Wichtige Initiative
Bundesregierung startet 2026 Pilotprogramm für besseren Schallschutz für Musikclubs und Festivals
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© Edoardo Tommasini via Pexels
Mit dem Bundesschallschutzprogramm startet im Januar 2026 erstmals ein bundesweites Pilotprojekt, das Musikclubs und Festivals beim Ausbau ihres Schallschutzes unterstützen soll.
Ziel ist es, gefährdete Spielstätten vor Schließungen aufgrund von Lärmbeschwerden zu bewahren und Veranstaltenden die Umsetzung notwendiger Maßnahmen zu erleichtern.
Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) stellt hierfür 3 Mio. Euro zur Verfügung. Die fachliche Umsetzung übernimmt die Initiative Musik, begleitet von der LiveMusikKommission.
Steigender Druck durch Lärmbeschwerden
Viele Clubs und Festivals geraten zunehmend in Konflikt mit ihrer Nachbarschaft – insbesondere in dichter besiedelten Gebieten, in denen städtebauliche Nachverdichtung die Lärmsituation verschärft.
Maßnahmen wie bauliche Dämmung, Noise-Cancelling-Lösungen oder moderierte Dialogformate können helfen, sind für viele Einrichtungen jedoch finanziell kaum zu leisten. Angesichts steigender Gesamtkosten fehlt es häufig an Ressourcen, um in entsprechenden Umfang zu investieren.
Zielsetzung des Modellprojekts
Die Bundesregierung möchte mit dem Pilotprogramm gezielt jene Spielstätten unterstützen, die besonders stark von Lärmbeschwerden und drohenden Schließungen betroffen sind. Gefördert werden in der Pilotrunde:
- Musikclubs mit einer Kapazität von bis zu 2.000 Besucher:innen
- Festivals, deren Durchführung aufgrund erheblicher Lärmbeschwerden gefährdet ist
Die Vorauswahl potenzieller Förderprojekte erfolgt unter Einbindung von Verbänden und Netzwerken der Livemusikbranche. Anschließend spricht eine mehrheitlich fachlich besetzte Jury Empfehlungen darüber aus, welche Einrichtungen unterstützt werden sollen.
Details zur Umsetzung folgen
Zum Programmstart im Januar 2026 werden die vollständigen Details zum Bewerbungsverfahren sowie Anforderungen und Fördermodalitäten auf der Website der Initiative Musik veröffentlicht.
Bundesministerin Verena Hubertz (SPD) erklärt zum Schallschutzprogramm:
"Besonders dort, wo Clubs mitten in unseren Städten pulsieren oder Festivals über mehrere Tage dauern, müssen Kultur und Zusammenleben Hand in Hand gehen. Wir zeigen mit neuen, innovativen Ansätzen, dass genau dieses Miteinander möglich ist: Dass Musikorte bestehen bleiben können, ohne dass Anwohnerinnen und Anwohner darunter leiden und dass lebenswerte, nachverdichtete Quartiere trotzdem weiter wachsen können."
Katja Lucker, Geschäftsführerin der Initiative Musik, betont:
"Musikclubs und Festivals sind lebendige Orte, an denen Gemeinschaft entsteht und Kultur erfahrbar wird. Doch ohne wirksamen Schallschutz stehen viele von ihnen auf dem Spiel. Mit dieser Förderung setzen wir ein Zeichen dafür, dass wir diese Räume erhalten und ihre Zukunft sichern wollen."
Christian Ordon, Geschäftsführer der LiveMusikKommission, ergänzt:
"Mit dem Pilotprogramm können wir endlich ein drängendes Problem der Livelandschaft auf Bundesebene angehen. Unsere Mitgliederbefragungen zeigen regelmäßig großen Bedarf im Bereich Schallschutz, sodass wir davon ausgehen, dass der Andrang hoch sein wird und eine Verstetigung und ein Ausbau des Programms im Anschluss an die Pilotphase naheliegend."
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