Ein neuer Riese im Musikmarkt entsteht
BMG und Concord schließen Zusammenschluss ab
Bob Valentine ist neuer CEO von BMG. © BMG
Nach der Zustimmung der zuständigen Wettbewerbsbehörden ist der Zusammenschluss von BMG und Concord abgeschlossen. Das kombinierte Unternehmen tritt künftig unter dem Namen BMG auf und wird seinen weltweiten Hauptsitz in Nashville haben. Berlin bleibt als Europazentrale ein wichtiger Standort.
Bertelsmann hält 67 Prozent der Anteile an dem neuen Unternehmen. Die bisherigen Concord-Eigentümer von Great Mountain Partners bleiben mit 33 Prozent beteiligt und erhalten zusätzlich eine einmalige Barzahlung in Höhe von 1,16 Mrd. US-Dollar.
Mit dem Zusammenschluss erweitert BMG sein Geschäft erheblich. Das Unternehmen ist künftig in den Bereichen Musikverlag, Recorded Music, Theaterrechte, digitale Distribution sowie Film & TV aktiv und verfügt über einen Katalog von mehr als vier Millionen Werken.
BMG setzt sich hohe Wachstumsziele
Mittelfristig strebt das kombinierte Unternehmen einen Umsatz von mehr als 2,5 Mrd. US-Dollar und ein EBITDA von 1,2 Mrd. US-Dollar an. Weitere Investitionen sollen unter anderem in Musikrechte, Künstler und Songwriter sowie Technologie und Künstliche Intelligenz fließen.
BMG selbst war vor dem Zusammenschluss zuletzt deutlich gewachsen. Im ersten Halbjahr 2026 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 444 Mio. Euro, fünf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Organisch, also ohne Effekte unter anderem aus Zu- und Verkäufen sowie Wechselkursveränderungen, lag das Wachstum bei acht Prozent.
Das operative EBITDA stieg um vier Prozent auf 127 Mio. Euro. Die EBITDA-Marge blieb mit 29 Prozent auf dem Rekordniveau des Vorjahres. Wachstumstreiber waren nach Unternehmensangaben unter anderem Streaming-Abonnements im Recorded-Music-Geschäft, neue Veröffentlichungen und Investitionen in Musikrechte. Seit 2021 hat BMG über das "Boost"-Programm von Bertelsmann nach eigenen Angaben 1,8 Mrd. US-Dollar in Musikkataloge investiert.
Bob Valentine übernimmt Führung
Mit Abschluss der Transaktion verändert sich auch die Führung von BMG. Bob Valentine, bislang CEO von Concord, übernimmt die Position des Chief Executive Officers. Der bisherige BMG-CEO Thomas Coesfeld wird Chairman.
Dem neuen Board of Directors gehören neben Coesfeld Johannes von Schwarzkopf und Rolf Hellermann von Bertelsmann sowie Alex Thomson von Great Mountain Partners und Concord-Mitgründer Steve Smith an.
"Mit dem Abschluss dieser Transaktion beginnt ein neues Kapitel für BMG", erklärt Coesfeld. Durch die größere Reichweite und zusätzliche Ressourcen wolle das Unternehmen seine Investitionen in Musikschaffende, Musikrechte und KI weiter ausbauen.
BMG und Concord hatten den geplanten Zusammenschluss Ende April 2026 angekündigt. Nach Angaben der Unternehmen haben inzwischen alle zuständigen Wettbewerbsbehörden der Transaktion zugestimmt.
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