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Major Label verdient zu wenig Geld

Universal Music enttäuscht trotz Umsatzplus – Aktie bricht um rund 25 Prozent ein

News von BackstagePRO
veröffentlicht am 31.07.2026

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Universal Music enttäuscht trotz Umsatzplus – Aktie bricht um rund 25 Prozent ein

Lucian Grainge (links), CEO Universal Music Group, gemeinsam mit dem Schauspieler James Corden und Irving Azoff (Azoff MSG Entertainment) (2018). © Luke Harold via Flickr / Lizenz: CC0

Mehr Umsatz, aber sinkende Profitabilität: Die Universal Music Group (UMG) hat im zweiten Quartal 2026 ihre Erlöse deutlich gesteigert, die Erwartungen der Anleger jedoch beim operativen Ergebnis verfehlt. Die Börse reagierte mit dem größten Kurseinbruch seit dem Börsengang des weltgrößten Musikkonzerns.

Mit einem Umsatz von 3,29 Milliarden Euro legte Universal Music im zweiten Quartal währungsbereinigt um 13,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu.

Wachstumstreiber waren unter anderem die Übernahme von Downtown Music Holdings, Preiserhöhungen im Rahmen der "Streaming 2.0"-Vereinbarungen sowie starke Erlöse aus dem physischen Musikgeschäft, Lizenzen und dem Musikverlag Universal Music Publishing Group.

Auch die Abo-Umsätze im Recorded-Music-Segment entwickelten sich positiv und stiegen währungsbereinigt um 16,6 Prozent. Zu den erfolgreichsten Künstlern des Quartals zählten Noah Kahan, BTS, Olivia Rodrigo, Drake und Olivia Dean.

Gewinnmarge gerät unter Druck

Trotz des kräftigen Umsatzwachstums verschlechterte sich jedoch die Profitabilität. Die bereinigte EBITDA-Marge sank von 22,7 auf 20,5 Prozent, während das bereinigte EBITDA leicht auf 674 Millionen Euro zurückging. Als Gründe nennt UMG vor allem die Integration des übernommenen Unternehmens Downtown Music Holdings, einen margenärmeren Umsatzmix im Recorded-Music-Geschäft, höhere Verwaltungskosten sowie Verluste im Merchandising-Bereich.

Besonders kritisch bewerteten Anleger den Einbruch des Free Cashflows, ein Kennwert der zeigt, wie viel Kapital ein Unternehmen verfügt, um beispielsweise Investitionen zu tätigen. Dieser sank im ersten Halbjahr um mehr als 85 Prozent auf lediglich 24 Millionen Euro. UMG führt dies unter anderem auf höhere Investitionen, gestiegene Zinskosten und definitorische Veränderungen zurück.

Streaming wächst langsamer

Zudem bewertete Anleger das nachlassende Wachstum der Streaming-Abonnements negativ. Organisch legten die Abo-Erlöse im zweiten Quartal nur noch um 6,7 Prozent zu, nachdem sie im ersten Quartal noch um 7,9 Prozent gewachsen waren.

Einschließlich der übernommenen Downtown Music Holdings stiegen die Abo-Umsätze zwar um 14,3 Prozent (16,6 Prozent währungsbereinigt), an der Börse rückte jedoch vor allem die nachlassende Dynamik des Kerngeschäfts in den Fokus.

Aktie stürzt ab

Die Börse reagierte entsprechend deutlich: Die UMG-Aktie verlor zeitweise rund ein Viertel ihres Wertes und markierte ein neues 52-Wochen-Tief. Auch Aktien anderer Musikunternehmen gerieten unter Druck, darunter Warner Music. Die Aktie des Hauptanteileigners Vivendi verlor ebenfalls mehr als 15 Prozent an Wert.

Analysten von Citi, Deutsche Bank, JPMorgan und weiteren Finanzunternehmen waren in ihren Urteilen ausgesprochen negativ und beurteilten die Quartalszahlen als uneingeschränkte Enttäuschung. Trotz der Hoffnung auf bessere Zahlen in der zweiten Jahreshälfte, zeigt die heftige Marktreaktion, wie hoch die Erwartungen in der Musikbranche inzwischen sind. Ein reines Umsatzplus reicht nicht, Investoren erwarten zusätzlich wachsende Profitabilität. Genau darin enttäuschten die Zahlen von Universal Music.

Krisenhafte Entwicklung

Die Marktkapitalisierung von Universal Music beträgt aufgrund des Einbruchs nur noch knapp 27 Milliarden Euro. Vor wenigen Monaten hatte US-Milliardär Bill Ackmann einen Kaufpreis von 55 Milliarden Euro geboten, allerdings größtenteils nicht in Bar, sondern in Form von Anteilen an einem neu ausgerichteten Unternehmen. Universal Music lehnte die Übernahme ab und übernahm Bill Ackmanns Aktien. 

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung stellt sich allerdings die Frage, wie es jetzt mit Universal Music weitergeht. Es erscheint fraglich, dass die Zufriedenheit mit CEO Lucian Grainge anhält, wenn er nicht schnell bessere Geschäftszahlen verkünden kann.

In diesem Zusammenhang erweist sich auch die umstrittene Übernahme von Downtown als kostspielige Entscheidung. Die Integrationskosten trugen nach Unternehmensangaben ebenfalls zum schlechten Quartalsergebnis bei.

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