Das stille Album
Künstler und Labels protestieren gegen KI-Gesetzentwurf im UK
künstliche intelligenz urheberrecht
Kate Bush. © Trevor Leighton
Das Album, das den Titel "Is This What We Want" trägt, soll auf die Bedrohung der Lebensgrundlage von Musikschaffenden aufmerksam machen.
Der Kampf gegen britische KI Pläne
Im Mittelpunkt der Protestaktion steht die geplante Einführung eines "Opt-out-Systems", das es KI-Unternehmen erlauben würde, urheberrechtlich geschützte Werke für Trainingszwecke zu verwenden, es sei denn die Rechteinhaber entscheiden sich aktiv dagegen.
Die Kampagne kritisiert, dass dieses Modell eine enorme Belastung für Musiker darstellen würde und in der Praxis nur sehr schwer umzusetzen und zu kontrollieren wäre. Dies würde es insbesondere kleinen Künstlern fast unmöglich machen, ihre Werke vor unberechtigter Nutzung zu schützen.
Ed Newton-Rex, der Organisator der Protestaktion betont: "Dieser Plan wäre nicht nur katastrophal für Musiker, sondern auch völlig unnötig: Großbritannien kann führend im Bereich der künstlichen Intelligenz sein, ohne unsere weltweit führenden Kreativindustrien aufzugeben."
Die "stille" Botschaft des Albums
Das "stille" Album besteht aus Aufnahmen von leeren Studios und Konzertbühnen, die symbolisch für die Stille stehen, die sich einstellen könnte, wenn Musikschaffende nicht mehr in der Lage sind, von ihrer Arbeit zu leben.
Auf der Rückseite des Albums befindet sich eine Tracklist mit 12 Tracks, die nicht nur keine Musik enthält, sondern auch die Botschaft vermittelt, dass die britische Regierung kreative Leistungen nicht ignorieren darf, um KI-Unternehmen zu begünstigen.
Zu den über 1000 beteiligten Künstlern gehören nicht nur Weltstars wie Kate Bush und Elton John, sondern auch Komponisten und Produzenten wie Hans Zimmer und Imogen Heap. Sie wollen mit dieser Aktion deutlich machen, wie die vorgeschlagenen Änderungen die Kreativindustrie gefährden könnten.
Die Frage, die Kate Bush in diesem Zusammenhang stellt, lautet: "Wird unsere Musik in der Zukunft ungehört bleiben?"
Der Erlös aus dem Streaming des Albums wird vollständig an die Wohltätigkeitsorganisation "Help Musicians" gespendet, die sich für die Unterstützung von Musikern in Not einsetzt.
Wirtschaftlicher Hintergrund
Die Kampagne hebt hervor, dass die britische Musikindustrie ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für das Land ist. Die Änderung der Urheberrechtsgesetze könnte die wirtschaftlichen Erfolge gefährden und den Ruf Großbritanniens als weltweit führende Kreativnation beschädigen.
Prominente Musikmanager wie Lucian Grainge, CEO von Universal Music, und Rob Stringer, Chairman von Sony Music, haben sich ebenfalls gegen die geplanten Änderungen ausgesprochen. So erklärte Grainge:
"Was im Vereinigten Königreich hergestellt wird und in die Welt exportiert wird, ist nicht nur auf physische Produkte beschränkt, sondern bezieht sich auch auf geistiges Eigentum und Urheberrecht, einschließlich Musik."
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