Kein Stein auf dem anderen
Grundlegender Wandel und massiver Personalabbau bei Warner-Tochter Atlantic Music
Robert Kyncl, CEO von Warner Music. © Warner Music
Im August 2024 hatte Warner Music bereits eine umfassende Umstrukturierung seiner Abteilung für Musikaufnahmen bekannt gegeben.
Zukünftig solle es bei Warner in den USA zwei Labelgruppen geben: Warner Records und die Atlantic Music Group, die allerdings grundlegend umstrukturiert wird.
Viele Veränderungen auf einmal
Bereits im März hatte die Atlantic Music Group in einem Schreiben an seine Mitarbeitenden davon gesprochen, circa zwei Dutzend Stellen abbauen zu wollen. Nun scheint dieser Plan in die Tat umgesetzt worden zu sein – wenn auch in deutlich größerem Ausmaß.
Wie Music Business Worldwide berichtet soll sich das Label neben der Entlassung von rund 150 Mitarbeitenden am 19. September 2024, darunter viele Vertraute von Ex-CEO Julie Greenwald, die Atlantic verlassen hat. Auch Max Lousade, der seit acht Jahren CEO der Abteilung für Musikaufnahmen ist, wird von seinem Posten zurücktreten, aber bis Januar 2025 als Berater erhalten bleiben.
Zudem hat sich Atlantic im Laufe des Monats auch von etwa einem Dutzend seiner Künstler*innen getrennt. Ein weiterer Wechsel steht Ende des Monats aus. Dann tritt Elliot Grainge die Position als neuer CEO an.
CEO bestätigt Pläne
Warner Music Group-CEO Robert Kyncl hat die Entlassungswelle bei Atlantic inzwischen in einer internen Mail bestätigt. Das Unternehmen sei bestrebt, Betroffene zu unterstützen.
Zudem weist er darauf hin, dass die Warner Music Group in der kommenden Woche eine neue Struktur für die Atlantic Music Group vorstellen werde. In diesem Rahmen werde Elliot Grainge noch vor seinem ersten Arbeitstag eine Ankündigung bezüglich des künftigen Führungsteams machen.
Umfassender Strategiewechsel
Schon jetzt ist aber klar, dass die neue Atlantic Music Group mit dem alten Label nur noch wenig Gemeinsamkeiten aufweisen wird. Music Business Worldwide-Gründer Tim Ingham spekuliert über die Auswirkungen auf die Musikindustrie als Ganzes:
"Könnte es sein, dass sich die Strategie von Majors wie der Atlantic Music Group nun weiter in Richtung einer höheren Frequenz von flüchtigen Streaming-Stars entwickelt - und weiter davon entfernt ist, 'alle Hebel in Bewegung zu setzen', um dauerhafte kulturelle Superstars hervorzubringen?"
Ähnliche Themen
Neue Partnerschaft
Warner Music Group und Bain Capital wollen 1,2 Milliarden US-Dollar in Musikkataloge investieren
veröffentlicht am 03.07.2025
Mehr Transparenz
Echtzeit-Insights für Artists: Warner Music launcht Beta-Version von WMG Pulse
veröffentlicht am 10.06.2025
Streaming stagniert
Warner Music verzeichnet Rückgang des Nettogewinns um 69 Prozent im 4. Quartal 2024
veröffentlicht am 29.11.2024 1
Frischer Wind im Unternehmen
Neuer CEO Christoph Behm krempelt Sony Music GSA um
veröffentlicht am 14.10.2024
Ein Label im Wandel
Globale Möglichkeiten und neue Märkte: Warner Umstrukturierung geht weiter
veröffentlicht am 08.10.2024