Streaming-Rekorde und neue Trend im Musikmarkt
Luminate Midyear Report 2026: Streaming erreicht neue Höchstwerte, CD mit Comeback
luminate streaming künstliche intelligenz
© Andrea Piacquadio via pexels.com
Das weltweite Musikstreaming stieg laut dem Halbjahresbericht des Medienanalyseunternehmens Luminate im ersten Halbjahr 2026 um 9,8 Prozent auf 2,8 Billionen Streams. Besonders außerhalb der USA fiel das Wachstum mit 11,8 Prozent erneut überdurchschnittlich aus. Auch der US-Markt entwickelte sich weiter positiv und legte um 4,8 Prozent zu.
Streaming wächst weltweit
Das Musikstreaming ist der wichtigste Wachstumstreiber der Branche. Im ersten Halbjahr 2026 wurden weltweit 2,8 Billionen Audiostreams gezählt. Das entspricht einem Plus von 9,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Damit setzt sich das kontinuierliche Wachstum der vergangenen Jahre fort. Besonders dynamisch entwickelten sich die internationalen Märkte außerhalb der USA.
CD Verkäufe wachsen
Während Streaming den Markt weiterhin dominiert, sorgen vor allem die physischen Musikformate für Aufmerksamkeit. Die CD Verkäufe stiegen in den USA im ersten Halbjahr 2026 um 16 Prozent und entwickelten sich damit deutlich stärker als Vinyl, das nur ein geringes Wachstum von 2,4 Prozent verzeichnete.
Als wichtiger Wachstumstreiber gelten weiterhin Sammlereditionen aus dem K-Pop-Bereich. Insgesamt stiegen die CD-Verkäufe in den USA im ersten Halbjahr 2026 um 16 Prozent auf 16,3 Millionen Einheiten.
Auch ohne den Einfluss von K-Pop-Veröffentlichungen hätte das Format laut Luminate noch ein Wachstum von 6,7 Prozent erreicht. Die Zahlen zeigen, dass physische Musikformate für viele Fans und Kunstschaffende weiterhin eine relevante Rolle spielen.
Besonders Sammlereditionen und exklusive Veröffentlichungen bleiben ein wichtiger Bestandteil moderner Verkaufstrategien.
Auch in Deutschland wuchs der CD Markt, allerdings nicht so stark. Laut Angaben des BVMI betrug das Wachstum im 1. Halbjahr 2026 0,8 Prozent. Vinyl legte (anders als in den USA) deutlich stärker zu, und zwar um fast 10 Prozent.
Internationale Musikmärkte
Neben dem Wachstum des Streamings verändert sich auch die Zusammensetzung des globalen Musikmarktes. In den USA war im ersten Halbjahr 2026 bereits nahezu jeder zehnte Stream spanischsprachig. Insgesamt entfielen 9,4 Prozent aller Audio- und Videostreams auf spanische Musik. Gleichzeitig sank der Anteil englischsprachiger Musik auf einen historischen Tiefstand von 87,1 Prozent.
Auch Künstler aus verschiedenen Regionen gewinnen international an Reichweite. Während US-amerikanische Acts weiterhin mehr als zwei Drittel der Streams in den USA ausmachen, konnten unter anderem Südkorea und Brasilien ihre Position in den Export-Rankings von Luminate verbessern. Südkorea stieg auf Platz drei, Brasilien auf Rang acht.
"Wir erleben eine strukturelle Neuausrichtung von Sprache und Grenzen, die zeigt, dass der Erfolg von Mainstream-Musik nicht länger an einen einzigen Markt gebunden ist",
erklärt Jaime Marconette, Vice President Music Insights & Industry Relations bei Luminate.
Wichtige Zielgruppe: Superfans
Neben Streaming und Verkäufen rückt auch die Beziehung zwischen Kunstschaffenden und ihren Fans stärker in den Mittelpunkt. Laut Luminate gelten 20 Prozent der US-Musikhörenden als sogenannte Superfans. Sie beschäftigen sich auf mindestens fünf verschiedene Arten mit Kunstschaffenden und Musik, etwa durch Streaming, Konzertbesuche, Merchandise oder den Kauf physischer Tonträger.
Besonders Millennials und Generation Z sind in dieser Gruppe stark vertreten. Gleichzeitig verfügen Superfans häufiger über eine höhere Kaufkraft und werden damit zu einer wichtigen Zielgruppe für Künstler und Musikunternehmen.
Künstliche Intelligenz
Auch Künstliche Intelligenz spielt in der Musikproduktion eine zunehmend größere Rolle. 54 Prozent der befragten US-Musiker stehen KI-Werkzeugen positiv gegenüber. 18 Prozent nutzen sie bereits, um bestehende Musik zu bearbeiten oder zu remixen. Bei Nicht-Musikern liegt dieser Anteil bei sechs Prozent.
Luminate sieht bislang jedoch keinen grundlegenden Einfluss einzelner KI-generierter Songs auf den Musikkonsum. "Zum jetzigen Zeitpunkt verändern KI-Werkzeuge aktiv kreative und Produktionsabläufe, aber einzelne KI-generierte Titel haben bislang noch keinen tiefgreifenden, langfristigen Einfluss auf das Konsumverhalten", sagt Jaime Marconette.
Marconette kommt damit zu ähnlichen Ergebnissen wie die Streaming-Plattform Deezer, die angibt, dass KI-generierte Musik lediglich 1-3 Prozent der Streams auf der Plattform ausmachen.
Ähnliche Themen
Streaming-Betrug im Visier
SII: Internationale Initiative der Musikbranche zur Bekämpfung von Streaming Betrug startet
veröffentlicht am 14.09.2026
Der Musikmarkt wird vielfältiger
Optimistische Prognose: Musikmarkt soll bis 2033 auf 120 Milliarden US-Dollar wachsen
veröffentlicht am 26.08.2026
Plattform kündigt weitere Maßnahmen an
KI-Musik macht auf Deezer erstmals mehr als die Hälfte neuer Uploads aus
veröffentlicht am 28.07.2026
Streaming und Vinyl treiben die Entwicklung an
BVMI-Halbjahresreport 2026: Musikindustrie wächst weiter, physischer Musikmarkt legt zu
veröffentlicht am 20.07.2026
Untersuchung verschiedener Generationen
Luminate Studie analysiert den Live-Musikmarkt: Gen Z gibt mehr Geld für Konzerte aus als Millennials
veröffentlicht am 17.07.2026