Ergebnis des Club- und Festival-Monitorings
LiveKomm-Umfrage: Umsatzrückgang und Kostensteigerungen bedrohen Musikclubs
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© Jascha Müller-Guthof
245 Musikspielstätten (davon 65 Prozent kleine und mittelgroße Clubs mit Kapazitäten von bis zu 450 Personen sind) äußerten sich im Rahmen des aktuellen Club- und Festival-Monitorings der LiveKomm zu ihrer aktuellen Lage an. Gegenüber dem Vorjahr lag der Umsatzverlust bei 2,8 Prozent – ein etwas geringerer Verlust ist als im Jahr zuvor.
Dies heißt jedoch nicht, dass sich die Probleme der Musikspielstätten verringert haben. Trotz relativ stabiler Besucherzahlen leiden viele Spielstätten unter Existenzängsten.
Kostendeckungsquote verringert sich
97,4 Prozent der befragten Musikspielstätten gaben an, dass die Kosten in allen Betriebsbereichen gestiegen sind, 81,8 Prozent sehen sich vor finanziellen Herausforderungen. Vor allem deregulierte Gewerbemieten (48,7 Prozent) und steigende Gagen-Forderungen (69,9 Prozent) stellen viele Musikspielstätten vor große Herausforderungen.
Die gestiegenen Kosten sieht die LiveKomm auch als Hauptgrund für die Verringerung der ohnehin eher geringen Kostendeckungsquote, wodurch notwendige Investitionen verhindert würden. 61 Prozent der Musikspielstätten erklärten zudem, dass sie aufgrund von Anpassungen an Booking/Programmplanungen weniger Nachwuchskünstlern eine Bühne bieten können.
Staatliche Förderung benötigt
Im Zuge der Erhebung gaben 67,7 Prozent der Spielstätten an, dass sie staatliche Fördermittel benötigen, um ihren Betrieb in den kommenden zwölf Monaten aufrechtzuerhalten.
Hinsichtlich ihrer Lösungsvorschlägen verweist die LiveKomm auf neue Brancheninitiativen wie den Live Music Fund. Bereits bestehende Programme wie Live 500 der Initiative Musik sollen ausgebaut werden.
Mankel Brinkmann, Erster Vorsitzender der LiveKomm, sagt dazu:
"Clubs und Festivals sind der Motor der Livebranche und ein unverzichtbarer Teil unserer Kultur. Sie bieten den Stars von morgen eine Bühne, bringen Menschen zusammen und fördern kulturelle Vielfalt sowie gesellschaftlichen Zusammenhalt. Doch ohne nachhaltige politische Unterstützung sind diese essenziellen Orte in Gefahr. Die Politik muss ihre Bedeutung endlich anerkennen und ihren Förderauftrag nicht aus dem Blick verlieren – und das nicht nur in Bezug auf die sogenannte Hochkultur."
Zu den Kernforderungen der LiveKomm gehören:
- Anerkennung des kulturellen Bezugs von Clubs und Livemusikspielstätten innerhalb der Baunutzungsverordnung: Musikclubs mit nachweisbar kulturellem Bezug sollen aus Sicht der LiveKomm als Anlagen kultureller Zwecke eingestuft werden. Eine ausnahmsweise Zulässigkeit in Wohngebieten und grundsätzliche Zulässigkeit in Gewerbegebieten soll dabei vorgesehen werden.
- Verstetigung und Ausbau von Musikclub- und Festivalförderungen auf Bundesebene: Dies beinhaltet die Schaffung eines nachhaltigen Investitionsprogramms mit dem Titel "Investitionsfonds: Zukunft der Musikspielstätten", um die ökologische Transformation zu bewältigen.
- Politische Unterstützung bei der Einrichtung des Live Music Fund: Durch eine freiwillige Ticketabgabe soll die finanzielle Notlage der Spielstätten gelindert werden, zudem soll ein "Kreislauf der Musikkultur" mit etablierten und Nachwuchskünstlern geschaffen werden. Lediglich die Unionsparteien und die Grünen positionierten sich zum Live Music Fund in ihren Wahlprogrammen.
Weitere Kernforderungen sind das Umsteuern beim Bundesimmissionsschutzgesetz und dem Verstetigen des Schallschutzprogramms, eine branchenkonforme Gestaltung der "Arbeit auf Abruf" und eine verpflichtende Integration von Awareness-Konzepten in Sicherheitskonzepte für genehmigungspflichtige Veranstaltungen.
Zudem ist die LiveKomm einer der Verbände, die mit dem Forum Musikwirtschaft im September 2024 ein gemeinsames Positionspapier mit 11 zentralen Forderungen für eine starke Musikwirtschaft veröffentlichte.
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