Kritik an mangelnder Förderung
Musikverbände fordern Aufstockung der Kulturetats in Bund, Ländern und Kommunen
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© Brett Sayles via Pexels
Politiker in Bund, Ländern und Kommunen sollen nach Ansicht der Verbände für die Erhöhung der Kulturetats einsetzen. Das Ziel bestehe darin, "in öffentlich geförderten Projekten und Institutionen faire Honorare und nicht nur Mindesthonorare für selbstständige künstlerische Leistungen zu bezahlen".
Angemessene Honorare in weiter Ferne
Bisher werden selbstständige Musizierende bei öffentlich geförderten Projekten nach Mindesthonoraren bezahlt. Aus der "Empfehlung für Honoraruntergrenzen in durch BKM geförderten Projekten und Einrichtungen 2025/26" des Deutschen Musikrats geht hervor, dass eine faire Bezahlung "gut das Doppelte" des aktuellen Tagessatzes von 300 Euro betrage.
Ohne Erhöhung der Kulturhaushalte "sind angemessene Honorare im Kreativbereich auch künftig mehr Wunsch als Wirklichkeit", heißt es weiter in der Mitteilung. Unter dem Hashtag #FaireVergütung setzen sich die Verbände für eine angemessene Bezahlung der Musizierenden ein.
Gesellschaftliche Folgekosten
Lena Krause, Geschäftsführerin von FREO – Freie Ensembles und Orchester in Deutschland e.V. betont:
"Die freie Musikszene bereichert die Musiklandschaft in Deutschland. Doch dem großen künstlerischen Erfolg steht in der Regel eine prekäre Einkommenssituation der Musiker*innen gegenüber. Auf lange Sicht ergeben sich in diesem Zusammenhang unweigerlich hohe gesamtgesellschaftliche Folgekosten. Kulturförderung kann zwar keine Maßnahme zur sozialen Absicherung sein – wo aber Förderung gewährt wird, müssen existenzsichernde Honorare gezahlt werden."
Auf andere Einkommen angewiesen
In der 2023 vom Deutschen Musikinformationszentrum veröffentlichten Studie "Professionelles Musizieren in Deutschland" wird deutlich, wie schlimm die Lage wirklich ist.
Demnach lebten zum Veröffentlichungszeitpunkt nur ungefähr 30 Prozent der professionellen Musizierenden ausschließlich von der Musik. Fast jeder Zweite ging zusätzlich musikpädagogischen Tätigkeiten nach, ein Drittel übte nebenbei nicht-musikalische Tätigkeiten aus - nur, um den Lebensunterhalt zu bestreiten.
Unter den professionellen Musikern verdiente letztendlich knapp ein Fünftel weniger als 1.500 Euro pro Monat.
"Der Beruf der Musikerin oder des Musikers muss endlich attraktiver werden – auch durch eine wertschätzende, fachkundige und angemessene Förderpolitik", argumentiert Antje Valentin, Generalsekretärin des Deutschen Musikrats.
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