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Musikalische Zeitreise

Bulgariens öffentlich-rechtlicher Rundfunk spielt nur noch Musik aus den Jahren vor 1946

News von Backstage PRO
veröffentlicht am 06.03.2017

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Bulgariens öffentlich-rechtlicher Rundfunk spielt nur noch Musik aus den Jahren vor 1946

© taylor.a auf Flickr (https://www.flickr.com/p/7hoiqn) / Lizenz: CC BY 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/)

Nachdem sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk Bulgariens und der Rechteverwerter Musicautor zerstritten haben, spielt der Sender nur noch Musik von vor 1946. Die Hörer scheinen es zu lieben.

Bereits seit einigen Wochen lebt Bulgarien in der Vergangenheit, zumindest was die Musikauswahl des öffentlich-rechtlichen Rundfunks anbelangt: Aufgrund eines Streits zwischen dem Bulgarischen Nationalen Hörfunk (BNR) und dem Rechteverwerter Musicautor spielt das öffentlich-rechtliche Radio nur noch ältere Musik.

Der Streit

Laut der New York Times wurden diese drastischen Schritte notwendig, nachdem der Vertrag zwischen Musicautor und dem BNR gekündigt wurde. Dem Radio stand somit die breite Palette der von Musicautor verwalteten Songs nicht mehr zur Verfügung. Vorausgegangen war der Kündigung eine drastische Erhöhung der Lizenzgebühren von ca. 500.000 Lew (ca. 255.000 Euro) auf 1,8 Millionen Lew (ca. 920.000 Euro), die der Radiosender nicht tragen konnte.

Um den Hörern trotzdem ein Programm bieten zu können, griff der BNR kurzerhand auf Titel von vor dem Jahr 1946 zurück, deren Rechte nicht von Musicautor verwaltet werden. So bietet der Sender seit Anfang des Jahres frühen Jazz, Klassik und traditionelle Folkmusik – mit erstaunlichem Erfolg: Knapp 20% mehr Hörer konnte der Sender im Januar gewinnen.

Die Kehrseite

Auch wenn die Hörerzahlen zeigen, dass wohl starke Sympathien auf Seiten des BNR liegen, berichtet das Nachrichtenportal Novinite, dass die Forderungen der Verwertungsgesellschaft Musicautor nicht von ungefähr zu kommen scheinen. 

Laut Musicautor bezahlt das BNR knapp 1% der staatlichen Förderung sowie 4,55% des Werbe-Ertrages für die Verwendung des von Musicautor verwalteten Kataloges – ein Beitrag, der so niedrig ist wie in keinem anderen EU-Land. Mit der Gebührenanpassung wollte man die Beitragszahlungen auf ein internationales Niveau heben, gibt Musicautor an.

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