Künstler und Songwriter weltweit.
Behörden müssen zustimmen
BMG und Concord werden durch diesen Zusammenschluss künftig die Bereiche Musikverlag, Labelgeschäft, Theaterrechte und Digitale Distribution abdecken. Ziel ist es, durch größere Reichweite, stärkere Marktposition und zusätzliche Investitionen in Technologie, Rechtekataloge und Talente langfristig schneller zu wachsen.
Zum Künstler- und Rechteportfolio des neuen Unternehmens werden schließlich unter anderem Werke von und Partnerschaften mit Paul Simon, Lainey Wilson, will.i.am, Tina Turner, Phil Collins, R.E.M., Creedence Clearwater Revival und Daddy Yankee sowie Produktionen wie "Hamilton" und "The Sound of Music" gehören.
Bevor der Zusammenschluss endgültig vollzogen werden kann, müssen noch die zuständigen Wettbewerbsbehörden zustimmen. Der Abschluss der Transaktion wird derzeit für das zweite Halbjahr 2026 erwartet.
Das vierte Major Label
In der offiziellen Pressemitteilung sprechen BMG und Concord davon, das neue Unternehmen sei ein "Independent-Musikunternehmen". Tatsächlich besitzt das fusionierte Unternehmen eine Größe, die es durchaus rechtfertigt, es auf eine Stufe mit UMG, Sony und Warner zu stellen. Den Indie-Mantel, in die sich die Fusion hüllt, sollte man also nicht allzu ernst nehmen.
Wichtiger als die Frage ob Indie oder Major ist die Herausforderung zwei völlig unterschiedliche Unternehmenskulturen zu integrieren. Das wird mit Sicherheit nicht ohne Reibungen abgehen, zumal Bertelsmann de facto Concord übernommen hat und damit die wirklich wichtigen Entscheidungen in Gütersloh getroffen werden.
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