Umsetzung eines Sparprogramms
Universal Music baut Stellen ab und ordnet Führung neu
Der Firmensitz von Universal Music in Berlin. © Tony Webster (https://flic.kr/p/vfD9AM) / Lizenz: CC BY 2.0
Bei der Universal Music Group (UMG) kommt es zu weiteren Personalveränderungen und Stellenstreichungen. Wie Music Business Worldwide berichtet, wurden in den vergangenen Tagen mehrere Abgänge auf Führungsebene bekannt. Die Maßnahmen erfolgen während eines bereits 2024 angekündigten Sparprogramms, mit dem der Musikkonzern seine jährlichen Kosten um insgesamt 250 Millionen Euro senken will.
In den USA wird Tunji Balogun, Chairman und CEO von Def Jam Recordings, UMG bis zum Jahresende verlassen. Auch Nicole Wyskoarko und Sam Riback, die bislang als Presidents of A&R bei Interscope Geffen A&M (IGA) tätig waren, scheiden aus dem Unternehmen aus.
In Großbritannien verlässt Ben Mortimer seine Position als President der Polydor Label Group. Rebecca Allen gibt nach 27 Jahren ihre Tätigkeit als Chief Artist and Strategy Officer bei UMG UK auf. Hannah Neaves, bislang President von UMRecordings UK, wechselt dagegen in eine beratende Funktion.
Auch Mark Crossingham tritt als Managing Director von Universal Music Ireland zurück. Sein Nachfolger wird Nick Younger.
Führungsaufgaben werden neu verteilt
Parallel zu den Abgängen werden innerhalb der US-Labelstruktur Verantwortlichkeiten neu geordnet. Nach Informationen von Music Business Worldwide sollen Imran Majid und Justin Eshak bei Island Records zusätzliche Aufgaben übernehmen.
Auch Jeffrey Remedios und Tyler Arnold erhalten neue Führungsfunktionen bei Republic Records. Bei Interscope Geffen A&M sollen Laura Carter, Ramon Alvarez-Smikle und Michelle An künftig größere Verantwortungsbereiche übernehmen.
Die Veränderungen betreffen damit nicht nur einzelne Stellen, sondern auch die Organisation und Führung mehrerer wichtiger Labels.
Universal Music bündelt Führung in der GSA-Region
Auch in Deutschland kam es nach Informationen von Music Business Worldwide zuletzt zu Stellenstreichungen. Unabhängig davon organisiert Universal Music die Führung seiner Gesellschaften in Deutschland, Österreich und der Schweiz neu.
Ivo Sacchi verlässt nach 25 Jahren an der Spitze von Universal Music Switzerland das Unternehmen. Seit Anfang 2024 war er zusätzlich für das Geschäft in Österreich verantwortlich. Nach Angaben des Unternehmens will er sich künftig eigenen unternehmerischen Aktivitäten in den Bereichen Entertainment und Kunst widmen.
Seine bisherigen Aufgaben übernimmt Ulf Zick, der zusätzlich zu seinen bestehenden Zuständigkeiten künftig auch die Teams in Zürich und Wien leitet. Universal Music will die drei Märkte in einer gemeinsamen GSA-Struktur enger miteinander verbinden.
Welche organisatorischen Auswirkungen diese Neuordnung auf die einzelnen Standorte und deren Beschäftigte hat, geht aus der Mitteilung nicht hervor.
Sparprogramm soll 250 Millionen Euro bringen
Die aktuellen Stellenstreichungen erfolgen im Rahmen eines Sparprogramms, das Universal Music bereits im Februar 2024 angekündigt hatte. Es sieht eine Kombination aus Personalabbau und weiteren Maßnahmen zur Steigerung der betrieblichen Effizienz vor.
Das Programm soll bis 2027 abgeschlossen werden und jährliche Einsparungen von insgesamt 250 Millionen Euro ermöglichen.
UMG-Finanzchef Matt Ellis erklärte bei der Vorstellung der Jahreszahlen 2025 im März 2026, dass das Unternehmen mit der Umsetzung im Zeitplan liege. Demnach wurden 2025 Einsparungen von 90 Millionen Euro erzielt.
Für 2026 rechnet UMG mit weiteren Einsparungen von 40 bis 50 Millionen Euro. Im Jahr 2027 sollen zusätzliche 35 bis 45 Millionen Euro wirksam werden.
Wie viele Arbeitsplätze im Rahmen der aktuellen Maßnahmen insgesamt wegfallen, ist nicht bekannt.
Universal Music verweist auf neue Technologien
Ein Sprecher von Universal Music begründete die Veränderungen gegenüber Music Business Worldwide mit der Notwendigkeit, frühzeitig auf Entwicklungen der Musikbranche zu reagieren und neue Wachstumschancen zu nutzen.
Das Unternehmen wolle neue Kompetenzen und Technologien einbringen sowie die Zusammenarbeit zwischen seinen Teams verbessern. Gleichzeitig dankte UMG den Beschäftigten, deren Stellen im Zuge der Umstrukturierung wegfallen.
Die Maßnahmen erfolgen in einer Phase, in der auch andere große Musikunternehmen ihre Kostenstrukturen überprüfen. Warner Music Group hat seit 2023 mehrere Sparprogramme angekündigt, die mit umfangreichen Stellenstreichungen verbunden sind.
Bei Universal Music selbst ging die bereinigte EBITDA-Marge im zweiten Quartal 2026 von 22,7 auf 20,5 Prozent zurück. Trotz steigender Umsätze steht damit auch die Profitabilität des Unternehmens im Fokus.
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