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Neue Entwicklungen im Rechtsstreit mit den Labels

Anna's Archive leakt entgegen einstweiliger Verfügung 2,8 Millionen Spotify-Songs

News von BackstagePRO
veröffentlicht am 17.02.2026

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Anna's Archive leakt entgegen einstweiliger Verfügung 2,8 Millionen Spotify-Songs

© Cottonbro Studio

Der Konflikt zwischen der "Shadowlibrary" Anna's Archive und der Musikindustrie spitzt sich weiter zu. Trotz gerichtlicher Anordnung hat die Plattform begonnen, Millionen Musikdateien aus dem Katalog von Spotify erneut öffentlich zugänglich zu machen. Labels und Rechteinhaber sehen darin eine massive Urheberrechtsverletzung.

Ende 2025 hatte Anna’s Archive erklärt, rund 86 Millionen und 256 Millionen Metadatensätze an Musik- und Audiodateien aus dem Spotify-Katalog extrahiert zu haben.

Spotify, Universal Music Group, Sony Music Entertainment und Warner Music Group verklagten das Projekt daraufhin und das US-Bundesgericht erlies eine einstweilige Verfügung, die Anna's Archive daran hindern sollte, weiterhin kopierte Werke zu hosten oder zu verbreiten. Internetdienstleister wurden angewiesen entsprechende Domains und Dienste zu blockieren.

Anna's Archive widersetzt sich einstweiliger Verfügung

Wie unter anderem Complete Music Update berichtet, sollen die Betreiber von Anna's Archive nun jedoch entgegen dieser einstweiligen Verfügung damit begonnen haben, erste große Datenpakete mit Musikdateien aus dem Zugriff auf Spotify's Infrastruktur zu veröffentlichen. Aktuell beläuft sich der Umfang dabei auf rund 2,8 Millionen Audiotracks mit einem Datenvolumen von etwa sechs Terabyte.

Während die Plattform zunächst lediglich Metadaten veröffentlicht hatte, werden nun laut t3n auch vollständige Audiodateien bereitgestellt.

Das Online-Magazin Golem mutmaßt, dass die Inhalte nun schrittweise veröffentlicht werden könnten, etwa nach Popularität der Songs. Die Dateien selbst werden teilweise über abstrakte Track-IDs bereitgestellt, während zusätzliche Metadatensätze die Zuordnung zu Künstler*innen und Titeln ermöglichen.

Piraterie, Datenzugang und KI als Streitpunkte

Über die unmittelbare Urheberrechtsfrage hinaus berührt der Fall größere strukturelle Themen. Große, frei verfügbare Musikdatensätze könnten etwa für KI-Unternehmen interessant sein, die Trainingsdaten benötigen.

Aktuell wird unter anderem der KI-Chip-Hersteller NVIDIA beschuldigt, seine KI-Modelle über Anna's Archive mit illegalen, urheberrechtlich geschützten Werken trainiert zu haben.

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