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Große Gala, viel Kritik

ECHO 2017: Udo Lindenberg und Beginner ausgezeichnet, kritische Stimmen mehren sich

News von Backstage PRO
veröffentlicht am 07.04.2017

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ECHO 2017: Udo Lindenberg und Beginner ausgezeichnet, kritische Stimmen mehren sich

Udo Lindenberg gehört zu den Preisträgern des ECHO 2017. © Tine Acke

Künstler wie Udo Lindenberg, die Beginner sowie AnnenMayKantereit wurden am 7. April 2017 in Berlin mit dem ECHO ausgezeichnet. Doch die Kritik am Preis häuft sich.

Bereits im Vorfeld der ECHO-Verleihung wurden die ersten Preisträger bekannt gegeben, darunter Marius Müller-Westernhagen und die Popakademie Baden-Württemberg. Einen Tag später, am 7. April 2017, folgte die vollständige Award-Show in der Messe Berlin. Durch die Verleihung des vom Bundesverband Musikindustrie e.V. ausgerichteten Preises führten Xavier Naidoo und Sasha.

Nationale und internationale Gewinner

Zu den nationalen Gewinnern des ECHO gehören u.a. Udo Lindenberg (Künstler Pop & Album des Jahres), die Beginner (Hip-Hop/Urban) und die allgegenwärtigen AnnenMayKantereit (Band Pop  & Newcomer). Als bester Künstler und Newcomer international wurde der Brite Rag 'n' Bone Man ausgezeichnet.

Weitere Preise gingen an SIA (Künstlerin international), Metallica (Band international) und Drakes "One Dance" (Hit des Jahres). Die vollständige Liste der Preisträger findet sich hier.

Echo in der Kritik

In den letzten Jahren stand die Verleihung des ECHO immer wieder in der Kritik: Nicht nur wegen der ausschließlichen Ausrichtung an Verkaufszahlen, auch wegen seiner teilweise dubiosen Nominierungen wurde der Preis bemängelt.

Die Anfang des Jahres bekannt gegebene Neuausrichtung – u.a. die Beteiligung einer Fachjury als Gegengewicht zu den Verkaufszahlen – wurde einigermaßen positiv aufgenommen. Die letztendliche Umsetzung der Neuerungen sorgte dann allerdings erneut für Unmut.

Kommerz über Vielfalt?

Die tatsächliche Nominierung eines Künstlers hängt immer noch ausschließlich von den Verkaufszahlen ab, die Jury kann lediglich aufgrund einer Vorauswahl entscheiden – ein wirkliches Gegengewicht stellt sie also nicht dar. Weiterhin ermöglichte diese Methode erneut die Nominierung von Frei.Wild; auch die nach wie vor umstrittenen Böhsen Onkelz sind gleich in zwei Kategorien vorgeschlagen. 

Eine adäquates Abbild der deutschen (und auch internationalen) Musiklandschaft, so ist sich die Kritik einig, liefert der ECHO also auch nach seiner Neuausrichtung 2017 nicht. Zuletzt kritisierte Satiriker Jan Böhmermann den Preis wegen dessen Chart-Ausrichtung als "seelenlose Kommerzkacke":

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