×

'Größter Diebstahl der Musikgeschichte'

Dänische Verwertungsgesellschaft Koda verklagt KI-Musikplattform Suno wegen Urheberrechtsverletzungen

News von BackstagePRO
veröffentlicht am 10.11.2025

künstliche intelligenz suno

Dänische Verwertungsgesellschaft Koda verklagt KI-Musikplattform Suno wegen Urheberrechtsverletzungen

Künstliche Intelligenz hat große Auswirkungen auf den Kulturbetrieb. © Steve Johnson via unsplash.com

Die dänische Verwertungsgesellschaft Koda hat eine Klage gegen die US-amerikanische KI-Musikplattform Suno eingereicht. Die Organisation, die mehr als 52.000 Komponisten, Songwriter und Musikverlage vertritt, wirft dem Unternehmen vor, ohne Genehmigung urheberrechtlich geschützte Werke genutzt zu haben, um seine KI-Modelle zu trainieren.

Koda bezeichnet den Fall als "größten Diebstahl in der Musikgeschichte". Die Klage wurde am 4. November vor einem Gericht in Kopenhagen eingereicht und ist die erste ihrer Art, die eine dänische Verwertungsgesellschaft gegen einen KI-Musikdienst erhebt.

Nutzung geschützter Werke ohne Zustimmung

Nach Angaben von Koda soll Suno geschützte Musik aus dem Repertoire seiner Mitglieder kopiert und diese Werke sowohl für das Training seiner Modelle als auch über den eigenen Dienst öffentlich zugänglich gemacht haben. 

Die Organisation legte Belege vor, die Ähnlichkeiten zwischen KI-generierten Titeln und Originalwerken dänischer Künstler*innen wie Aqua, MØ und Christopher zeigen. 

Darüber hinaus wirft Koda Suno vor, Audiodateien über sogenanntes Stream-Ripping von YouTube bezogen und Songtexte ohne Zustimmung kopiert zu haben. Die Klage folgt ähnlichen Verfahren, die bereits von der GEMA und den Major Labels gegen Suno eingeleitet wurden.

"Das bedroht die Zukunft der Musik"

Koda-CEO Gorm Arildsen sagte in einer Mitteilung:

"Wir sind gespannt darauf, was verantwortungsvolle KI für die Musik leisten kann. Aber Innovation kann nicht auf gestohlenem Material basieren. Suno hat die kreativen Werke unserer Mitglieder ohne Zustimmung, Transparenz oder Vergütung in seine Systeme eingespeist. Das ist Diebstahl – und es bedroht die Zukunft der Musik".

Arildsen betonte weiter, dass es inakzeptabel sei, dass erst rechtliche Schritte notwendig wären, um Unternehmen wie Suno zur Zahlung für die Musik zu bewegen, auf der ihr Geschäftsmodell beruhe. 

Forderungen nach klaren Regeln

Koda fordert verbindliche Branchenstandards, die Zustimmung, Transparenz und Vergütung für die Nutzung urheberrechtlich geschützter Musik bei KI-Trainingsprozessen sicherstellen. 

Laut einer von Koda und IFPI Denmark in Auftrag gegebenen Studie könnte der dänischen Musikindustrie ohne politische Maßnahmen bis 2030 ein Umsatzverlust von rund 6,9 Milliarden Kronen (etwa 690 Millionen US-Dollar) durch KI-generierte Musik entstehen. 

Koda verweist zudem auf die jüngste Lizenzvereinbarung zwischen der KI-Plattform Udio und Universal Music, die zeige, dass "rechtmäßige Lösungen möglich sind".

Ähnliche Themen

Gericht lässt Klage von Eminems Musikverlag Eight Mile Style gegen Meta zu

Urheberrechtsverletzungen in Millionenhöhe?

Gericht lässt Klage von Eminems Musikverlag Eight Mile Style gegen Meta zu

veröffentlicht am 19.06.2026

Suno und Udio möchten Zahl der KI-Trainingsdaten geheim halten

Urheberrechtssreit mit Major-Labels

Suno und Udio möchten Zahl der KI-Trainingsdaten geheim halten

veröffentlicht am 05.06.2026   2

US-Band The American Dollar verklagt Suno wegen Urheberrechtsverletzungen

Hoher Schadensersatz?

US-Band The American Dollar verklagt Suno wegen Urheberrechtsverletzungen

veröffentlicht am 21.05.2026   1

Nach gewonnenem Prozess gegen Open AI: GEMA-Prozess gegen KI-Anbieter Suno ist gestartet

Urheberrecht für Audioinhalte

Nach gewonnenem Prozess gegen Open AI: GEMA-Prozess gegen KI-Anbieter Suno ist gestartet

veröffentlicht am 10.03.2026   2

Newsletter

Abonniere den Backstage PRO-Newsletter und bleibe zu diesem und anderen Themen auf dem Laufenden!