Millionenschwere Übernahme
Einstieg in die DAW-Branche: KI-Musikplattform Suno erwirbt WavTool
suno wavtool the velvet sundown
© Soundtrap
Bisher können Nutzer*innen von Suno durch das Stellen von Prompts Musik erstellen. Den Erwerb von WavTool möchte Suno nun dafür nutzen, die DAW-Technologie des Programms in seine bestehende KI-Musikgenerierungsplattform zu integrieren.
WavTool verfügt unter anderem über integrierte KI-Funktionen wie Stem-Separation und automatische MIDI-Generierung sowie einen In-App-Chatbot für Musikbearbeitung in Echtzeit.
Zufriedene Geschäftsführer
In einem Blogpost zur Übernahme gibt der Geschäftsführer und Mitbegründer von Suno an, dass "viele der frühen Anwender von Suno professionelle Songwriter und Produzenten sind, die einen immensen Wert in der Integration von KI in ihrem kreativen Prozess sehen.“
Auch der Mitbegründer und ehemalige Geschäftsführer von WavTool, Sam Watkinson, bewertet die Übernahme positiv: „Als wir verstanden haben, wie Suno arbeitet und wie sehr das Suno-Team mit unserer Vision von KI im Musikproduktionsprozess übereinstimmt, wussten wir, dass ein Zusammenschluss der richtige Schritt ist.“
Steigendes Kapital und anhaltende Kritik
Im Frühjahr 2024 erhielt Suno eine Finanzierung in Höhe von 125 Millionen US-Dollar durch verschiedene Technologieunternehmen und Risikokapitalfonds und wird deswegen inzwischen mit 500 Millionen Dollar bewertet.
Doch trotz seinem Erfolg erfährt das Unternehmen auch viel Gegenwind. Zuletzt hatte im Juni 2025 der amerikanische Indie-Musiker Anthony Justice Klage gegen das Unternehmen eingereicht, und die Plattform beschuldigt "zig Millionen öffentlich zugängliche Songs kopiert und dupliziert" zu haben. Auch die GEMA und die Major Labels haben in der Vergangenheit bereits rechtliche Schritte eingeleitet. Der immer wiederkehrende Vorwurf: Suno trainiere seine KI-Software unerlaubt mit urheberrechtlich geschützter Musik.
Suno wiederum beruft sich auf die sogenannte "Fair Use"-Doktrin des US-Copyright-Rechts, die unter bestimmten Bedingungen die Nutzung geschützter Werke ohne Genehmigung erlaubt. Das Argument greift jedoch nur solange, bis die wirtschaftliche Verwertung der Original-Werke durch die Rechteinhaber*innen beeinträchtigt wird. Eine Sorge vieler Musikschaffender, die jüngst durch die KI-"Band" The Velvet Sundown neu befeuert worden ist.
Dieser war es mit ihrer Psychedelic-Rock-Musik gelungen in kürzester Zeit mehrere hunderttausend Streams auf Spotify zu generieren.
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