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Bericht der Live DMA

Neue Daten zur europäischen Clubszene: 70 Millionen Besucher und 1,8 Milliarden Euro Umsatz

News von Backstage PRO
veröffentlicht am 15.01.2020

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Neue Daten zur europäischen Clubszene: 70 Millionen Besucher und 1,8 Milliarden Euro Umsatz

Durch Entbürokratisierung und Stärkung des Ehrenamts soll die rheinland-pfälzische Kulturförderung gerade für kleinere Veranstaltungen attraktiver werden. © tottr auf Flickr / Lizenz: CC BY-SA 2.0

Die Live DMA, ein Dachverband der Livemusik-Spielstätten in Europa, hat in einer neuen Studie Aktivität und Geschäftsmodell ihrer gut 2600 Mitglieder im Jahr 2017 analysiert.

Die von der Live DMA erfassten Fakten zur europäischen Live-Szene können sich durchaus sehen lassen: Die 2597 Mitgliedsspielstätten aus 14 verschiedenen europäischen Regionen organisierten 2017 gut 400.000 Musikveranstaltungen und präsentierten dabei gut 950.000 Künstlerinnen und Künstler.

  • Die Veranstaltungen lockten insgesamt über 70 Millionen Besucherinnen und Besucher an.
  • Die durchschnittliche Publikumskapazität liegt bei 375.

Insgesamt bieten 87 Prozent der befragten Venues Platz für weniger als 1000 Menschen; 51 Prozent der Venues zählen mit einer Kapazität von unter 400 zu den kleinen Venues und 36 Prozent zu den mittleren (400-999 Menschen). 

Veranstaltungen unter der Lupe

  • Im Durchschnitt organisierten die Venues und Clubs 157 Musikevents.
  • Dafür buchten sie insgesamt 367 Künstlerinnen und Künstler.
  • Nur 37 Prozent der Spielstätten und Clubs sind ausschließlich auf Livemusik fokussiert.

Die meisten Venues besitzen auch ein soziales und erzieherisches Engagement, bieten etwa Support für junge Künstlerinnen und Künstler an, zeigen Filme und Theaterstücke oder organisieren Kunstausstellungen.

Dabei stechen insbesondere die Spielstätten, die in der öffentlichen Hand liegen, durch ihr soziales Engagement hervor: Diese sind nur zu zwei Prozent rein auf Livemusik-Veranstaltungen festgelegt und bieten unterstützende Angebote für Musikerinnen und Musiker wie z.B. Proberäume oder Workshops.

Insgesamt sind diese Angebote jedoch deutlich in der Unterzahl: Nur acht Prozent der Live DMA-Mitglieder befinden sich in öffentlicher Hand. 48 Prozent sind privat organisiert und verfolgen eine kommerzielle Absicht; 44 Prozent werden privat und auf Non-Profit-Basis betrieben. 

Der schnöde Mammon

  • Der Umsatz der befragten Venues liegt bei insgesamt 1,8 Milliarden Euro im Jahr 2017.
  • Das Geld stammt zu…
    • …35 Prozent aus Ticketverkäufen,
    • …37 Prozent aus der Gastronomie,
    • …16 Prozent aus Subventionen und
    • …12 Prozent aus anderen Bereichen.

Wichtig zu beachten ist laut der Live DMA dabei, dass nicht nur der direkte Umsatz der Spielstätten und Clubs von Bedeutung ist: Wie erst kürzlich in einer Berliner Clubstudie gezeigt, funktionieren Venues auch als wichtige Triebfeder für den Umsatz anschließender Branchen wie Tourismus oder Gastronomie. 

Freiwillige vor

Die Ausgaben der Spielstätten fließen zu…

  • …35 Prozent in die Programmkosten,
  • …34 Prozent in die Bezahlung der Angestellten,
  • …13 Prozent in Miet- und Unterhaltskosten und
  • …21 Prozent in andere Bereiche. 

Insgesamt sind 87.000 Arbeiterinnen und Arbeiter in den befragten Venues involviert – der größte Teil von ihnen mit 56.000 sind Freiwillige; die Zahl der Festangestellten beläuft sich auf 28.000.

Wenngleich die Festangestellten für den regulären Betrieb unverzichtbar sind, sind die meisten Live-Venues in hohem Maße auf Freiwillige angewiesen.

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