Tony Justice und Mitkläger melden sich zurück
Nach Antrag auf Klage-Abweisung: Klagende Künstler legen im Fall Suno nach
© Neeqolah Creative Works via unsplash
Justice hatte im Juni 2025 Suno und die Plattform Udio verklagt. Die KI-Systeme sollen laut ihm ohne Lizenz urheberrechtlich geschützte Musik gesammelt haben, um ihre Programme darin zu trainieren neue Songs zu generieren.
Der Musiker sah darin eine massive Gefahr für Indie-Künstler*innen, deren Werke seiner Aussage nach nun von KI-Plattformen reproduziert und verbreitet werden, ohne dass sie davon profitieren.
Suno bietet KI-generierte Musik an, die auf Basis von Trainingsdaten eigene Songs erstellt. Dabei sollen offenbar auch YouTube-Videos und andere Online-Inhalte verwendet worden sein, teilweise unter Umgehung der Schutzmechanismen der Plattformen.
Abweisung der Klage
Vor Gericht beantragte Suno die Abweisung der Klage unter anderem mit der Begründung, Justice habe keine konkreten Outputs vorgelegt, die eine Urheberrechtsverletzung belegten. Wie Digital Music News berichtet, widersprach Justice nun in einer über 30-seitigen Stellungnahme. Er und seine Mitkläger hätten rund 100 Beispiele dokumentiert, in denen generierte Ausgaben der Plattform stark an geschützte Werke erinnern.
Die Kläger*innen werfen der Plattform außerdem vor, dass ihre Erstellung abgeleiteter Werke ("derivative works") noch immer anhalte und regelmäßig neue Verletzungen entdeckt würden. Außenstehende hätten jedoch keinen Zugang zu Sunos "Black-Box"-System, weshalb es notwendig sei auf "Informationen und Glauben" zu argumentieren um kritische Fakten überhaupt belegen zu können.
Sind die Nachweise tragend?
Suno jedoch bezichtigte Justice und seine Mitkläger zuvor, für die konkreten Nachweise auf öffentlich zugängliche YouTube-Videos zugegriffen zu haben und dabei den Rolling Cipher – eine Schutzmaßnahme, die den direkten Zugriff auf die zugrundeliegende Audiodateien verhindern soll – umgangen haben. Suno argumentierte, dass diese Umgehung einen Verstoß gegen DMCA Paragraph 1201 darstelle, um die Klage abzuweisen.
Justice und seine Mitkläger widersprechen in ihrem aktuellen Dokument und betonen, dass ihre Methode nur die öffentlich abgespielten Inhalte erfasse (beispielsweise über Screen-Recording-Tools) und nicht direkt auf die geschützten Dateien zugreife.
Sie sehen ihr Vorgehen als durch das Prinzip des Fair Use gedeckt und daher als rechtlich zulässig. Weiter betont Justice, dass die Abweisung der Klage weder die rechtliche Grundlage noch die moralische Verantwortung von Plattformen wie Suno aufhebe. Für die beteiligten Künstler*innen gehe es um Erhalt einer fairen Vergütung.
Der Rechtsstreit zwischen Justice und Suno könnte als Präzedenzfall für die gesamte KI-Musikbranche dienen, denn die Auseinandersetzung zeigt deutlich, wie komplex Urheberrecht, Fair Use und Trainingsdaten von KI-Systemen miteinander verknüpft sind.
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