Für Stadt und Land
Die Stadt Nach Acht-Konferenz in Augsburg betont den Wert der Nachtkultur
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Stadt Nach Acht (2024). © Stadt nach Acht
Seit 2016 treffen sich Repräsentanten der Livemusik-Szene, Kulturpolitiker und Branchenvertreter jährlich bei der Konferenz Stadt Nach Acht, um sich über die Bereiche Kultur der Nacht, Gesundheit und Sicherheit, Nachtökonomie und die Nachtstadtentwicklung auszutauschen.
Auch 2024 wurde die Konferenz durch die LiveKomm, den Bundesverband der Musikspielstätten in Deutschland, veranstaltet. Als Kooperationspartner arbeiteten die Initiative Musik sowie die Stadt Augsburg eng mit dem Veranstalter zusammen.
Krisenfestigkeit und Innovationskraft
Eingeleitet wurde die Stadt Nach Acht-Konferenz durch eine Rede von Kulturstaatsministerin Claudia Roth, die das Augenmerk der Konferenz direkt auf den verbindenden Wert der Clubkultur legte. Thematisiert wurden in diesem Zuge auch die finanziellen Schwierigkeiten der Live-Branche.
Dazu zählen unter anderem gewaltige Steigerungen bei Betriebskosten, Personal und Booking-Gagen im Clubbereich, die vielfach hohe Ticketpreise zur Folge haben. Auch infrastrukturell fehlt es an vielem.
So wurde etwa erörtert, wie politische Rahmenbedingungen verändert werden müssten, um zeitgemäße Bedingungen für Musikclubs zu schaffen. Dazu zählen unter anderem eine Anpassung der Lärmschutz-Vorgaben oder der Baunutzungsverordnung.
"70% des Lebens auf der Erde nachtaktiv"
Doch insbesondere die Potenziale der Nachtkultur waren Gegenstand der Stadt Nach Acht-Konferenz. So ging beispielsweise Städteforscher Charles Landry auf das Modell einer 24-Stunden-Stadt ein, da 70 Prozent des Lebens nachtaktiv sei.
Zu den ausgearbeiteten Chancen und Möglichkeiten zählen auch die Signalwirkung, die von einer nachhaltigen und diversen Clubkultur für die Gesamtgesellschaft ausgehen kann oder die positiven Auswirkungen gerade für ländliche Gebiete.
Augsburg als Vorreiter
Für den Kooperationspartner Augsburg haben sich durch die Stadt nach Acht-Konferenz direkte Handlungsmöglichkeiten entwickelt. In den kommenden Wochen wird die Stadtverwaltung die Ergebnisse der Konferenz und der einzelnen Panels auswerten und mit Akteurinnen und Akteuren aus der Nachtkultur besprechen, um das Nachtleben langfristig zu stärken.
Das hebt auch Jürgen K. Enniger von der Stadt Augsburg hervor und bedankt sich bei der LiveMusikKommission für die Zusammenarbeit:
"Ich selbst, aber vor allem die Akteurinnen und Akteure des Augsburger Nachtlebens haben die Konferenz sichtlich genossen und konnten wertvolle Impulse für die alltägliche Arbeit mitnehmen. Augsburg hat eine lebendige und vielfältige Nachtkultur. Dies hat die Organisation der Konferenz in Zusammenarbeit mit der Club und Kulturkommission Augsburg erneut gezeigt und auch die große Teilnahme der Akteurinnen und Akteure aus Augsburg hat verdeutlicht, wie vielen Menschen ein lebendiges, vielfältiges und attraktives Nachtleben wichtig ist."
Dem schließt sich Christian Ordon, Geschäftsführer der LiveMusikKommission an:
"Wir freuen uns, dass wir so viele der Themen, die uns in unserer Verbandsarbeit beschäftigen, breit diskutieren konnten – mit Branchenvertreter:innen, der Öffentlichkeit und der Politik. Unser Dank gilt den Partner:innen und besonders der innovativen Stadt Augsburg. Es gibt einen gesellschaftspolitischen Konsens, dass Nachtkultur werthaltig ist, wirtschaftlich wie ideell. Sie trägt maßgeblich dazu bei, demokratische Strukturen zu stützen und Diversität zu fördern."
Unternehmen
Live Musik Kommission (LiveKomm)
Verband der Musikspielstätten in Deutschland e.V.
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