Schwere Vorwürfe
Universal Music verklagt Believe und TuneCore wegen Urheberrechtsverletzungen auf 500 Millionen US-Dollar
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Symbolfoto. © Brett Sayles via Pexels
Laut der Klage der Universal Music Group (UMG), der Concord Music Group und ABKCO Music & Records habe Believe bewusst ein Geschäftsmodell entwickelt, das auf der massenhaften Verbreitung von illegalen Kopien auf einschlägigen Streaming- und Social Media Plattformen wie TikTok, YouTube, Spotify, Apple Music and Instagram basiere.
Anstatt Originalwerke zu vertreiben, habe das Unternehmen einen riesigen Katalog an Werken aufgebaut, der häufig nur aus geringfügig veränderten Kopien der Werke berühmter Künstler*innen bestehe. Die gesamte Klage gibt es hier als PDF.
Für die daraus resultierenden Urheberrechtsverletzungen fordern die Kläger einen Schadensersatz von 500 Millionen US-Dollar.
Offensichtliche Ähnlichkeit
Die Kläger werfen Believe vor, seine illegalen Handlungen nur oberflächlich zu kaschieren. Believe verbreite beispielsweise Musik unter den leicht modifizierten Namen berühmter Künstler, beispielsweise von "Kendrik Laamar" (statt Kendrick Lamar), "Arriana Gramde" (statt Ariana Grande) oder "Jutin Biber" (statt Justin Bieber).
Deren Versionen berühmter Lieder seien oft als "remixed" oder "sped up" gekennzeichnet, um sie als legale Abwandlungen darzustellen, obwohl es sich in Wirklichkeit um eindeutige Urheberrechtsverletzungen handle.
Ein Vertreter der UMG fasst die Urheberrechtsverletzungen laut Music Business Worldwide folgendermaßen zusammen:
"Believe ist ein Unternehmen, das auf Urheberrechtsverletzungen im großen Stil aufgebaut ist. Ihre illegalen Praktiken beschränken sich nicht nur auf den Betrug an Künstlern von Major-Labels, sondern auch an Künstlern von Independent-Labels - einschließlich Künstlern von Independent-Labels in den Branchenverbänden, in denen Believe selbst Mitglied ist."
Unrechtmäßige Lizenzgebühren
Die Anschuldigungen von UMG und den übrigen Klägern gehen noch weiter: Believe soll Lizenzgebühren eingenommen haben, die für die Urheber*innen bestimmt sind. Als Beispiel nennt die Klage die Zahlung von Tantiemen auf YouTube.
Das Unternehmen nutze das Content-Management-System der Plattform, um fälschlicherweise Urheberrechte an den Aufnahmen der Kläger geltend zu machen. Auf diese Weise lasse Believe Geldzahlungen an sich selbst umleiten, die eigentlich den echten Rechteinhabern der Musik zustehen.
Die Klageschrift führt diesen Vorwurf noch weiter aus:
"Es ist bezeichnend, dass Believe selbst nach der Beilegung von Konflikten auf YouTube, bei denen es um offensichtlich urheberrechtsverletzende Aufnahmen ging – was bedeutet, dass Believe anerkannte, dass es keine Rechte an einer bestimmten Aufnahme hatte – weiterhin genau denselben Titel an andere Anbieter digitaler Musikdienste vertrieb und von diesen Anbietern Tantiemen für die Nutzung dieses Titels verlangte."
Zusätzlich erschwerte Believe mit seinen Urheberrechts-Ansprüchen die Versuche der Kläger, die urheberrechtswidrig eingestellten Tracks von den Plattformen zu entfernen bzw. zwang sie dazu, nacheinander alle Plattformen "abzuklappern", um die Löschung der Tracks zu erreichen.
Schädigung der Branche
Die Kläger werfen Believe weiterhin vor, das Unternehmen missachte mit ihren Handlungen nicht nur die Rechte der Künstler*innen, sondern schädige auch die gesamte digitale Musikwirtschaft, indem es die Rechte von Musikschaffenden auf der ganzen Welt systematisch untergrabe.
Die Verbreitung von illegalen Kopien führe zu einem massiven wirtschaftlichen Schaden für die Künstler*innen, die Labels und die gesamte Musikindustrie, deren Geschäftsmodell auf der legitimen Verwertung von Musikrechten basiere.
Künstlerinnen und Künstler, deren Musik auf digitalen Plattformen gestreamt werde, verlören ihre Einnahmen, während Believe Millionen durch die illegale Verbreitung der Kopien einnehme.
Believe weist Vorwürfe zurück
Einen Tag nach Einreichung der Klage meldete sich auch Believe zu Wort. Believe und TuneCore wiesen gegenüber Music Business Worldwide die Vorwürfe entschieden zurück und erklärten, sie nähmen das Urheberrecht von Künstlern sehr ernst:
"Als Unternehmen, das mit Künstlern und Labels auf der ganzen Welt zusammenarbeitet, nehmen wir die Achtung der Urheberrechte sehr ernst. Wir weisen die Behauptungen und Aussagen der Universal Music Group entschieden zurück und werden dagegen vorgehen. Wir haben robuste Instrumente und Prozesse entwickelt, um diese branchenweite Herausforderung in Zusammenarbeit mit Partnern und Kollegen zu bewältigen, und werden dies auch weiterhin tun."
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