Yes, but no
Deutscher Tonkünstlerverband fordert Verschiebung der GEMA-Reform
gema deutscher tonkünstlerverband
Das neue Präsidium des Deutschen Tonkünstlerverbandes (von links): 2. Vize Martin Behm, 1. Vize Prof. Hans-Peter Stenzl, Präsident Prof. Christian Höppner, Schatzmeister Wilhelm Mixa, Schriftführerin Cathleen Bergner. © Deutscher Tonkünstlerverband
Der DTKV bekennt sich zu den Zielen der Reform der GEMA-Kulturförderung und erkennt "die zukunftsweisenden Potentiale der verschiedenen Reformvorschläge" an. Der DTKV unterstützt zudem "die Schaffung neuer Strukturen, die allen Musikschaffenden chancengleichen Zugang zu Förderung ermöglichen."
Übergangsregelung nicht ausreichend
Gleichzeitig mahnt der DTKV "eine verantwortungsvolle Ausgestaltung an, die kulturelle Vielfalt bewahrt, soziale Gerechtigkeit sichert und historische Verpflichtungen berücksichtigt." Er begründet die Forderung damit, dass "kulturelle Vielfalt, soziale Gerechtigkeit und historische Verantwortung nicht den Zielen der Effizienz oder einer rein marktwirtschaftlichen Logik geopfert" werden dürften. Daher soll die Reform "unter Einbeziehung der Betroffenen und ihrer Berufsverbände diskutiert und angepasst werden."
Konkret kritisiert der DTKV, dass die GEMA sich durch die Reform von der Förderpraxis der letzten 100 Jahre verabschiedet, in der Kunstmusik besonders gefördert wurde. Es drohe "ein massiver Verlust kultureller Vielfalt und Qualität im Musikschaffen". Der DTKV fordert daher die Einrichtung eines dauerhaften Fördertopfes für die Kunstmusik. Eine Übergangsregelung – wie sie die GEMA vorschlägt – sei nicht ausreichend.
Förderung für unkomerzielle Musik
Wenn man das Positionspapier richtig versteht, versteht der DTKV unter Kunstmusik nicht nur heutige E-Musik, sondern auch U-Musik mit besonderem künstlerischen Anspruch:
"Musikstile, die sich nur schwer marktwirtschaftlich verwerten lassen – darunter klassische und zeitgenössische Musik, Jazz, Independent, Folk sowie Teile der Popmusik – leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur kulturellen Vielfalt. Diese Genres erfordern eine besondere Berücksichtigung im neuen Fördersystem, um ihre Existenz nachhaltig zu sichern. Künstlerische Qualität, Innovationskraft und kulturelle Bedeutung müssen hier einbezogen werden."
Der DTKV fordert daher "klare Förderkriterien", da der Erfolg der Reform von der Transparenz der Verfahren und der Mitwirkung aller Musiksparten abhänge.
Unternehmen
GEMA
Verwertungsgesellschaft für Werke der Musik
Ähnliche Themen
Neue Förderprogramme
GEMA startet erste Bewerbungsrunde für Kulturfonds Online
veröffentlicht am 02.06.2025
Komplizierte Lage
BGH urteilt: GEMA darf Tanzschulen-Tarife auf Basis der Umsätze berechnen
veröffentlicht am 28.05.2025
Blick in die Zukunft
GEMA-Mitgliederversammlung 2025: Besucherrekord und vielfältiges Rahmenprogramm
veröffentlicht am 16.05.2025
Aufgeschoben, nicht aufgehoben
GEMA-Mitgliederversammlung lehnt Reform der Kulturförderung ab
veröffentlicht am 16.05.2025 19
Mehr Stadionkonzerte, weniger Clubshows
GEMA-Live-Report 2024: Kleine Konzerte unter Druck, Mega-Shows boomen
veröffentlicht am 15.05.2025