Einsatz gegen "unverantwortlichen Angriff"
Indie-Musiker Anthony Justice verklagt KI-Plattformen Suno und Udio
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© Neeqolah Creative Works via unsplash
Wie completemusicupdate.com berichtet erklärt der Country-Musiker und Label-Besitzer Anthony Justice in seiner 23-seitigen Klage, dass unabhängige Künstler*innen von den KI-Unternehmen am stärksten übergangen werden würden.
Während es die Indie-Artists seien, deren Rechte "am meisten mit den Füßen getreten worden" seien, sei ihnen bisher noch kein Platz am Verhandlungstisch zugekommen.
Angriff auf die Musikgemeinschaft
Justice wirft Suno vor, "zig Millionen öffentlich zugängliche Songs kopiert und dupliziert" zu haben. Die Mehrheit dieser Werke befände sich im Besitz oder unter der Kontrolle unabhängiger Künstler:innen. Justice sieht dieses Vorgehen nicht nur als rechtswidrig sondern sieht in diesem auch einen "unverantwortlichen Angriff auf die schutzbedürftigsten und wertvollsten Mitglieder der Musikgemeinschaft."
Zur Untermauerung seiner Argumentation beruft sich Justice auf einen aktuellen Bericht des US Copyright Office. Daraus geht laut Klage hervor, dass die "Fair Use"-Doktrin nicht dazu herangezogen werden könne, um die unerlaubte Nutzung von urheberrechtlich geschützter Musik zu rechtfertigen – insbesondere dann nicht, wenn KI-Modelle dadurch Ersatzergebnisse erzeugen, die auf dem Markt mit den Originalen in Konkurrenz treten.
Es gibt noch mehr Klagen
Sowohl Suno als auch Udio haben in der Vergangenheit bereits einigen juristischen Gegenwind erfahren. Zuletzt hatte die GEMA im Januar 2025 SUNO verklagt und dem Unternehmen vorgeworfen, geschützte Aufnahmen von Songs aus dem GEMA-Repertoire verarbeitet zu haben, ohne die Werke ordnungsgemäß lizenziert zu haben.
Die KI-Plattform habe daraufhin einige Inhalte erstellt, die laut GEMA Urheberrechte verletzen, da sie in Melodie, Harmonie und Rhythmus mit eben diesen Werken starke Übereinstimmungen aufwiesen.
Auch die Major Labels klagen
Bereits vor der GEMA hatten im Juni 2024 die Major Labels Universal, Sony und Warner eine Klage gegen Suno und Udio eingereicht, in der sie die beiden Unternehmen beschuldigt hatten, ihre KI-Software unerlaubt mit urheberrechtlich geschützter Musik trainiert zu haben.
Udio und Suno beriefen sich daraufhin auf die sogenannte "Fair Use"-Doktrin des US-Copyright-Rechts. Diese erlaubt unter bestimmten Bedingungen die Nutzung geschützter Werke ohne Genehmigung. Doch das Argument greift nicht immer: Wird durch die Verwendung die wirtschaftliche Verwertung der Original-Werke durch die Rechteinhaber*innen beeinträchtigt, greift "Fair Use" nicht mehr.
Kooperation oder Konfrontation?
Während Anthony Justice stellvertretend für unzählige unabhängige Künstler*innen den juristischen Weg wählt, laufen hinter den Kulissen offenbar Lizenzverhandlungen zwischen Suno, Udio und den großen Musiklabels. Offensichtlich befinden sich Universal, Sony und Warner in Gesprächen mit den beiden KI-Start-ups – neben Lizenzgebühren soll es dabei wohl auch über eine Beteiligung in Form von Firmenanteilen gehen.
Trotz laufender Klagen zeigen Investoren und Konzerne reges Interesse: Suno wird inzwischen auf rund 500 Millionen US-Dollar geschätzt, Udio konnte zuletzt 10 Millionen US-Dollar von der Investmentfirma Andreessen Horowitz und anderen Geldgebern einsammeln.
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