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Latin und Country boomen

Luminate-Bericht: Mehrzahl der Songs auf Streaming-Plattformen erhält kaum Aufrufe

News von BackstagePRO
veröffentlicht am 05.03.2025

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Luminate-Bericht: Mehrzahl der Songs auf Streaming-Plattformen erhält kaum Aufrufe

© Viktor Forgacs via Unsplash

Der Jahresendbericht des Musikmarkt-Forschungsunternehmens Luminate gewährt nicht nur einen Einblick in die Trends des vergangenen Musikjahres, aus denen vor allem der Erfolg von Taylor Swift und das Anhalten des Booms von Country und Latin in den USA hervorgeht. 

Gezeigt werden auch die Entwicklung des Streamingverhaltens in verschiedenen Ländern und Genres und welche immense Rolle sogenannte Superfans bei der Unterstützung ihrer Lieblingskünstler*innen spielen. 

Im Jahr 2024 wurden weltweit 4,8 Milliarden Streams verzeichnet, so der Luminate-Jahresendbericht. Das entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Wachstum von 14 Prozent. Außerdem stieg der Anteil an Premium-Streams, also nicht werbefinanzierter Streams, besonders in Asien und Osteuropa im Vergleich zum Vorjahr.

Ein zweischneidiges Schwert

Dass Streaming beliebter wird, zeigt auch der schnelle Zuwachs an Songs. Im vergangenen Jahr wurden im Durchschnitt 99.000 Tracks pro Tag auf Streaming-Plattformen hochgeladen, ein leichter Rückgang zu den Vorjahren.

Nur ein Bruchteil aller Songs erhält wirklich viele Streams. Der Luminate-Jahresendbericht zeigt zum Beispiel, dass 93,2 Millionen Songs nur zwischen 0 und 10 Mal gestreamt wurden. Weitere 47,7 Millionen Songs erzielten 11 bis 100 Streams, während nur 2,6 Millionen Songs 100.000 oder mehr Streams erhielten.

Im Ländervergleich

Die USA sind noch immer der größte Exporteur für Musik, so der Luminate Report. Darauf folgen das UK und Kanada. Auf dem vierten Platz befindet sich Südkorea und direkt dahinter Deutschland als fünftgrößter Musikexporteur.

Auch was die Streams angeht, sind die USA vorne. US-Künstler*innen haben noch immer die meisten Streams, obwohl die Zahlen langsam zurückgehen. Einen starken Zuwachs an Video- und Audiostreams erlebten im letzten Jahr vor allem Artists aus Mexiko, Brasilien und Indien.

Die Frau an der Spitze

Die Sängerin mit den weltweit meisten Streams 2024 war Taylor Swift, die auch die deutschen Jahrescharts dominierte. Ihr Erfolg spiegelte sich nicht nur in Audio-Streams wider, sondern auch im Streaming ihres Dokumentarfilms "Miss Americana". 

Der Film, der bereits 2020 veröffentlicht wurde, landete 2024 auf Platz vier der populärsten Musikdokumentationen. An der Spitze war "The Greatest Night in Pop", der die Entstehung des Welthits "We Are the World" dokumentierte.

Gerade weil "Miss Americana" der älteste Film auf der Liste ist, zeigt das Beispiel, wie der Film durch Swifts Erfolge mit ihrem 2024 veröffentlichten Album "The Tortured Poets Department" und ihrer "Eras" Tour noch einmal an Popularität gewinnen konnte.

Benson Boone statt Taylor Swift

"The Tortured Poets Department" war 2024 in den USA sowohl digital als auch auf CD, Vinyl und Kassette das meistverkaufte Album und stürmte auch in Deutschland die Charts. 

Besonders unerwartet erscheint es in diesem Zusammenhang, dass Taylor Swift trotz ihres großen Erfolgs im letzten Jahr nur einen Song in den weltweiten Top 10 platzierte, und das sogar auf dem vorletzten Platz. Interessant ist auch, dass der Song "Cruel Summer" nicht auf dem aktuellen Erfolgsalbum der US-Amerikanerin ist, sondern bereits 2019 veröffentlicht wurde.

Auf Platz 1 schaffte es Benson Boones "Beautiful Things".

Trends von 2023 auch 2024 noch stark

Der Luminate-Jahresendbericht zeigt außerdem, dass Hip-Hop im letzten Jahr, wie auch in Deutschland, das beliebteste Genre in den USA war. Darauf folgten Rock, Pop, Country und Latin.

Die Popularität des Latin-Pop wächst schon seit mehreren Jahren. Bereits im Luminate-Report von 2023 zeichnete sich ein Latin-Boom in den USA ab.

Was der Bericht von 2023 außerdem zeigte, war ein Zuwachs an Country-Fans. Auch dieser Trend setzte sich 2024 weiterhin durch – und zwar auch hier in Deutschland, wie der BVMI-Jahresbericht zeigte. Laut dem Luminate-Report war Deutschland sogar das Land mit den zweithöchsten Streamingzahlen im Country-Genre.

Die Genres im Vergleich

Interessant ist auch das Streamingverhalten im Genrevergleich. Im Pop-Genre ist vor allem zeitgenössische Musik populär. Songs, die nach 2010 veröffentlicht wurden, machten fast 80% aller gestreamten Popsongs aus – Lieder, die zwischen 2020 und 2024 erschienen, fast die Hälfte.

Auch in Deutschland wurden laut dem BVMI-Jahresbericht im vergangenen Jahr besonders Lieder der 2020er gehört.

Dieser Trend ist nicht zwingend auf andere Genres übertragbar. Bei Rocksongs beispielsweise griffen Hörer*innen in den USA stärker auf Songs zurück, die mindestens fünf Jahre alt waren.

In der Zusammenfassung aller Genres beträgt die Zahl der gestreamten Songs, die älter als 5 Jahre sind, immerhin fast 50 Prozent.

Die großen Supporter

Der Luminate-Jahresendbericht zeigt außerdem erneut die Bedeutung der Superfans auf, deren Unterstützung für Künstler*innen weit über das Streamen von Songs hinausläuft. 

Superfans in den USA geben monatlich 66 Prozent mehr Geld für Live-Konzerte und sogar 105 Prozent mehr Geld für physische Tonträger oder Merchandise aus als durchschnittliche Hörer*innen.

Gen Z ist treibende Kraft für Live-Events 

Der Bericht gibt zudem interessante Einblicke in die Live-Branche. Im Generationenvergleich gaben die Millennials zwar durchschnittlich am meisten für Konzerte aus, die Generation Z übertraf sie jedoch in den Ausgaben für Festivals.

Obwohl die Gen Z die Millennials knapp überholte, gaben beide Generationen für Live-Shows insgesamt jeweils zirka 75 US-Dollar aus und lagen damit deutlich über dem Durchschnitt von 60 US-Dollar.

Bei Konzertbesucher*innen beider Generationen waren besonders Hip-Hop, Country und Electronic Dance Music beliebt, während Afrobeats, Americana und K-Pop eher weniger gehört wurden.

68 Prozent der Hörer*innen gaben allerdings auch an, dass Ticketpreise ein Hindernis für den Konzertbesuch darstellen. Steigende Kosten könnten den Besuch von Live-Events zukünftig also stark beeinflussen.

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