Streaming stagniert
Warner Music verzeichnet Rückgang des Nettogewinns um 69 Prozent im 4. Quartal 2024
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Robert Kyncl, CEO von Warner Music. © Warner Music
Im Gegensatz zu anderen Unternehmen läuft das Geschäftsjahr der Warner Music Group immer bis zum 30. September. Die aktuellen Zahlen des vierten Quartals beziehen sich daher auf den Zeitraum von Juli bis Ende September.
Zudem veröffentlichte Warner Music auch den Finanzbericht für das gesamte Geschäftsjahr. Die hier dargestellten Zahlen beziehen sich auf konstante Währungskurse.
Sinkender Gewinn trotz Umsatzsteigerung
Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Umsatz von Warner Music im vierten Quartal um drei Prozent und auch der bereinigte operative Gewinn (OIBDA) stieg auf 353 Millionen US-Dollar gegenüber 317 Millionen US-Dollar – ein Zuwachs von elf Prozent.
Dem steht ein erheblicher Rückgang des Nettogewinns gegenüber: Dieser betrug im vierten Quartal lediglich 48 Millionen US-Dollar gegenüber 154 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal.
Als Gründe für den Rückgang des Nettogewinns nennt Warner den durch Schulden in Euro bedingten Zinsaufwand sowie die aktuellen Währungskurse.
Stagnation beim Streaming
Mit Streaming-Einnahmen im Bereich Recorded Music erzielte Warner Music zwar ein Umsatz-Wachstum von 2,1 Prozent. Im Vorjahr lag das Wachstum aber noch bei 9,6 Prozent – der streamingbedingte Umsatz verzeichnet nur noch ein geringes Wachstum.
Der Umsatz von Warner Music wurde auch durch das Ende der Vertriebsvereinbarung mit BMG negativ beeinflusst. Im Vergleich zum Vorjahresquartal hatte dies einen Umsatzrückgang von 25 Millionen US-Dollar zur Folge.
Zudem habe eine Entscheidung des Copyright Royalty Board bezüglich US-Lizenzgebühren Einfluss auf die Finanzen genommen: Dadurch erwirtschaftete Warner Music 17 Millionen US-Dollar weniger als im Vorjahr.
Werden diese Faktoren herausgerechnet, stieg der Umsatz des Unternehmens um sechs anstatt um knapp drei Prozent.
Gewinnsteigerung auf Jahresebene
Anders als im vierten Quartal zeigen die Zahlen des gesamten Geschäftsjahres positive Werte. So stieg der Gesamtumsatz um sieben Prozent und auch beim Nettogewinn zeigt sich ein Zuwachs. In den vergangenen 12 Monaten erwirtschafte Warner Music 478 Millionen US-Dollar gegenüber 439 Millionen US-Dollar im Vorjahr.
Das Segment der digitalen Umsätze stieg auf das Geschäftsjahr bezogen um 7,6 Prozent, die Streaming-Einnahmen durch Recorded Music um 7,3 Prozent. Einen wichtigen Anteil an der Steigerung des Gesamtumsatzes hatte zudem ein Wachstum in den Bereichen physischer Umsätze und Lizenzeinnahmen.
Auch der bereinigte operative Gewinn (OIBDA) stieg um 16 Prozent auf 1,4 Millionen Dollar gegenüber 1,2 Millionen Dollar im Vorjahr.
Stimmen zum Wirtschaftsbericht
Trotz des negativen Trends im letzten Quartal des Geschäftsjahres zeigt sich Robert Kyncl, CEO der Warner Music Group, zuversichtlich:
"Unsere Leistung in diesem Quartal und in diesem Jahr hat unsere Stärke und Anpassungsfähigkeit in einem florierenden, schnelllebigen Markt gezeigt. Wir entwickeln WMG weiter, basierend auf dem Prinzip, dass Einfachheit und Fokus zu höherer Intensität und globaler Wirkung führen. Dies verbessert unsere Fähigkeit, originelle Künstler und Songwriter in allen Stadien ihrer Karriere anzuziehen, ihnen zu helfen, ihre musikalischen Visionen zu verwirklichen und eine leidenschaftliche, loyale Fangemeinde aufzubauen."
Dem schließt sich auch Bryan Castellani, CFO der Warner Music Group, an und blickt positiv in die Zukunft von Warner Music:
"Wir sind begeistert von den Möglichkeiten, die vor uns liegen, und freuen uns darauf, im Jahr 2025 und darüber hinaus mehr kulturprägende Musik zu liefern."
Sinkende Aktie
An der Börse zeichnete sich hingegen ein etwas anderes Bild ab. Nach Veröffentlichung des Quartalsberichts stürzte die Aktie um elf Prozent auf unter 30 US-Dollar ab (Stand: 21. November 2024). Das ist der stärkste Rückgang auf dem Aktienmarkt seit 18 Monaten.
Mittlerweile ist die Aktie wieder gestiegen: Aktuell beträgt der Wert knapp mehr als 32 US-Dollar.
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