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Kannst du mir einen Gefallen tun?

Drei Viertel aller Produzenten arbeiten zumindest gelegentlich umsonst

News von Backstage PRO
veröffentlicht am 02.10.2019

berufswelt musikbusiness

Drei Viertel aller Produzenten arbeiten zumindest gelegentlich umsonst

Finanzen sind ein größerer Teil des Musikerlebens, als es vielen lieb ist. Wir wollten von euch wissen: Wie steht ihr zum Thema Gage?. © mikemols / 123RF

Das Thema Bezahlung ist nicht nur für Musikerinnen und Musiker ein Problem: Auch Produzentinnen und Produzentinnen sowie Tontechnikerinnen und -techniker sehen sich oft der Erwartung ausgesetzt, ihre Arbeit unentgeltlich anzubieten.

Laut einer Umfrage der Music Producers Guild (MPG) liegt der Anteil der (britischen) Produzenten und Tontechniker, die in den letzten drei Jahren gefragt wurden, unentgeltlich zu arbeiten, bei 88 Prozent. 71 Prozent haben dieser Forderung tatsächlich zugestimmt und zumindest für eine Kundin bzw. einen Kunden kostenlos gearbeitet.

Die Hälfte der Befragten gab an, dass sie damit einer Freundin oder einem Freund einen Gefallen getan haben. 20 Prozent fühlten sich unter Druck, einer bestehenden Kundin oder einem bestehenden Kunden einen Gefallen zu tun. 42 Prozent willigten ein, nur dann bezahlt zu werden, wenn ihren Auftraggeber/innen das Endprodukt gefällt.

Eine Epidemie?

Die Studie fand weiterhin heraus, dass es in den meisten Fällen (77 Prozent) selbstfinanzierte Künstlerinnen oder Künstler waren, die solche kostenlosen Dienstleistungen einforderten; 34 Prozent der Aufträge wiederum waren für Indie-Labels und erstaunliche 17 Prozent für Majors. 

Die meisten Befragten (41 Prozent) wendeten einen Tag bis eine Woche für die unbezahlte Arbeit auf, bei 36 Prozent waren es immerhin eine bis vier Wochen. Nur fünf Prozent gaben an, dass kostenlose Aufträge den größten Teil ihrer Zeit beanspruchen.

Die MPG schätzt, dass sich der durchschnittliche Wert der unbezahlten Arbeit jährlich auf gut 5000 Dollar beläuft – für die Leiterin der Organisation, Olga Fitzroy, ein unzumutbarer Zustand: 

"Ich wusste, dass unbezahlte Arbeit ein Problem unserer Industrie ist, aber nicht, in welchem epidemischen Ausmaß: Natürlich tun Menschen ihren Freund*innen gerne einen Gefallen, doch es ist inakzeptabel, dass Profis von Labels oder Studios auf diese Art und Weise ausgenutzt werden."

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