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Der Musikmarkt wird vielfältiger

Optimistische Prognose: Musikmarkt soll bis 2033 auf 120 Milliarden US-Dollar wachsen

News von BackstagePRO
veröffentlicht am 26.08.2026

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Optimistische Prognose: Musikmarkt soll bis 2033 auf 120 Milliarden US-Dollar wachsen

© Dziubi Steenbergen

Mehr als 120 Milliarden US-Dollar Umsatz bis 2033: MIDiA Research sagt dem globalen Musikmarkt starkes Wachstum voraus. Doch nicht alle dürften gleichermaßen davon profitieren – und einige Annahmen der Prognose werfen Fragen auf.

Der globale Musikmarkt wächst weiter – doch Wachstum, Reichweite und Einnahmen von Künstlern und Rechteinhabern entwickeln sich nicht zwangsläufig im gleichen Tempo. Das ist eine zentrale Erkenntnis der neuen Prognose von MIDiA Research.

Nach einem Wachstum von 11,4 Prozent im Jahr 2025 erreichte der weltweite Recorded-Music-Markt inklusive verwandter Rechte einen Umsatz von 74,3 Milliarden US-Dollar. Bis 2033 soll dieser Wert auf 121,1 Milliarden Dollar steigen.

Gleichzeitig erwartet MIDiA einen grundlegenden Wandel: Der Musikmarkt soll nicht nur größer, sondern auch vielfältiger werden. Streaming bleibt der wichtigste Umsatztreiber, während andere Formen der Monetarisierung von Musik und Fan-Beziehungen an Bedeutung gewinnen.

Streaming wächst, aber anders

Streaming bleibt das wichtigste Fundament der Musikindustrie. Allerdings nähert sich der Markt zunehmend seiner Reifephase. MIDiA erwartet ab 2026 steigende durchschnittliche Umsätze pro zahlendem Nutzer durch Preissteigerungen, neue Abo-Stufen und unterschiedliche Angebotsmodelle. Während sich das Wachstum der Nutzerzahlen verlangsamt, soll damit der durchschnittliche Umsatz pro Nutzer steigen.

Entscheidend ist allerdings, wo dieses Wachstum ankommt. MIDiA unterscheidet zwischen dem sogenannten „Retail Revenue“, also dem Geld, das Verbraucher für Musik ausgeben, und dem „Trade Revenue“, den Einnahmen, die bei den Rechteinhabern ankommen.

Die Differenz ist erheblich: Während MIDiA für 2033 ein Retail Revenue von 121,1 Milliarden US-Dollar prognostiziert, sollen die Trade Revenues lediglich 62,7 Milliarden Dollar erreichen. Ein erheblicher Teil der Verbraucherausgaben verbleibt damit innerhalb der Wertschöpfungskette bei Streaming-Diensten und weiteren Beteiligten.

Gleichzeitig entstehen neue Geschäftsmodelle und Formen der Musikvermarktung. Zusätzliche Umsätze auf Verbraucherseite führen daher nicht zwangsläufig zu entsprechend höheren Einnahmen bei Künstlern und Rechteinhabern. Für sie ist deshalb nicht nur entscheidend, wie stark der Musikmarkt insgesamt wächst, sondern wie viel von diesem Wachstum tatsächlich bei ihnen ankommt.

Die Fan-Economy wird wichtiger

Unter „Fan-Economy“ fasst MIDiA Einnahmen aus Bereichen jenseits des klassischen Streamings zusammen. Dazu gehören physische Musikprodukte, Merchandise, Live-Veranstaltungen sowie die Musiknutzung auf Social Media, Gaming- und Fitness-Plattformen. Die entsprechenden Umsätze sollen von 11,3 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 auf 18,5 Milliarden US-Dollar im Jahr 2033 steigen.

Für Künstler können sich daraus neue Möglichkeiten ergeben. Musik wird längst nicht mehr ausschließlich über klassische Streaming-Plattformen konsumiert. Social Media, Gaming- und Fitness-Plattformen entwickeln sich zu eigenen Feldern, in denen Musik genutzt, entdeckt und monetarisiert wird.

Für Künstler wird damit wichtiger, nicht allein auf Streaming-Reichweite zu setzen, sondern zu verstehen, auf welchen Plattformen und in welchen Kontexten ihre Fans aktiv sind – und welche direkten Erlösmodelle sich daraus entwickeln lassen.

Neue Märkte wachsen, alte Märkte verdienen

Auch geografisch verschiebt sich das Gewicht des Musikmarktes. Während die USA langfristig Marktanteile verlieren sollen, gewinnen insbesondere Länder außerhalb der traditionellen großen Musikmärkte an Bedeutung. MIDiA erwartet vor allem für Indien zwischen 2025 und 2033 einen deutlichen Zuwachs.

Gemessen an der Zahl der Musik-Abonnenten soll Indien 2033 hinter China und den USA bereits auf Platz drei liegen. Bei den Umsätzen aus Musik-Abonnements ergibt sich allerdings ein anderes Bild: Hier sollen die fünf größten Märkte 2033 weiterhin die USA, China, Großbritannien, Deutschland und Japan sein.

Die Prognose zeigt damit, dass Reichweite und Umsatzpotenzial nicht dasselbe sind. Neue Märkte können enorme Nutzerzahlen erreichen, während ein großer Teil der Umsätze weiterhin in den etablierten Musikmärkten erwirtschaftet wird.

Gleichzeitig können internationale Zielgruppen für Künstler leichter erreichbar werden. Durch digitale Distribution und globale Plattformen lassen sich Fans auch in Regionen erreichen, die früher nur mit erheblichem Aufwand zugänglich waren.

Werbefinanzierte Angebote gewinnen an Bedeutung

Besonders starkes Wachstum erwartet MIDiA bei werbefinanzierten Audio-Angeboten. Vor allem in Märkten, in denen kostenpflichtige Abos noch nicht flächendeckend verbreitet sind, könnten diese Modelle neue Nutzer erschließen und zusätzliche Reichweite schaffen.

Der Musikmarkt der Zukunft würde damit stärker aus einer Mischung aus Premium-Abos, werbefinanzierten Angeboten und weiteren Erlösmodellen bestehen.

Allerdings bleibt die Frage, wie gut sich die zusätzliche Reichweite monetarisieren lässt. Werbefinanzierte Angebote erzielen pro Nutzer in der Regel deutlich geringere Erlöse als kostenpflichtige Abonnements. Stark steigende Nutzerzahlen bedeuten daher nicht automatisch ein entsprechendes Umsatzwachstum für Künstler und Rechteinhaber.

Ein allzu optimistisches Bild?

Die Prognosen von MIDiA Research zeichnen insgesamt ein optimistisches Bild für die kommenden Jahre. Dennoch sollten langfristige Vorhersagen mit Vorsicht betrachtet werden – gerade in einem Musikmarkt, dessen Rahmenbedingungen sich derzeit stark verändern.

Eine wesentliche Unsicherheit ist die Entwicklung generativer KI. Sollte KI-generierte Musik in den kommenden Jahren einen größeren Anteil an Nutzung und Umsätzen gewinnen, könnte sie sowohl die Verteilung der Erlöse als auch die Struktur des Streaming-Marktes erheblich verändern. In der Prognose scheint dieser Faktor allerdings nur eine untergeordnete Rolle zu spielen.

Auch das erwartete starke Wachstum werbefinanzierter Angebote ist keineswegs selbstverständlich. Zwar können kostenlose Angebote große Nutzerzahlen erreichen, ihre Monetarisierung bleibt jedoch deutlich schwieriger als bei kostenpflichtigen Abonnements.

Die prognostizierten 121,1 Milliarden US-Dollar im Jahr 2033 sollten daher weniger als sichere Entwicklung denn als mögliches Szenario verstanden werden. Klar ist hingegen die grundsätzliche Richtung, die MIDiA beschreibt: Der globale Musikmarkt wird größer und vielfältiger. Für Künstler und Rechteinhaber wird aber zunehmend entscheidend sein, welchen Anteil sie an diesem Wachstum tatsächlich erhalten.

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