Langjähriger Konflikt
Streit um Künstlernamen: FKA twigs zieht gegen Indie-Band vor Gericht
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FKA twigs (2025). © Jordan Hemingway
Im Zentrum des Rechtsstreits zwischen der britischen Künstlerin FKA twigs, bürgerlich Taliah Barnett und der seit 1994 bestehenden US-Indie-Band The Twigs steht ein seit Jahren schwelender Konflikt um die Nutzung des Namens "Twigs". Bereits 2013 kam es zu ersten Auseinandersetzungen, als Barnett noch unter dem Namen Twigs auftrat.
Wie unter anderem Pitchfork berichtet, wussten Laura und Linda Good von The Twigs bereits damals von Barnetts Künstlernamen. Barnett bot der Band zu diesem Zeitpunkt rund 15.000 US-Dollar an, um eine Koexistenz beider Projekte zu ermöglichen. Die Musikerinnen lehnten dies jedoch ab. In der Folge reichte die Band 2014 Klage ein, woraufhin Barnett ihren Künstlernamen in FKA twigs änderte.
Gerichtliche Klärung
Dennoch blieb der Konflikt bestehen, zuletzt durch erneute Abmahnungen im Jahr 2024. Laut Klageschrift [PDF] wirft FKA twigs der Band vor, Markenrechte gezielt "instrumentalisiert" zu haben. Konkret geht es um wiederholte Unterlassungsschreiben sowie die Drohung, die Nutzung ihres Künstlernamens gerichtlich zu untersagen.
Die Band soll eine Zahlung in Millionenhöhe gefordert haben, um mögliche Ansprüche fallenzulassen. Die Künstlerin fordert nun eine gerichtliche Klärung inklusive Juryprozess, um ihr Recht auf Nutzung und Eintragung des Namens FKA twigs endgültig zu sichern.
Ungleiches Kräfteverhältnis im Fokus
Ein zentraler Punkt der Argumentation von FKA Twigs stellt die unterschiedliche Marktpräsenz der beiden Acts dar. FKA twigs argumentiert, sie sei weltweit präsent und erfolgreich, weshalb kaum Verwechslungsgefahr mit der deutlich kleineren Indie-Band bestehe.
Damit berührt der Fall eine zentrale Frage im Markenrecht: Reicht allein die Namensähnlichkeit aus oder spielt auch die tatsächliche Marktbedeutung eine Rolle?
Markenrechte als Schlüssel im Musikbusiness
Der Fall verdeutlicht, wie wichtig Markenrechte im modernen Musikgeschäft geworden sind und dass sie neben einer kreativen Identität auch als wirtschaftliche Assets fungieren.
Ein geschützter Name entscheidet über Streaming-Einnahmen, Merchandise-Verkäufe, Tourneen, Ticketing und digitale Auffindbarkeit.
Gerade im globalisierten Markt kann ein Konflikt um Namensrechte direkte Auswirkungen auf die gesamte Wertschöpfungskette haben.
Plattformen verstärken die Bedeutung von Namen
Mit der Dominanz von Streaming- und Social Media-Plattformen hat sich die Bedeutung von eindeutigen Künstlernamen weiter verschärft. Algorithmen, Suchfunktionen und Playlists sind stark von klar zuordenbaren Identitäten abhängig.
Ein Name ist damit nicht nur Marke, sondern auch Suchbegriff, Metadaten-Anker und Plattform-Identifikator. Konflikte wie im Fall "Twigs" können somit nicht nur rechtliche, sondern auch technische und wirtschaftliche Konsequenzen haben.
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