Überfällige Tarifreform
Verband deutscher Musikschulen: "Lehrkräftemangel an Musikschulen gefährdet musikalische Bildung"
vdm musikunterricht musikbildung
© VdM/Heiderich
Vom 9. bis 11. Mai nahmen rund 1700 Menschen beim 27. Musikschulkongress des Verbandes deutscher Musikschulen (VdM) in Dresden teil. Das Programm umfasste über 80 Panels, Arbeitsgruppen und Präsentationen, die sich mit Bereichen wie Künstliche Intelligenz und Elementare Musikpädagogik befassten.
Barbara Klepsch, Staatsministerin für Kultur und Tourismus des Freistaates Sachsen, erklärte in ihrem Grußwort zur Eröffnung des Kongresses:
"Ohne die herausragende Arbeit von Musikschulen wäre das Bewusstsein für musikalische Traditionen nicht in diesem Maße vorhanden. Die Begeisterung bleibt meist ein Leben lang erhalten. (...) Unser gemeinsames Ziel ist es, an einer flächendeckenden Landesförderung der Musikschulen festzuhalten. Eine Priorität ist, dass an der Musikschulförderung gegenüber dem Haushalt 2024 nicht gekürzt wird und diese als mindestes Maß beibehalten werden muss."
Fachkräftemangel als Gefahr
Neben der Förderung wurde beim Kongress unter anderem der Mangel an Lehrkräften an Musikschulen thematisiert. Aus Sicht des Bundesvorsitzenden des VdM, Friedrich-Koh Dolge, gefährdet der Fachkräftemangel vor allem in der Elementaren Musikpädagogik nicht nur die Weiterentwicklung, sondern auch bestehende Strukturen.
Deswegen fordert er eine Tarifreform für die Branche:
"Wir brauchen eine neue tarifliche Eingruppierung und bessere Aufstiegsmöglichkeiten in der Musikschularbeit: eine gezielte Förderung insbesondere auch im Bereich der Elementaren Musikpädagogik, in den aufsuchenden Angeboten, aber auch insgesamt eine Weiterentwicklung der Ausbildung an den Musikhochschulen, die den künftigen Anforderungen gerecht wird. Ich hoffe sehr, dass nach dem offiziellen Tarifabschluss 2025 dieses wichtige Thema in den anstehenden Tarifpflegegesprächen nicht aus dem Blick gerät."
Eigenverantwortung und KI als Hilfsmittel für die Arbeitsgestaltung?
Auf die Fragen, wie Arbeit besser gestaltet werden kann und wie man besser durch den Wandel kommen kann, antwortete die Expertin Barbara Josef:
"Wir sind aktuell im Zeitalter der Eigenverantwortung, verbunden mit der großen Chance der Mitgestaltung, was jedoch mehr Selbstführung bedeutet. Der Sinn des Lebens ist das Leben selber und ich glaube, genau dafür kann die Musikschule die Räume schaffen."
In allen Bereichen des individuellen und gemeinschaftlichen Unterrichts an Musikschulen blickt sie zuversichtlich und meint, dass Musik Türen öffnen und Perspektiven schaffen könnte.
Auch Künstliche Intelligenz war ein zentraler Bereich beim Musikschulkongress. Bei den Kongressangeboten wurden aktuelle und zukünftige Möglichkeiten des Arbeitens an Musikschulen vorgestellt, darunter KI-Angebote für den Unterricht, die als Werkzeuge fungieren.
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