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Streamingdienst verhandelt mit weiteren Musikunternehmen

Spotify will KI-Remix-Tool 2027 gegen Aufpreis starten

von BackstagePRO
veröffentlicht am 05.11.2026

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Spotify will KI-Remix-Tool 2027 gegen Aufpreis starten

© TRAG Cinema Pictures

Spotify will sein KI-gestütztes Tool für Remixe und Coverversionen offenbar im ersten Quartal 2027 veröffentlichen. Laut einem Bericht der Financial Times erwägt der Streamingdienst einen monatlichen Aufpreis von vier bis fünf US-Dollar. Während bereits mehrere Lizenzvereinbarungen bestehen, verhandelt Spotify noch mit Sony Music und Warner Music. Auch die Zustimmung einzelner Künstler ist erforderlich.

Spotify hatte die Entwicklung des KI-Remix-Tools schon länger angekündigt. Das Tool sollen zahlenden Abonnenten ermöglichen, eigene Versionen bestehender Songs erstellen können. Beispielsweise könnte ein Folk-Song in einen Dance-Track umgewandelt oder ein Titel so bearbeitet werden, dass er wie eine Coverversion eines anderen Künstlers klingt.

Wie die Financial Times unter Berufung auf mit den Plänen vertraute Personen berichtet, strebt Spotify einen Marktstart im ersten Quartal 2027 an. Eine Vorstellung im Umfeld der Grammy Awards im Februar sei denkbar. Sowohl der genaue Termin als auch die Preisgestaltung seien jedoch noch offen.

Lizenzverträge mit Universal, Merlin, Kobalt und Believe

Für das Angebot benötigt Spotify Vereinbarungen mit den beteiligten Musikrechteinhabern. Entsprechende Verträge wurden bereits mit der Universal Music Group (UMG), dem Indie-Lizenzverbund Merlin, dem Musikverlag Kobalt und dem französischen Musikunternehmen Believe geschlossen.

Mit Sony Music und Warner Music laufen laut Financial Times weitere Verhandlungen. Spotify-Co-CEO Gustav Söderström hatte allerdings bereits im August erklärt, dass für den Marktstart nicht zwingend Vereinbarungen mit allen großen Plattenfirmen erforderlich seien.

Auch die Zustimmung der jeweiligen Künstler und Songwriter spielt eine zentrale Rolle. Die Beteiligung soll freiwillig erfolgen, selbst wenn bereits ein Lizenzvertrag mit dem betreffenden Musikunternehmen besteht.

Spotify und Universal Music führen deshalb Gespräche mit einzelnen Künstlern, um sie für das Angebot zu gewinnen. Dem Bericht zufolge gestaltet sich dies bei einigen international erfolgreichen aktuellen Stars schwieriger als bei etablierten Künstlern früherer Jahrzehnte.

Künstler sollen an KI-Remixen verdienen

Spotify will mit dem Angebot zusätzliche Einnahmemöglichkeiten für die beteiligten Künstler schaffen. Nach den bisherigen Plänen sollen die durch KI-generierte Remixe und Coverversionen erzielten Vergütungen auch den Rechteinhabern der Originalsongs zugutekommen.

Zudem arbeitet Spotify laut Financial Times daran, die von Fans erstellten Versionen in reguläre Playlists einzubinden. Deren Abrufe sollen bei der Ermittlung der Spotify-Charts den jeweiligen Originaltiteln zugerechnet werden.

Co-CEO Gustav Söderström sieht darin insbesondere für ältere Künstler eine zusätzliche Einnahmequelle:

"Wenn man heute ein Künstler ist, der in den 1980er- oder 1990er-Jahren aktiv war, kann man heute am ehesten mehr Geld verdienen, indem man darauf hofft, dass ein anderer Künstler einen Remix oder ein Cover deines Songs erstellt. Heute kann man darauf hoffen, dass alle deine Fans tatsächlich Remixe und Cover deiner Songs erstellen. Wenn einer deiner Fans einen Remix deines Songs erstellt, erhöht sich dadurch tatsächlich der Anteil am Streaming-Pool, den du erhältst."

Wie die Einnahmen im Einzelnen verteilt werden sollen, ist bislang nicht bekannt.

Zusätzliche Einnahmen durch Premium-Funktionen

Das KI-Remix-Tool ist Teil von Spotifys Strategie, zusätzliche Einnahmen aus seiner bestehenden Abonnentenbasis zu erzielen. Der Streamingdienst entwickelt dafür weitere kostenpflichtige Angebote und Funktionen für besonders engagierte Musikfans.

Bis 2030 strebt Spotify ein jährliches Umsatzwachstum im mittleren Zehnprozentbereich an. Im dritten Quartal 2026 wuchs der Umsatz im Jahresvergleich um 16 Prozent auf rund 4,97 Milliarden Euro. Ende September zählte der Streamingdienst 306 Millionen zahlende Premium-Abonnenten.

Der Bernstein-Analyst Ian Moore schätzt laut Financial Times, dass bis Ende 2028 rund sieben bis acht Prozent der US-amerikanischen Spotify-Abonnenten das geplante KI-Angebot nutzen könnten. Ob diese Prognose eintritt, dürfte unter anderem vom verfügbaren Musikkatalog und der endgültigen Preisgestaltung abhängen.

Unterschied zu KI-Musikgeneratoren wie Suno

Anders als KI-Musikgeneratoren wie Suno, die anhand von Texteingaben neue Musikstücke erzeugen können, soll sich Spotifys Angebot auf die Bearbeitung bereits existierender Songs konzentrieren.

Die Nutzung soll auf Werke beschränkt bleiben, für die entsprechende Lizenzvereinbarungen und Zustimmungen vorliegen. Welche Künstler und Songs zum Marktstart tatsächlich verfügbar sein werden, ist noch offen.

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