Premiere
ICMP veröffentlicht erstmals eine globale Marktanalyse der Musikverlagsbranche
musikbusiness musikverlag musikrechte icmp
© Miguelangel Perez
In ihrer am 28. Mai veröffentlichten "ICMP Music Publishing Markets Analysis" liefert die ICMP erstmals umfassende Daten über die Größe, Struktur und wirtschaftliche Bedeutung des globalen Musikverlagsgeschäfts.
Laut des Berichts beläuft sich der aggregierte Umsatz aus den für die Analyse ausgewählten 16 Märkten auf über 11 Milliarden US-Dollar. Diese Summe umfasst sowohl direkte Einnahmen der Verlage als auch die Ausschüttungen von Verwertungsgesellschaften.
Die Rolle des deutschen Musikverlagsmarktes
Mit einem Marktvolumen von 738,4 Millionen US-Dollar zählt Deutschland zu den fünf umsatzstärksten Territorien im internationalen Vergleich – nach den USA (6,21 Milliarden USD), Großbritannien (1,68 Milliarden USD), Frankreich (1 Milliarden USD) und Japan (987 Millionen USD).
Die Einnahmen im deutschen Musikmarkt setzen sich laut ICMP wie folgt zusammen:
- 41 Prozent digitale Nutzungen (Streaming, Downloads etc.)
- 31,3 Prozent nicht digitale Nutzung (z.B. Aufführungen, Radio, TV-Ausstrahlung, Hintergrundmusik an öffentlichen Orten)
- 10,3 Prozent mechanische Rechte außerhalb digitaler Nutzung
- 8,8 Prozent Synchronisation (z.B. Film, Werbung)
- 7,6 Prozent Sonstiges
- 0,9 Prozent PCL (Private Copy Levies)

Überblick deutscher Markt, © ICMP Music Publishing Markets Analysis, Screenshot
Damit zeigt sich: Auch in Deutschland bleibt der digitale Bereich der stärkste Umsatztreiber, doch die Bedeutung klassischer Rechteformen wie mechanische Rechte, Aufführungsrechte und Sync ist nach wie vor erheblich.
Internationaler Vergleich
Im Vergleich zum internationalen Durchschnitt ist in Deutschland der Anteil der digitalen Umsätze geringer als (41 zu 47,1 Prozent), die Aufführungsrechte spielen hierzulande eine größere Rolle als im internationalen Durchschnitt (31,3 zu 21,5 Prozent), während Sync weniger bedeutend ist (20,2 zu 8,8 Prozent). Mechanische Tantiemen sind in Deutschland hingegen bedeutsamer als international (10,3 zu 5,9 Prozent).
Die ICMP Music Publishing Markets Analysis markiert aus Einschätzung der Ersteller der Studie einen bedeutenden Schritt hin zu mehr Transparenz in einer oft wenig quantifizierten Branche. Für den deutschen Markt verdeutlicht sie die Bedeutung von Musikverlagen für die kulturelle und wirtschaftliche Infrastruktur – digital wie analog.
Hintergründe zur Erhebung
Die Studie basiert auf Daten von führender Musikverlage wie Sony Music Publishing, Universal Music Publishing Group, Warner Chappell Music, BMG, Concord, Reservoir Media, Kobalt und peermusic. Darüber hinaus beteiligten sich Verwertungsgesellschaften aus Ländern wie den USA, Deutschland, Frankreich, Brasilien und Australien. Die Erhebung wurde von PMP Strategy durchgeführt, finanziell unterstützt durch den internationalen Finanzdienstleister GC Parners.
Aussagen wie die von Ralph Peer II, ICMP Board Secretary und Executive Chair von peermusic lassen erahnen, dass der Bericht nur ein erster Schritt ist und in Zukunft möglicherweise regelmäßig erscheinen könnte. So erklärt er unter anderem:
"Dieses erste Jahr hat eine beispiellose Fülle von Informationen hervorgebracht, auf die die ICMP in den kommenden Jahren gerne aufbauen wird."
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