'Größter Diebstahl der Musikgeschichte'
Dänische Verwertungsgesellschaft Koda verklagt KI-Musikplattform Suno wegen Urheberrechtsverletzungen
Künstliche Intelligenz hat große Auswirkungen auf den Kulturbetrieb. © Steve Johnson via unsplash.com
Koda bezeichnet den Fall als "größten Diebstahl in der Musikgeschichte". Die Klage wurde am 4. November vor einem Gericht in Kopenhagen eingereicht und ist die erste ihrer Art, die eine dänische Verwertungsgesellschaft gegen einen KI-Musikdienst erhebt.
Nutzung geschützter Werke ohne Zustimmung
Nach Angaben von Koda soll Suno geschützte Musik aus dem Repertoire seiner Mitglieder kopiert und diese Werke sowohl für das Training seiner Modelle als auch über den eigenen Dienst öffentlich zugänglich gemacht haben.
Die Organisation legte Belege vor, die Ähnlichkeiten zwischen KI-generierten Titeln und Originalwerken dänischer Künstler*innen wie Aqua, MØ und Christopher zeigen.
Darüber hinaus wirft Koda Suno vor, Audiodateien über sogenanntes Stream-Ripping von YouTube bezogen und Songtexte ohne Zustimmung kopiert zu haben. Die Klage folgt ähnlichen Verfahren, die bereits von der GEMA und den Major Labels gegen Suno eingeleitet wurden.
"Das bedroht die Zukunft der Musik"
Koda-CEO Gorm Arildsen sagte in einer Mitteilung:
"Wir sind gespannt darauf, was verantwortungsvolle KI für die Musik leisten kann. Aber Innovation kann nicht auf gestohlenem Material basieren. Suno hat die kreativen Werke unserer Mitglieder ohne Zustimmung, Transparenz oder Vergütung in seine Systeme eingespeist. Das ist Diebstahl – und es bedroht die Zukunft der Musik".
Arildsen betonte weiter, dass es inakzeptabel sei, dass erst rechtliche Schritte notwendig wären, um Unternehmen wie Suno zur Zahlung für die Musik zu bewegen, auf der ihr Geschäftsmodell beruhe.
Forderungen nach klaren Regeln
Koda fordert verbindliche Branchenstandards, die Zustimmung, Transparenz und Vergütung für die Nutzung urheberrechtlich geschützter Musik bei KI-Trainingsprozessen sicherstellen.
Laut einer von Koda und IFPI Denmark in Auftrag gegebenen Studie könnte der dänischen Musikindustrie ohne politische Maßnahmen bis 2030 ein Umsatzverlust von rund 6,9 Milliarden Kronen (etwa 690 Millionen US-Dollar) durch KI-generierte Musik entstehen.
Koda verweist zudem auf die jüngste Lizenzvereinbarung zwischen der KI-Plattform Udio und Universal Music, die zeige, dass "rechtmäßige Lösungen möglich sind".
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