Das vermutliche Ende
Ed Sheeran gewinnt Berufungs-Prozess im Copyright-Streit um "Thinking Out Loud"
Ed Sheeran (2024). © Mark Surridge
Hintergrund der Klage sind Vorwürfe, laut denen "Thinking Out Loud" Elemente von Marvin Gayes Hit "Let's Get it On" aus dem Jahr 1973 enthalten soll.
Geklagt hatten ursprünglich die Erben des damaligen Co-Produzenten Ed Townsend und die Firma Structured Asset Sales LLC (SAS), die ebenfalls Anteile an dem Song hält. SAS befindet sich im Besitz des Investment-Bankers David Pullman.
Berufungsgericht bestätigt erste Instanz
Die Jury im ersten Prozess wies die Klage ab und argumentierte, dass Ed Sheeran sich an gängigen "Bausteinen" der Popmusik bediene, für die niemand ein Urheberrecht beanspruchen könne.
Während die Erben keine Rechtsmittel gegen das Urteil einlegten, ging SAS in Berufung – ohne Erfolg, denn die Urteilsbegründung des Berufungsgerichts bestätigt die Entscheidung der ersten Instanz.
Urheberrecht greift nicht
So kamen die Richter des US-Bundesberufungsgerichts in New York ebenfalls zu dem Schluss, dass die beiden Songs zwar "grundlegende musikalische Bausteine" gemeinsam haben, für die allerdings kein Urheberrechtsschutz geltend gemacht werden könne.
Zudem erklärten sie, dass die besagte Akkordfolge in der Popmusik weit verbreitet sei und nicht den erforderlichen Originalitätsgrad erreiche, um Urheberrechtsschutz beanspruchen zu können. Zudem unterschieden sich beide Songs deutlich im Hinblick auf Melodie und Text.
Ed Sheerans Anwalt Donald Zakarin begrüßt das Urteil:
"Dieses Urteil stimmt mit der Entscheidung der Jury aus dem früheren Fall überein, die klar feststellte, dass Ed und Amy 'Thinking Out Loud' unabhängig kreiert haben."
Das vermutliche Ende
Mit der Entscheidung des Berufungsgerichts ist der Fall vermutlich abgeschlossen, denn obwohl die Kläger theoretisch Berufung beim US Supreme Court einlegen könnten, ist es fast ausgeschlossen, dass das oberste US-Gericht sich mit diesem Fall befassen wird.
Update, 18. Juni 2025: So kam es dann auch. Der US Supreme Court lehnte die Berufung von Structured Asset Sales LLC (SAS) ab.
Anders als andere Gerichte kann der Supreme Court nämlich selbst darüber entscheiden, welche Fälle er annimmt – und dabei handelt es sich fast immer um Fragen mit grundsätzlicher Bedeutung für das US-Recht, wozu dieser Fall kaum zählen dürfte.
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