Forderung nach klaren Regeln
Deutscher Kulturrat fordert konkrete Maßnahmen zum Schutz von Urhebern vor KI
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Künstliche Intelligenz. © Hitesh Choudhary via unsplash
Das Problem des Umgangs mit KI wird zwar sowohl auf nationaler als auch auf europäischer und internationaler Ebene häufig thematisiert, doch der Deutsche Kulturrat bemängelt, dass konkrete und verständliche Richtlinien noch immer fehlen.
Unabsehbare Risiken
Künstler*innen und Kulturschaffende arbeiten und experimentieren selbst mit KI-Modellen. Dadurch entstehen für sie zwar Chancen, die Nutzung birgt aber auch Risiken, die oft unabsehbar sind. Künftig soll sichergestellt werden, dass Rechtsinhaber*innen und ihre Inhalte geschützt bleiben.
Der Deutsche Kulturrat fordert daher nicht nur die Politik zum Handeln auf, sondern unterbreitet in seiner Stellungnahme vom 13. Januar konkrete Vorschläge.
Maßnahmen für mehr Transparenz
Konkrete Richtlinien für den Einsatz für KI sollen nicht nur umfassen, wie mit dem Training von KI-Modellen (also dem "Input"), sondern auch mit den KI-generierten Inhalten ("Output") umgegangen wird.
Der Deutsche Kulturrat fordert sowohl Transparenz darüber, welche Inhalte konkret von oder für KI genutzt werden, als auch die transparente Kennzeichnung von KI-generierten Inhalten als solche.
Das Training von KI-Modellen ist für Außenstehende aktuell kaum bis gar nicht nachvollziehbar. So ist es möglich, dass bereits zahlreiche Urheberrechtsverstöße von Rechtsinhaber*innen unbemerkt blieben.
Sicherstellung der Lizenzierung
Die aktuellen rechtlichen Möglichkeiten bieten keine sichere und verständliche Lösung, kritisiert der Deutsche Kulturrat. Die Nutzung von geschützten Inhalten kann zwar durch einen Nutzungsvorbehalt verboten werden, allerdings ist für viele Rechtsinhaber*innen unklar, wie so ein Nutzungsvorbehalt wirksam formuliert wird, oder wer genau ihn formulieren darf.
Der Deutsche Kulturrat fordert, dies dringend zu ändern, beispielsweise durch vertragliches Einräumen der Nutzungsrechte. Hierfür soll vonseiten der KI-Anbieter transparent dargestellt werden, welche Inhalte konkret genutzt werden. Dadurch sollen Rechtsinhaber*innen die Nutzung konkreter Inhalte lizenzieren können.
Die Politik soll hierfür geeignete Rahmenbedingungen schaffen und sicherstellen, dass Nutzungsvorbehalte eingehalten werden.
Transparenz ist nicht nur vor, sondern auch nach der Nutzung von KI-Modellen wichtig. Der Deutsche Kulturrat fordert beispielsweise, dass die Nutzung gekennzeichnet wird. Somit sollen auch KI-generierte Inhalte klar als solche gekennzeichnet werden.
Gerechte Vergütung
Zudem sollen Rechtsinhaber*innen angemessen vergütet werden, sollten ihre Inhalte für oder durch KI genutzt werden. Auch hier sollen In- und Output beachtet werden.
Der Deutsche Kulturrat fordert ein faires Vergütungssystem, das nicht nur das Training von KI berücksichtigt, sondern auch die wirtschaftlichen Vorteile, die durch die Generierung von KI-Inhalten entstehen.
Keine neuen Forderungen
Die Forderungen knüpfen an Vorschläge der GEMA an. Im vergangenen Jahr stellte sie ihre KI-Charta mit Grundsätzen für ein faires Zusammenspiel von menschlicher Kreativität und generativer KI vor, die unter anderem Transparenz und ein faires Vergütungssystem beinhaltet.
Auch der Deutsche Kulturrat setzte sich mehrfach mit diesem Thema auseinander. Im Oktober 2024 erschien beispielsweise ein Positionspapier, das sich mit dem Entwickeln von Rahmenbedingungen für KI in den Bereichen Kunst und Kultur beschäftigte. Wenig überraschend stand das Thema auch auf der Liste der Forderungen zur Bundestagswahl, die der Deutsche Kulturrat kürzlich aufgestellt hat.
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