Keine grundlegenden Bedenken
EU genehmigt Übernahme von Downtown durch Universal mit Auflagen
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Pieter van Rijn, CEO von Downtown Music. © Downtown Music
In ihrer Prüfung kam die EU-Kommission zu dem Schluss, dass die Übernahme von Downtown Music durch die zu UMG gehörende Virgin Music Group den Wettbewerb in den Bereichen Tonträgergeschäft, Artist- & Label-Services sowie Musikverlag grundsätzlich nicht erheblich beeinträchtigen wird.
Marktanalysen bestätigten unter anderem, dass weiterhin mehrere starke Wettbewerber – darunter Sony Music, Warner sowie unabhängige Dienstleister wie Believe, DistroKid, IDOL, Kontor oder ONErpm – aktiv sind und ein Anbieterwechsel für Labels und Künstler gängige Praxis bleibt.
Bedenken bei Curve
Wettbewerbsrechtliche Bedenken ergaben sich jedoch im Zusammenhang mit Curve. Die Plattform verarbeitet sensible Abrechnungs- und Geschäftsdaten zu Lizenzvereinbarungen zwischen Künstlern und Labels. In der ursprünglich angemeldeten Form hätte UMG potenziell Zugang zu vertraulichen Daten konkurrierender Labels erhalten können – etwa zur Bewertung der Rentabilität von Künstlerverträgen oder zu Markttrends nach Regionen und Zielgruppen.
Um diese Bedenken auszuräumen, verpflichteten sich UMG und Downtown zur vollständigen Veräußerung von Curve. Diese umfasst sämtliche Kundenbeziehungen und Daten, Serviceverträge, das gesamte Personal sowie die Plattform selbst inklusive Quellcode, Algorithmen und IT-Infrastruktur. Das fusionierte Unternehmen erhält lediglich eine befristete Übergangslizenz zur internen Nutzung der Software – ohne Zugriff auf Kundendaten.
Die Einhaltung der Verpflichtungen wird von einem unabhängigen Treuhänder unter Aufsicht der Kommission überwacht. Zudem wird die Kommission in einem separaten Verfahren einen geeigneten Käufer für Curve genehmigen.
Ende eines langen Prozesses
In einer ausführlichen Stellungnahme kommentiert die europäische Indie-Vereinigung IMPALA den Abschluss des Verfahrens. Sie sieht es als Erfolg, dass die EU sich im Detail mit der Übernahme beschäftigt hat, was nur bei weniger als einem Prozent aller Übernahmen vorkomme. IMPALA kündigt an, die Umsetzung der Übernahme weiterhin kritisch zu beobachten und notfalls Rechtsmittel zu ergreifen.
Inhaltlich machen die Statements aber auch klar, dass IMPALA einen anderen Ausgang der Prüfung bevorzugt hätte. So nennt Birte Wiedmann vom VUT die Genehmigung der Übernahme eine "riesige Enttäuschung für alle Unabhängigen".
Ganz anders klingt natürlich die Stellungnahme von Downtown CEO Peter van Rijn. Er erklärt:
"Durch den Zusammenschluss mit der Virgin Music Group tragen wir dazu bei, ein vielfältigeres, dynamischeres und chancenreicheres Umfeld zu schaffen – eines, das die Unabhängigkeit stärkt und den kulturellen Einfluss unserer außergewöhnlichen Partner erweitert."
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