David gegen Goliath
US-Richter lässt Klage von Indie-Musiker Anthony Justice gegen Suno zu
Symbolfoto. © Brett Sayles via Pexels
Justice hatte Suno im Juni 2025 gemeinsam mit seinem Label 5th Wheel Records Inc. und weiteren Beteiligten verklagt. Im Mittelpunkt stehen Vorwürfe, nach denen Suno urheberrechtlich geschützte Musik ohne entsprechende Genehmigung für das Training seiner KI-Systeme verwendet hat.
Tony Justice ist im Hauptberuf LKW-Fahrer, hat aber auch als Country-Musiker Erfolg. Eine ganze Reihe seiner Songs haben mehr als 1 Million Streams auf Spotify.
Ein wichtiges Zwischenurteil
Monatelang hatte Suno versucht, die Abweisung der Klage zu erreichen. Aus Sicht des Unternehmens sollte sich das Gericht auf die Fragestellung konzentrieren, ob das Trainieren von KI-Modellen mit urheberrechtlich geschützter Musik als "fair use" (angemessene Nutzung) einzustufen sei.
Nun gibt es den ersten Etappensieg für die unabhängigen Musiker. Das Gericht stellte fest, dass der Großteil der Klagen gegen Suno substanziell genug sind, um weiterverfolgt zu werden. Daher lehnte der US-Bundesrichter F. Dennis Saylor IV den Antrag von Suno ab.
Nächster Schritt: Beweisaufnahme
Unter Verweis auf die Aussage des Suno-CEOs, dass Suno den Gesang und die Songs echter Künstler nachahmen könnte, erklärte Saylor:
"Es ist eine plausible Annahme, dass Sunos Modell ebenfalls Ergebnisse erzeugt hat, die den Werken der Kläger in wesentlichen Teilen ähnlich sind. Ob die Kläger nach Abschluss der Beweisaufnahme solche Ergebnisse nachweisen können, ist eine Frage, die zu einem späteren Zeitpunkt zu klären sein wird."
Bis auf einen Nebenaspekt bleiben damit erst einmal alle Klagepunkte bestehen. Das Anwaltsteam von Delgado Entertainment Law und Hagens Berman, das Justice und weitere Beteiligte vertritt, gab folgende Stellungnahme ab:
"Suno hatte beim Gericht beantragt, zwei unserer zentralen Klagepunkte in diesem äußerst folgenreichen Verfahren gegen ein sehr finanzstarkes Technologieunternehmen abzuweisen. Das Gericht hat dies abgelehnt. Wir sind mit dem Urteil äußerst zufrieden. Wir sind der Ansicht, dass die Entscheidung des Gerichts, diese Klagepunkte weiter zuzulassen, ein sehr ermutigendes Zeichen für die unabhängigen Künstler ist, die wir vertreten."
Bedeutung für Musiker
Für Künstler ist dieser Fall bedeutsam, denn es ist für sie schwierig, nachzuweisen, welche Werke in den Trainingsdaten von KI-Systemen landen, wenn diese Information nicht transparent zugänglich ist.
Tony Justice und seine Mitstreiter erhalten nun die Möglichkeit, ihren Fall weiterzuverfolgen und im Rahmen des Verfahrens weitere Informationen zu erlangen. Dies könnte Grundlagen für künftige Verfahren schaffen.
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