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Vinyl lebt – schon wieder oder immer noch?

Der Record Store Day in den USA verhilft Vinyl zu geschichtsträchtigen Verkaufszahlen

News von Backstage PRO
veröffentlicht am 25.04.2019

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Der Record Store Day in den USA verhilft Vinyl zu geschichtsträchtigen Verkaufszahlen

© Andreas Printz auf Flickr / Lizenz: CC0

Seit 2007 rückt der Record Store Day die unabhängigen Plattenläden auf der ganzen Welt einmal jährlich ins Rampenlicht: Besondere Angebote, Parties und Konzerte locken Schallplattenfreaks und Musiknerds weg von Discogs in den nächsten Plattenladen ihrer Wahl.

Wie Billboard unter Verweis auf Nielsen Music berichtet, bescherte der Record Store Day (RSD) 2019 den Indie-Plattenläden in den Vereinigten Staaten einen Rekord: Zwischen dem RSD am 13. April und dem Ende des Messzeitraums von Nielsen Music am 18. wurden 827.000 Schallplatten verkauft.

Geschichtsträchtig

Das stellt nicht nur einen neuen Rekord für den Record Store Day dar – der bisherige Rekord waren 733.000 verkaufte Platten zur RSD-Woche 2018 –, sondern ist auch der dritterfolgreichste Verkaufszeitraum für Schallplatten in den USA seit Beginn der Messungen im Jahr 1991. 

Weiterhin gibt Nielsen an, dass 673.000 der Alben durch unabhängigen Plattenläden verkauft wurden – 16 Prozent mehr als noch im Vorjahr. 

Ausreißer

Allerdings bedeutet dieses durchaus positive Ergebnis zum Record Store Day nun keine allgemeine Rückkehr physischer Medien: Der gigantische Anstieg der Vinyl-Verkäufe in der RSD-Woche (immerhin +193 Prozent) ist wohl nur eine einmalige Spitze, die abseits des Event-Formats wieder auf Normalniveau zurückfällt.

Weiterhin zeigen die Zahlen auch, dass Vinyl trotz des kurzzeitigen Boom ein Nischenmedium bleibt: Bei 40,4 Prozent der verkauften Tonträgern (CDs, Kassetten, Vinyl, ...) in der angegebenen Woche handelte es sich um Schallplatten – der Anteil der verkauften Vinyl-Alben an den gesamten Albenverkäufen, also Tonträger und Digital, lag bei bloß 29,5 Prozent. 

Vom Aussterben bedroht

Auch heißt die kurze Spitze nicht, dass das nun schon häufiger für tot befundene Format des Musikalbums eine triumphale Rückkehr feiert: Bei den Top-Sellern des RSD handelt es sich fast ausschließlich um Re-Issues, Live-Alben und Raritäten aus dem Rock-Segment – Material, das sich insbesondere an eine ältere Generation richtet (Grateful Dead, Bob Dylan, Pink Floyd, ...).

Vinyl-Veröffentlichungen aus dem momentan unter Jungendlichen so populären – tendenziell streaming-affinen und Album-scheuen – Hip Hop-Bereich stellten in den Top 25 der am RSD verkauften Platten eher eine Ausnahme dar.

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