Paradoxes Anliegen
Zwischen Vergütungskritik und Künstlerförderung: TikTok launcht TikTok for Artists
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Seit dem 3. Juni ist "TikTok for Artists" in 26 Ländern verfügbar – darunter Deutschland, Frankreich, Großbritannien, die USA, Kanada und Mexiko.
Analyse- und Kampagnen-Tool
Die Plattform soll Musiker*innen aller Karrierestufen durch täglich aktualisierte Analysen zur Performance von Songs und Beiträgen ermöglichen, ihre Performance auf TikTok besser zu verstehen und gezielter mit ihrer Zielgruppe zu kommunizieren.
Unter anderem erhalten Nutzer*innen Einblicke in Aufrufzahlen und Interaktionen, die demografische Daten ihrer Follower*innen (Alter, Geschlecht, Sprache), Completion Rates (Angabe, wie viele Nutzer*innen ein Video bis zum Ende anschauen) und Informationen über nutzergenerierte Inhalte mit ihren Songs.
Außerdem erhalten Musiker*innen die Möglichkeit, Pre-Release-Kampagnen zu erstellen. So können bevorstehende Veröffentlichungen bereits vorab beworben werden, inklusive der Option für Fans, Alben direkt auf Spotify oder Apple Music vorzumerken.
Der Zugriff auf das Tool ist allerdings nur mit einem verifizierten TikTok Artist Account möglich. Künstler*innen können dabei auch ihr Team oder ihr Label zum Account hinzufügen.
Viralität vs. nachhaltiger Erfolg
Trotz der Möglichkeiten, die TikTok Musiker*innen bietet, bleibt die Plattform in der Branche umstritten – vor allem mit Blick auf die Vergütung von Urheber*innen.
TikTok zahlt Vergleich zu anderen Streaming-Plattformen die niedrigsten Tantiemen an Labels und Künstler*innen aus. In der Vergangenheit hat das bereits ein paar Mal zu Lizenzkonflikten geführt, etwa mit Universal oder auch mit Merlin (zentraler Lizenzpartner vieler unabhängiger Labels).
Selbst virale Inhalte führen nur selten zu relevanten Einnahmen. Zudem gelingt es laut Branchenberichten gerade einmal weniger als ein Prozent der auf TikTok verwendeten Songs überhaupt, viral zu gehen, von denen es wiederum nur rund 15 Prozent in die langfristige Streaming-Relevanz auf Plattformen wie Spotify oder Apple schaffen.
Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, inwiefern TikTok for Artists tatsächlich ein nachhaltiges Karrieretool ist. Die neue Plattform bietet zwar detaillierte Einblicke und neue Kampagnenmöglichkeiten, löst aber das grundlegende Problem der ungleichen Wertschöpfung bislang nicht.
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