"Das hat sich nicht richtig angefühlt"
Wie The Cure: Neil Young verzichtet auf den Verkauf hochpreisiger Platinum-Tickets
neil young robert smith ticketing liveszene
© Rudi Brand
Wie Neil Young berichtet, habe ihm ein Artikel über The Cure die Augen geöffnet. Die britische Band hatte sich 2023 im Rahmen ihrer "Shows of a Lost World Tour" in Nordamerika dazu entschlossen, auf die Ticketmasters "Platin"- und "Dynamic Pricing"-Optionen beim Ticketverkauf zu verzichten.
In einem Interview mit der Sunday Times, auf das sich der von Neil Young zitierte Artikel bezieht, hatte sich The Cure Frontman Robert Smith zu seiner Entscheidung geäußert, auf dynamische Preisgestaltung und Platinum-Tickets zu verzichten:
"Ich war schockiert, wie viel Gewinn [mit dem Kartenverkauf] gemacht wird. Ich dachte: 'Wir brauchen nicht so viel Geld verdienen.'"
Umstrittene Praktiken
Während Dynamic Pricing ein Verkaufskonzept darstellt, bei dem die Preisgestaltung kontinuierlich an Angebot und Nachfrage angepasst wird, was in bestimmten Fällen zu sehr hohen Preisen führen kann, funktionieren Platinum Tickets nach einem ähnlichen Prinzip.
Bei Platinum Tickets handelt es sich um ein Kontingent an Karten für einen besonders beliebten Bereich eines populären Events. Je nach Nachfrage variiert der Preis der Platinum-Tickets, was sie für Schwarzhändler*innen weniger attraktiv macht, da der Ursprungspreis bei besonders hoher Nachfrage – und damit einer erfolgsversprechenden Aussicht auf einen Weiterverkauf – auf ein Vielfaches ansteigen kann.
Profit fühlt sich für Young nicht richtig an
Statt an einen unbeteiligten Ticketing-Zweitanbieter geht der auf diese Weise eingenommene Betrag an direkt an der Veranstaltung beteiligte Personen. So erklärt Neil Young in seinem Statement:
"Die hochpreisigen Platin-Tickets von Ticketmaster wurden in den Bereichen eingeführt, die in denen Schwarzhändler*innen die meisten Tickets für den Weiterverkauf kauften. Das Geld ging an mich."
Bisher hätten sein Management und sein Agent versucht ihm "die besten Deals zu verschaffen" und ihn und seine Fans vor Schwarzhändler*innen zu schützen, die die besten Tickets kaufen und sie zu enormen Preisaufschlägen weiterverkaufen, um eigene Gewinne zu machen. Dass diese Gewinne an ihn gingen, habe sich nicht richtig angefühlt.
Abkehr von der Gewinnmaximierung
Nun hat Neil Young "beschlossen, das den Leuten zu überlassen" und ruft seine Fans dazu auf, energisch loszukaufen, sobald Tickets erscheinen, bevor diese für einen höheren Preis auf dem Zweitmarkt auftauchen.
Neben Robert Smith haben sich auch weitere Musiker*innen wie etwa Bruce Springsteen, Oasis und Taylor Swift in der Kontroverse um Dynamic Pricing positioniert. Mit Neil Young schließt sich dem nun ein weiterer prominenter Musiker an.
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