Kritik der Indie-Verbände
Universal baut Marktposition im Indie-Bereich aus: Virgin Music Group übernimmt Downtown Music
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Der Firmensitz von Universal Music in Berlin. © Tony Webster (https://flic.kr/p/vfD9AM) / Lizenz: CC BY 2.0
Downtown Music zählt zu den größten Dienstleistungsgruppen der Indie-Branche – zu dem Unternehmen zählen unter anderem das digitale Dienstleistungsunternehmen FUGA, Downtown Artist & Label Services, Downtown Publishing, Curve Royalties und CD Baby. Downtown Music arbeitet mit mehr als 5.000 Kunden und Partnern in 145 Ländern zusammen.
Schon seit längerem war Downtown Music auf der Suche nach einem Käufer. Mit der Übernahme durch die Virgin Music Group ist diese jetzt beendet.
Die Unternehmen haben sich, sollten die US-Behörden zustimmen, auf einen Kaufpreis in Höhe von 775 Millionen US-Dollar geeinigt. Die Übernahme soll bis zur zweiten Jahreshälfte 2025 vollzogen werden. Bis dahin arbeiten beide Parteien unabhängig weiter.
Stärkung des Angebots
Justin Kalifowitz, Gründer von Downtown, zeigt sich erfreut über die anstehende Zusammenarbeit mit Universal und geht von einer Stärkung der Dienstleistungen und bisherigen Werte von Downtown aus:
"Die Übernahme ist eine enorme Anerkennung der Bedeutung und Vitalität unabhängiger Musik und des Wertes, den unser Unternehmen seinen Kunden jeden Tag bringt. Downtown wurde in der Überzeugung gegründet, dass Künstler und Unternehmer überall und in jeder Phase das Recht auf die gleichen Werkzeuge und Möglichkeiten haben, um erfolgreich zu sein."
Dem schließen sich auch die Verantwortlichen der Virgin Music Group an und sehen in der Übernahme "eine Investition in das globale Musik-Ökosystem", so Co-CEO Nat Pastor. Sein Partner, T Myers, ergänzt:
"Dieser Zusammenschluss ermöglicht es uns, das Erbe von Downtown weiter auszubauen und der unabhängigen Musik-Community eine dynamische und innovative globale Infrastruktur zu bieten, sowohl in Bezug auf das Serviceangebot als auch auf die territoriale Ausdehnung, und wir freuen uns darauf, mit dem Downtown-Team zusammenzuarbeiten, um unabhängigen Unternehmern, Künstlern und Kreativen ein noch breiteres Portfolio an Dienstleistungen zu bieten."
Kritik aus der Indie-Szene
Wie auch die anderen Major Labels baut Universal sein Portfolio im Bereich der unabhängigen Musik weiter aus. Das löst Besorgnis in der Indie-Szene aus, die in solchen Übernahmen eine Bedrohung sieht.
Die Independent Music Companies Association (IMPALA) erklärte in einer Stellungnahme, dass die Übernahme durch die Virgin Music Group den Marktanteil von Universal weitere steigere und die Marktmacht des Major Labels verstärke. IMAPLA-Vorsitzende Helen Smith ruft die Kartellbehörden dazu auf, die Deals zu verhindern, ganz besonders da Universal kürzlich PIAS erworben hat.
"Wir erwarten, dass die Wettbewerbsbehörden in den wichtigsten Ländern gründliche Untersuchungen durchführen und diese Geschäfte blockieren werden. Es ist an der Zeit, die Marktposition von UMG auf das zurückzuschneiden, was bereits festgelegt war. Dies ist ein enormer Marktanteilsgewinn für UMG und schränkt die unabhängigen Marktzugänge erheblich ein. Wir erwarten von der neuen Europäischen Kommission, dass sie international den Standard setzt."
Auch das Independent Music Publishers International Forum (IMPF) sowie der britische Verband Association of Independent Music (AIM) warnen vor einer Marktkonzentration und möglichen Einschränkungen für die unabhängige Musikbranche.
Am härtesten ging Mike Mills, der Gründer der Beggars Group mit Universal ins Gericht:
"Die zynische Verwendung der Marke Virgin, die einst ein Synonym für unabhängiges Unternehmertum war, sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass es hier um absolute Dominanz und Kontrolle geht. Paradoxerweise bedeutet UMGs künstlerzentrierte Haltung, dass das Unternehmen bereits Millionen von Künstlern entrechtet hat, deren Rechte es jetzt erwirbt. Das ist ein weiterer Schritt auf dem Weg, auf dem UMG vorgibt, die gute Fee für unabhängige Künstler zu sein. Aber unter diesem Umhang steckt ein Wolf."
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