×

Alarmierende Zahlen

Neue Studie: Musiklehrermangel wird sich dramatisch verschärfen

News von BackstagePRO
veröffentlicht am 20.08.2024

musikunterricht berufswelt

Neue Studie: Musiklehrermangel wird sich dramatisch verschärfen

© RDNE Stock Project via pexels.com

Der Bildungsforscher Prof. Dr. Klaus Klemm prognostiziert in einer Studie einen gewaltigen Mangel an Musiklehrkräften in den Sekundarstufen I und II. Der Deutsche Musikrat und weitere Institutionen fordern daher die Politik zu Gegenmaßnahmen auf.

Die Ergebnisse der Studie mit dem Titel "Lehrkräftemangel in den Fächern Kunst und Musik" [PDF] zeigen, dass fast in allen Bundesländern Schüler von Lehrern unterrichtet werden, die über keine Lehrbefähigung in dem jeweils unterrichteten künstlerischen Fach verfügen. 

Im Fach Musik wurden 2022/2023 in Nordrhein-Westfalen 11,4 Prozent aller Unterrichtsstunden fachfremd unterrichtet, im Fach Kunst sogar fast ein Drittel. Das zeigt, das die Anzahl der Lehrer den Bedarf an Schülern schon jetzt nicht decken kann. 

Lage verschärft sich

In Zukunft wird sich die Lage weiter verschärfen. Für das Bundesland Nordrhein-Westfalen prognostiziert die Studie, dass die Anzahl der Lehrer für die Fächer Kunst und/oder Musik bis 2035/2036 um etwa 51 Prozent sinken wird. 

Der Einstellungsbedarf an Lehrern im Fach Musik wird daher in den Jahren bis 2035 nur zu 32,9 Prozent gedeckt werden können. Im Fach Kunst wird der Bedarf laut Studie zu 40,4 Prozent gedeckt werden.

Forderungen der Institutionen

Aufgrund dieser alarmierenden Prognose fordern der Deutsche Musikrat, die Konferenz der deutschen Musikhochschulen und die Bundesfachgruppe Musikpädagogik die Schaffung einer ausreichenden Kapazität für die Lehrkräftebildung im Fach Musik.

Außerdem müssten alternative Wege der Lehrkräftebildung im Fach Musik für Quer- und Seiteneinsteiger ermöglicht werden. Hochschulen müssten in die Qualifizierung von Quer- und Seiteneinsteiger eingebunden werden, um die Ausbildungsqualität zu sichern.

Des Weiteren müssten die Länder attraktivere Arbeitsbedingungen für Musiklehrkräfte schaffen, um die Motivation für ein Lehramtsstudium im Fach Musik zu stärken. 

Statements der Institutionen

Prof. Christian Fischer, Vorsitzender der Rektorenkonferenz der Deutschen Musikhochschulen, beurteilt die Entwicklungen wie folgt:

"Der von Klaus Klemm prognostizierte Mangel an Musiklehrkräften ist alarmierend. Als Musikhochschulen fordern wir eine konzertierte Aktion gemeinsam mit den Ländern, um neue und zusätzliche Wege der Lehrkräftebildung im Fach Musik zu eröffnen." 

Prof. Dr. Anne Niessen, Sprecherin der AG Schulmusik der RKM, fügt hinzu:

"An einigen Hochschulen können bereits jetzt Quereinsteiger:innen Masterstudiengänge für das Lehramt Musik absolvieren. Diese Möglichkeiten müssen ausgeweitet werden, um auf den rapide wachsenden Mangel schnell reagieren zu können"

Ähnliche Themen

Prof. Daniel Eberhard über Lösungsmöglichkeiten für den Musiklehrermangel an Schulen

Fehlende Attraktivität

Prof. Daniel Eberhard über Lösungsmöglichkeiten für den Musiklehrermangel an Schulen

veröffentlicht am 16.05.2023   5

Newsletter

Abonniere den Backstage PRO-Newsletter und bleibe zu diesem und anderen Themen auf dem Laufenden!