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Im Metzgersbus auf Deutschlandtour

Wie zwei Metalbands über Backstage PRO zusammenfanden und gemeinsam eine Tour organisieren

Interview von Michael Erle
veröffentlicht am 04.11.2026

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Wie zwei Metalbands über Backstage PRO zusammenfanden und gemeinsam eine Tour organisieren

Repentis (2026). © Repentis

Kleine Konzerte vor überschaubaren Publikum waren Repentis auf Dauer nicht genug. Deshalb beschloss die Thrash- und Groove-Metal-Band aus Deggendorf, selbst eine Tour auf die Beine zu stellen. Nach einem erfolgreichen ersten Anlauf 2026 planen die Musiker nun eine größere Konzertreise – gemeinsam mit einer Band, die sie über Backstage PRO gefunden haben.

Im Frühjahr 2026 organisierten Repentis gemeinsam mit Akallabêth eine erste Tour. Die positive Resonanz bestärkte die Musiker darin, das Konzept weiterzuentwickeln und im folgenden Jahr auf weitere Teile Deutschlands auszuweiten. Wie sie dabei vorgehen, welche Herausforderungen die Organisation mit sich bringt und warum sich der Aufwand trotzdem lohnt, erzählt Jannik Schnabel von Repentis im Interview.

Von der ersten Tour zur nächsten Herausforderung

Backstage PRO: Nach euren positiven Erfahrungen 2026 plant ihr für das Frühjahr 2027 eine größere Tour. Wie sieht das Konzept diesmal aus?

Jannik Schnabel: Wir wollen diesmal gemeinsam mit Source of Rage auf Tour gehen. Geplant sind Konzerte in Nord- und Süddeutschland, unter anderem in München, Landshut, Aschau, Regensburg, Berlin, Hamburg, Hannover und Köln sowie in Graz. Dazu kommen lokale Supportbands. Wir übernehmen das Booking im Süden, Source of Rage kümmern sich um den Norden. So können wir beide unsere Kontakte und unser bestehendes Publikum einbringen.

Backstage PRO: Wie habt ihr Source of Rage gefunden, und wie funktioniert die Zusammenarbeit mit einer Band, die am anderen Ende der Republik sitzt?

Jannik Schnabel: Wir haben über Backstage PRO nach einer Partnerband gesucht und Source of Rage haben sich beworben. Wir kennen uns noch nicht persönlich, aber die Zusammenarbeit funktioniert gut. Wir haben eine gemeinsame WhatsApp-Gruppe und machen regelmäßig Zoom-Calls. Wichtig ist, dass klar ist, wer was übernimmt. Außerdem braucht es Personen, die Entscheidungen treffen dürfen. Man kann nicht bei jeder Kleinigkeit das Einverständnis aller zehn Bandmitglieder einholen.

Organisation, Finanzen und Werbung

Backstage PRO: Was habt ihr aus der ersten Tour gelernt? Was wollt ihr diesmal anders machen?

Jannik Schnabel: Wir haben vor allem gemerkt, wie viel Struktur eine Tourplanung braucht. Es gibt unglaublich viele Dinge zu organisieren: Booking, Routenplanung, lokale Supportbands, Merchandise, Kostenaufteilung und Werbung.

Bei der ersten Tour haben wir beim Finanzmanagement Fehler gemacht. Wir haben Geld für T-Shirts, Becher und Werbeanzeigen ausgegeben, ohne vorher die Kosten genau zu kalkulieren. Diesmal wollen wir besser planen.

Source of Rage beim Ausladen des Equipments an der Laderampe

Source of Rage beim Ausladen des Equipments an der Laderampe, © Source of Rage

Backstage PRO: Ist es realistisch, dass ihr mit der nächsten Tour zumindest bei null herauskommt?

Jannik Schnabel: Das ist unser Ziel. Einen Gewinn erwarte ich nicht, und er ist für uns auch nicht so relevant. Wir wollen live spielen und unseren Wirkungsradius vergrößern.

Backstage PRO: Wo würdet ihr euch bei der Organisation Unterstützung wünschen?

Jannik Schnabel: Social Media kostet unglaublich viel Zeit und Energie. Inhalte zu produzieren und Werbeanzeigen zu schalten, ist für kleinere Bands ein großer Aufwand.

Auch das Booking kann schwierig werden. Gerade bei kommerziellen Clubs sind die Saalmieten teilweise hoch. Wenn man eine Location komplett mietet, kommen möglicherweise weitere Aufgaben hinzu, etwa die Organisation von Sicherheitspersonal oder Barpersonal. Jemanden zu haben, der solche Dinge koordiniert und den Überblick behält, wäre eine große Hilfe.

Backstage PRO: Wie sieht es mit klassischer Werbung aus? Habt ihr bei der letzten Tour Plakate aufgehängt?

Jannik Schnabel: Ja, aber das hat nicht wirklich gut funktioniert. Die Frage ist schon, wer die Plakate aufhängen soll. Source of Rage sitzen in Hamburg, wir in München und Deggendorf. Wenn wir beispielsweise in Frankfurt spielen, ist es schwierig, vor Ort etwas zu organisieren.

Backstage PRO: Welche Erfahrungen habt ihr mit den Veranstaltungsorten gemacht?

Jannik Schnabel: Jugendzentren sind häufig besonders unkompliziert. Dort gibt es in der Regel keine Saalmiete, und die Betreiber freuen sich, wenn Bands bei ihnen spielen. Ansonsten ist es wie in jeder Branche: Manche Menschen sind netter, andere anstrengender. Einen bestimmten Typus kann man daraus aber nicht ableiten.

Backstage PRO: Habt ihr eine eigene Crew dabei?

Jannik Schnabel: Ja, bei uns sind immer wieder Leute dabei, die sich um Merchandise, Videos oder Fotos kümmern. Außerdem haben wir eine feste Fotografin. Den Tontechniker stellen die jeweiligen Locations.

Für den Transport nutzen wir den Bus des Partyservice eines unserer Gitarristen, der als Metzger arbeitet. Bei der vergangenen Tour konnten wir teilweise privat übernachten. Wie wir die Unterbringung diesmal organisieren, steht noch nicht fest.

Auf dem Weg zum neuen Album

Backstage PRO: Beeinträchtigt die viele Organisationsarbeit eure Musik?

Jannik Schnabel: Das glaube ich nicht. Wir haben gerade ein Album fertig geschrieben, das jetzt ins Studio geht. Zeitlich haben wir die Aufgaben ganz gut aufgeteilt. Wenn wir proben, Songs schreiben oder aufnehmen, konzentrieren wir uns ausschließlich darauf. Alles andere muss dann warten.

Backstage PRO: Soll das Album rechtzeitig zur Tour fertig sein?

Jannik Schnabel: Genau, das ist der Plan. Es wird eine doppelte Album-Release-Tour, weil Source of Rage ebenfalls ein Album veröffentlicht. Dadurch haben wir für die Pressearbeit mehr in der Hand, wenn es um Magazine, Blogs oder Radio geht.

Backstage PRO: Gibt es eine Medienlandschaft, die sich für Bands wie euch interessiert?

Jannik Schnabel: Auf jeden Fall. Gerade kleinere Magazine und Blogs sind an solchen Projekten interessiert. Das haben wir bei der letzten Tour gemerkt, bei der wir viel Unterstützung bekommen haben. Bei größeren Medien ist es schwieriger; manchmal muss man auch für ein Feature bezahlen. Trotzdem ist es etwas Besonderes, wenn zwei kleinere Bands gemeinsam eine größere Tour organisieren.

Backstage PRO: Bemerkt ihr einen Schneeballeffekt, etwa durch neue Kontakte nach euren Konzerten?

Jannik Schnabel: Geschäftlich eher nicht. Es ist heutzutage nicht unbedingt so, dass man einen Gig spielt und anschließend von Veranstaltern entdeckt wird. Bei den Fans sieht es anders aus: Unsere Reichweite wächst, und es sind immer mehr Leute zu den Shows gekommen.

Leidenschaft und Geschäft

Backstage PRO: Ist die Tour für euch ein Highlight, oder überwiegt inzwischen der Stress?

Jannik Schnabel: Es ist auf jeden Fall ein riesiges Highlight. Dahinter steckt eine große Vision von uns. Natürlich müssen wir sehen, ob wir alles so hinbekommen, wie wir es uns vorstellen. Aber wenn wir uns nicht darauf freuen würden, wäre der Aufwand viel zu groß.

Backstage PRO: Habt ihr die Tour schon einmal im Lebenslauf als Berufserfahrung angegeben?

Jannik Schnabel: Ja, tatsächlich. Ich arbeite in einer Marketingagentur für Musiker und habe die Tour dort in meinem Lebenslauf aufgeführt.

Backstage PRO: Wenn das Ganze schon zu einem Business wird: Wie sieht es mit Steuern und Gewerbe aus?

Jannik Schnabel: Sowohl Source of Rage als auch wir sind als GbR organisiert. Wir müssen also wie andere kleine Unternehmen Steuererklärungen machen, Belege sammeln und uns um die entsprechenden Pflichten kümmern. Das gehört leider auch dazu.

Backstage PRO: Was ist dir bei der Tour persönlich besonders wichtig?

Jannik Schnabel: Wir wollen das Beste aus der Tour herausholen – für uns selbst und für die Band. Die Tour im vergangenen Frühjahr war wunderschön. Es hat unfassbar viel Spaß gemacht, an einem Wochenende irgendwo anders zu spielen. Wir wollen das machen, wir haben Spaß daran – und deshalb sollten wir die Zeit auch genießen.

Repentis bei der Fahrt im Metzgersbus

Repentis bei der Fahrt im Metzgersbus, © Repentis

Artists

REPENTIS

Thrash Metal/Groove Metal aus Deggendorf

Source of Rage

Melodic Groove Metal aus Sarstedt

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