Zeit für klare Ziele
Diversität & Inklusion in der Veranstaltungsbranche: Studie zeigt Fortschritte – und Lücken
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© Marcus Aurelius
Vielfalt ist in der Veranstaltungsbranche längst kein Nischenthema mehr. Doch wie steht es wirklich um Diversität, Gleichstellung und Inklusion (DEI)? Der im Auftrag des Branchenverbands fwd: durch das R.I.F.E.L.-Institut (Research Institute for Exhibition and Live-Communication) herausgegebene Diversitäts-Report 2025 [PDF] soll diese Frage beantworten.
Um dieses Ziel zu erreichen wurden von Februar bis April 2025 Geschäftsführer*innen von insgesamt 157 in Deutschland ansässigen Unternehmen per Online-Befragung interviewt – darunter Agenturen, Messebauer, IT- und Technikdienstleister, Catering, Location, Ausstatter.
Noch kein branchenweiter Konsens
Aus deren Antworten ergibt sich ein ambivalentes Bild. Während Diversitätsaspekte wie Geschlecht, Alter und ethnische Herkunft zunehmend Beachtung finden, bleiben Themen wie Behinderung, Religion oder sexuelle Identität oft Randthemen. Nur größere Unternehmen zeigen hier mehr Sensibilität. Die Studie folgert aus diesen Erkenntnissen:
"Die unterschiedliche Gewichtung verschiedener Teilaspekte von Diversität und Inklusion stützt die Vermutung, dass bislang kein branchenweiter Konsens bezüglich der inhaltlichen Breite und Tiefe der Thematik besteht."
Maßnahmen bekannt, aber wenig genutzt
Eine gute Nachricht: Zahlreiche befragte Unternehmen setzen Maßnahmen zur Förderung von Diversität und Inklusion um. Flexiblere Arbeitszeiten und Mentoring-Programme gehören dabei zu den gängigsten Methoden zur Förderung von Vielfalt.
Andere Instrumente wie Job Sharing, Diversitätsbeauftragte oder gezielte Schulungen werden trotz hoher Bekanntheit nur selten eingesetzt. Besonders in kleineren Betrieben fehlt es häufig an strategischer Verankerung: Nur jedes zweite Unternehmen verfolgt eine DEI-Zielsetzung; konkrete Strategien sind noch seltener. Lediglich 30 Prozent der Unternehmen weisen der Diversität eine hohe Priorität zu.
Kundenerwartungen steigen – vor allem bei Sprache und Barrierefreiheit
Die Studie ergibt auch: Die Forderungen der Kundenseite nach Diversität nehmen zu: Genderneutrale Kommunikation, physische und digitale Barrierefreiheit sowie mehrsprachige Angebote rücken laut der Wahrnehmung der Befragten verstärkt in den Fokus.
Überraschend ist, dass sie Diversitäts- und Inklusionsaspekten bei der Durchführung von Veranstaltungen hingegen eine eher geringere Bedeutung beimessen.
Fazit der Studie
Insgesamt verdeutlicht die Studie: Die Bedeutung der DEI-Thematik ist von der Veranstaltungsbranche verstanden worden. Dabei scheint die Veranstaltungsbranche jedoch hinsichtlich des Diversitäts-Aspektes als besser aufgestellt als hinsichtlich des Inklusionsaspektes, der im Branchenalltag "deutlich unterrepräsentiert" ist.
Außerdem werden Maßnahmen trotz vieler bekannten Möglichkeiten teilweise nur eingeschränkt umgesetzt. Aus diesem Grund fordert der Branchenverband fwd die Veranstaltungsbranche dazu auf, ein Mission Statement zu entwickeln, "das die Werte, Ziele und Verpflichtungen in diesen zentralen Themenbereichen von Diversität und Inklusion definiert und die Ziele und Aktivitäten noch deutlicher herausarbeitet."
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