Nach gescheiterten Lizenzverhandlungen
IMPALA richtet Appell an TikTok: Plattform soll an Verhandlungstisch zurückkehren
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© Nik via unsplash.com
Der offene Brief ist eine direkte Reaktion auf einen Bericht von Billboard. Nach diesem Bericht hätten einige Labels, die Mitglied bei Merlin sind, eine E-Mail von TikTok erhalten hätten, in der die Plattform sie darüber informiere, dass TikTok den Lizenzvertrag mit Merlin nicht verlängern wird. Tiktok bietet den Labels aber eine direkte Vereinbarung unter der Bedingung an, dass sie eine Geheimhaltungsvereinbarung unterzeichnen.
Zunächst habe TikTok erklärt, dass die Unterzeichnung spätestens bis zum 4. Oktober erfolgen müsse. Ein Unternehmenssprecher habe allerdings später konkretisiert, dass alle durch Merlin repräsentierten Label, die nach Ablauf des aktuellen Lizenzvertrages am 31. Oktober mit ihrer Musik auf TikTok vertreten sein möchten, die Vereinbarungen jederzeit vor dem 25. Oktober einsehen und unterzeichnen könnten.
Veröffentlichung an Deadline angepasst
Dementsprechend veröffentlichte IMPALA genau an diesem Tag einen offenen Brief an TikTok, in dem die europäische Indie-Vereinigung diese Vorgehensweise kritisiert. Inhaltlich betont IMPALA zunächst, dass die aktuelle Situation erhebliche Risiken berge sowohl für die unabhängige Musikindustrie als auch für TikTok selbst.
Der Verband spricht sich dafür aus, darüber zu diskutieren, wie die Indie-Szene nachhaltig und divers aufgestellt werden kann, und gleichzeitig garantiert werden könne, dass TikTok von der Lizenzierung ebenfalls profitiert.
Weiterführung der Gespräche oberstes Ziel
Gleichzeitig hebt IMPALA positiv hervor, dass TikTok Indie-Künstlern die Möglichkeit biete, ihre Reichweite auszubauen, weshalb der Verband die Zusammenarbeit mit der Plattform begrüße. Die beste Grundlage für eine starke Partnerschaft sei allerdings, dass TikTok die Entscheidung der Labels akzeptiere, ihre Musik über Merlin zu lizenzieren.
Zuletzt richtet IMPALA diverse Forderungen an TikTok. Unter anderem wird die Plattform aufgefordert, die Verhandlungen mit Merlin wieder aufzunehmen und sich bestenfalls innerhalb von zwei Monaten über die Lizenzbedingungen sowie Maßnahmen zur Betrugsbekämpfung zu einigen. Weiterhin solle sich TikTok in der Zwischenzeit an die aktuellen Vertragsbedingungen halten.
Entscheidungsfreiheit für Labels gefordert
Darüber hinaus soll die Plattform unabhängigen Labels und Distributoren ermöglichen, sich für die Verlängerung des Merlin-Vertrags zu entscheiden, auch wenn sie bereits einen individuellen Vertrag unterzeichnet hätten oder zukünftig unterzeichneten, um sicherzustellen, dass sie weiterhin auf ihren Account zugreifen könnten.
Zuletzt wird TikTok aufgefordert, jegliche Maßnahmen zu unterlassen, die die Sichtbarkeit oder Vergütung eines Künstlers beeinträchtigen könnten.
Finanzielle Hintergründe vermutet
Bereits Anfang Oktober hat IMPALA ein Statement veröffentlicht, in dem sich der Verband besorgt über die möglichen Folgen des Abbruch der Verhandlungen durch TikTok zeigt, da Merlin eine entscheidende Rolle bei der Zusammenarbeit mit Streaming-Diensten spiele. IMPALA vermutet, dass TikTok direkte Verhandlungen durchsetzen wolle, um geringere Lizenzgebühren zahlen zu müssen. Zuvor hatte Merlin diesen Verdacht ebenfalls geäußert.
TikTok wies diese Vorwürfe stets zurück und begründete seine Entscheidung damit, dass direkte Gespräche mit den einzelnen Mitgliedern eine bessere Qualitätskontrolle der hochgeladenen Musik erlaube, was dazu beitragen solle, Probleme mit fragwürdigen Inhalten zu minimieren.
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