Urheberrechtsverletzungen seit 2021 konstant
EU-Bericht sieht Musik-Piraterie auf niedrigem Niveau
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Streaming-Manipulation ist ein Dauerthema. © Sora Shimazaki via pexels.com
Für den Bericht hat EUIPO die Urheberrechtsverletzungen im Online-Bereich in den letzten Jahren ausgewertet. Für 2023 wurden durchschnittlich 10,2 illegale Zugriffe pro Person und Monat verzeichnet. Während dieser Wert bis 2021 leicht anstieg, stagniert die Online-Piraterie seither.
Der Bericht gliedert die Verstöße in die verschiedenen Kategorien Filme, Musik, Publikationen, Software und TV.
Trends der Online-Piraterie
Mit etwa der Hälfte aller Verstöße entfällt der größte Anteil der Online-Piraterie auf den TV-Bereich, insbesondere durch einen Anstieg bei illegalen IPTV-Anbietern (Internet Protocol Television). Auch Software-Piraterie nahm um 6 Prozent zu, blieb mit 0,9 Zugriffen pro Monat aber auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Im Bereich Publikationen blieb die Zahl bei durchschnittlich 2,7 Zugriffen stabil.
Im Gegensatz dazu ist die Entwicklung in den Segmenten Film und Musik geprägt vom Erfolg legaler Streamingdienste wie Netflix und Spotify, so die Erklärung von Digital Music News. Während illegale Zugriffe auf Filme 2023 um 25 Prozent zurückgingen, stieg die Zahl bei Musik leicht auf 0,6 Zugriffe pro Monat – ein Wert, der jedoch nur ein Viertel der Zahlen von 2017 ausmacht.
Illegale Musiknutzung im Detail
Der Bericht hebt hervor, dass fast 50 Prozent der illegalen Musiknutzung auf sogenannte Streamripper entfallen. Diese Dienste ermöglichen das Herunterladen von Dateien, die von legalen Streamingplattformen wie YouTube stammen. EU-weit waren 26 Prozent der illegalen Musiknutzung auf Downloads zurückzuführen, was auch die am häufigsten verwendete Methode in Deutschland war, 21 Prozent der Urheberrechtsverletzungen kamen durch illegales Streaming zustande.
Mobile Endgeräte sind dabei die bevorzugten Zugriffsquellen: Sie werden doppelt so häufig wie Desktops genutzt.
Große Unterschiede
Zwischen den 27 EU-Mitgliedsstaaten zeigen sich deutliche Unterschiede im Ausmaß der Online-Piraterie, auch im Musikbereich. Die höchsten Zugriffszahlen verzeichneten Lettland, Zypern und Estland, während Rumänien und Österreich die niedrigsten Werte aufwiesen.
Deutschland zählte ebenfalls zu den Ländern mit den geringsten Zugriffszahlen – und lag 2023 unter dem EU-weiten Durchschnitt von 0,6 monatlichen Zugriffen auf illegale Musikangebote.
Maßnahmen gegen Piraterie
Das EUIPO sieht weiterhin Handlungsbedarf, um die Online-Piraterie zu bekämpfen. João Negrão, Exekutivdirektor des EUIPO, betont die Notwendigkeit, legale und erschwingliche Alternativen zu fördern sowie ein Bewusstsein für Urheberrechtsverletzungen zu schaffen:
"Es ist zwingend notwendig, die Ursachen für dieses Verhalten anzugehen, das oft aus dem mangelnden Zugang zu erschwinglichen legalen Inhalten und der Notwendigkeit einer stärkeren Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Folgen der Piraterie resultiert."
Legale Streamingplattformen könnten insbesondere im Musikbereich weiterhin eine Schlüsselrolle spielen, um die Zahlen illegaler Zugriffe zu reduzieren.
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