KI-Plattform setzt trotz Klagen auf Wachstum
Suno stellt neues Gratis-Tool zur Musikerzeugung vor und peilt Milliardenbewertung an
© Igor Omilaev via Unsplash
Das kostenlose Tool trägt den Namen v4.5 All und ist laut Unternehmensangaben ist es ein deutlicher Sprung gegenüber der bisherigen Version 3.5, da es schnellere Ergebnisse, klarere Sounds und natürlichere Stimmen liefere.
Neue Möglichkeiten
Die neue Version basiert auf Sunos Premium-Modell 4.5+, das im Sommer veröffentlicht wurde. Besonders interessant sind die kreativen Werkzeuge, mit denen sich Instrumentalspuren und Gesang unabhängig voneinander erzeugen oder kombinieren lassen.
So können Nutzer:innen zum Beispiel zunächst ein Instrumental komponieren und anschließend mit dem Tool "Add Vocals" passende Gesangsspuren hinzufügen. Umgekehrt lassen sich auch Vocals mit automatisch erzeugten Backing Tracks ergänzen.
Auf dem Weg zur Komplettlösung?
Ein weiteres Feature, das viele Musiker:innen neugierig machen dürfte, ist "Inspire": Es analysiert eigene Playlists und erstellt daraus neue Songs, die sich an deren Stilistik orientieren. Für Songwriter:innen und Produzent:innen bietet das eine einfache Möglichkeit, Ideen zu entwickeln oder Stimmungen in neue Kompositionen zu übersetzen.
Mit den jüngsten Updates positioniert sich Suno immer stärker als Komplettlösung für die Musikproduktion. Das kürzlich vorgestellte Suno Studio vereint KI-gestützte Songgenerierung mit klassischen Elementen einer Digital Audio Workstation. Nutzer:innen können hier Mehrspurprojekte anlegen, Arrangements erstellen und ihre Tracks exportieren – alles innerhalb einer webbasierten Umgebung.
Bewertung wächst stetig
Laut Bloomberg befindet sich Suno derzeit in Gesprächen über eine neue Finanzierungsrunde im Umfang von rund 100 Millionen US-Dollar. Die Bewertung des Unternehmens könnte dabei auf etwa zwei Milliarden Dollar steigen. Bemerkenswert: Trotz offener Urheberrechtsklagen zeigen Investoren weiterhin großes Interesse.
Denn Suno steht im Zentrum einer Klage der Major-Labels Sony Music, Universal Music und Warner Music. Die Vorwürfe: Beide Unternehmen sollen geschützte Songs ohne Lizenz für das Training ihrer Modelle genutzt haben. Suno räumt ein, auf urheberrechtlich geschütztes Material zugegriffen zu haben, beruft sich jedoch auf das in den USA gültige Prinzip des "Fair Use".
Allerdings steht im Raum, dass auch Suno sich mit den Labels einigen könnte. Erst kürzlich hat Konkurrent Udio den Rechtstreit mit Universal Music beigelegt und eine Kooperationsvereinbarung geschlossen. Gerüchte um ein Lizenzabkommen zwischen Suno und den Major Labels gibt es schon länger.
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