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Dringender Appell

Deutsche Jazzverbände fordern Rücknahme der Kürzungen und höhere Investitionen in Kultur

News von BackstagePRO
veröffentlicht am 13.12.2024

musikförderung jazz kulturpolitik

Deutsche Jazzverbände fordern Rücknahme der Kürzungen und höhere Investitionen in Kultur

© Cottonbro Studio via pexels.com

Dreizehn Jazzverbände Deutschlands wenden sich am 11. Dezember 2024 mit einem gemeinsamen Appell an die Politik. Sie warnen vor verheerenden Folgen, die der Jazz-Szene aufgrund der geplanten Kürzung von Fördergeldern drohen würden – und fordern ihre Rücknahme.

"Jazz ist Vielfalt – Investiert in Kultur" – Unter diesem Motto firmiert der Appell der insgesamt dreizehn deutschen Jazzverbände an die Politik. Er soll besonders auf Probleme hinweisen, die durch die bereits erfolgte und weiterhin geplante Kürzung von Fördergeldern in der Jazz- und Imrpovisationsszene entstehen würden. Der Appell wird durch die Social-Media-Kampagne "#JazzistVielfalt" unterstützt.

Der Musikfonds, eine der beiden Förderprogramme auf Bundesebene, droht etwa die Hälfte seiner Mittel zu verlieren. Die Auswirkungen auf die Initiative Musik sind noch nicht klar, könnten aber beispielsweise die Künstler:innenförderung betreffen.

Verheerende Folgen

Durch die gleichzeitigen Kürzungen auf Bundes-, Länder-, und Kommunalebene droht der Weg- bzw. Ausfall von geförderten Proberäumen, Festivals und Stipendien oder Projektförderungen.

Besonders Jazz und improvisierte Musik, die von jährlichen Fördermitteln und ehrenamtlichem oder privatwirtschaftlichem Engagement leben, würde eine weitere Kürzung stark treffen. Die Jazzverbände machen darauf aufmerksam, dass der Szene ein enormer Verlust an Quantität, Qualität und Vielfalt droht.

Jazzmusiker:innen haben, so die Jazzstudie 2022, ohnehin schon ein geringes Einkommen – weitere Kürzungen würden diese Situation noch drastisch verschlechtern. 

Außerdem würde besonders marginalisierten Gruppen die Teilhabe erschwert werden, denn je weniger Geld zur Verfügung steht, desto mehr muss man es sich leisten können, Jazz zu spielen oder Veranstaltungen zu besuchen oder organisieren.

"Fragile Infrastruktur" könnte zerstört werden

Doch nicht nur die Musiker:innen selbst stehen vor Herausforderungen, auch Spielstätten sind betroffen. Steigende Miets- und Energiekosten und Lärmvorschriften in der Stadt sowie fehlende Förderstruktur auf dem Land erschweren Spielstätten den Erhalt.

"Mit den Kürzungen wird eine an sich schon fragile Infrastruktur zerstört, die nur mit sehr viel Zeit und Mühe wieder aufzubauen würde", so heißt es im Appell.

Kürzungen zurücknehmen

Konkret fordern die Jazzverbände die Politker:innen dazu auf, sich der Folgen der geplanten Kürzungen bewusst zu werden und sie zurücknehmen.

Die dreizehn Jazzverbände sind die Deutsche Jazzunion, Bundeskonferenz Jazz, Bayerischer Jazzverband, IG Jazz Berlin, IG-Jazz Brandenburg, i.G. Jazzbüro Hamburg, Jazzverband Hessen, JAZZ RLP, Jazzverband Baden-Württemberg, Jazzverband Sachsen, Kölner Jazzkonferenz, LAG JAZZ Niedersachsen und das Jazzinstitut Darmstadt.

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